Heute ist der 9.06.2026 und in Bremen gibt es eine spannende Entwicklung für alle Erstklässler: Sie haben jetzt einen Platz in der Ganztagsbetreuung! Ein Grund zur Freude, könnte man denken. Doch der Schein trügt etwas, denn viele Kinder landen trotzdem im kostenpflichtigen Hort. Die Frage, die sich Eltern und Lehrer stellen, ist: Wie gut ist das wirklich? Der Zentralelternbeirat, vertreten durch Marco Hünecke, sieht in der Tendenz zur Ganztagsbetreuung zwar eine positive Entwicklung, allerdings gibt es berechtigte Kritik. Der Anspruch auf Ganztagsbetreuung wird nur erfüllt, weil viele Kinder nachmittags in den Hort gehen müssen. Und das kostet Geld.
Die Kritik der Eltern und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ist deutlich: Es fehlen einfach die Plätze, um die Erstklässler ausreichend in den Schulen zu betreuen. Während die Ganztagsbetreuung in der Schule kostenlos ist, müssen Eltern für die Hortbetreuung tief in die Tasche greifen. Besonders in Hinblick auf die kommenden Jahre macht der Elternbeirat Sorgen um Engpässe für Grundschüler ab der zweiten Klasse. Der Anspruch auf Ganztagsbetreuung für ältere Kinder soll erst in den nächsten Jahren gelten, was die Unsicherheit nur verschärft. Die Bildungsbehörde hingegen gibt Entwarnung und betont, dass die Ganztagsbetreuung für Zweit- und Drittklässler gewährleistet sei. Aber wie lange noch?
Ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung
Ab dem 1. August 2026 tritt ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder in Kraft. Zunächst gilt dieser für die erste Klassenstufe, wird aber bis zum Schuljahr 2029/2030 auf die Klassenstufen eins bis vier ausgeweitet. Das klingt verlockend, doch der Bedarf an Ganztagsangeboten ist noch lange nicht gedeckt. Im Schuljahr 2023/24 werden rund 1,9 Millionen Kinder im Grundschulalter ganztägig betreut, was gerade mal 57 Prozent entspricht. Bis 2030 werden zusätzlich etwa 264.000 Plätze benötigt. Und das alles, obwohl in den letzten Jahren bereits viele Plätze geschaffen wurden.
Der Bund hat die Notwendigkeit erkannt und unterstützt den Ausbau der Ganztagsbetreuung mit insgesamt 3,5 Milliarden Euro. Diese Summe fließt in die Ausstattungsinvestitionen sowie Um- und Neubauten. Ab 2026 wird der Bund auch einen Teil der Betriebskosten übernehmen, die bis 2030 auf bis zu 1,3 Milliarden Euro jährlich ansteigen sollen. Ganztagsbetreuung fördert nicht nur die Bildungschancen von Kindern, sondern hilft auch Familien, Beruf und Familie besser unter einen Hut zu bringen.
Vielfalt der Betreuungsformen
Es gibt verschiedene Formen der Ganztagsbetreuung, die für Eltern und Kinder von Bedeutung sind. Dazu zählen Ganztagsschulen, die mindestens drei Tage pro Woche mindestens sieben Stunden täglich anbieten, sowie Tageseinrichtungen wie Horte und altersgemischte Kindertageseinrichtungen. Außerdem gibt es außerunterrichtliche Angebote, die nicht in der Verantwortung von Schulen oder Kinder- und Jugendhilfe liegen. Das Bild, das sich hier abzeichnet, ist vielschichtig und es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in Bremen entwickeln wird.
Für Eltern, die mehr Informationen suchen, ist die Website www.recht-auf-ganztag.de eine wertvolle Ressource. Dort findet man alles, was man über die neuen Regelungen und Angebote wissen muss. Die kommenden Jahre könnten entscheidend dafür sein, wie die Ganztagsbetreuung in Bremen aussieht und ob die Sorgen der Eltern ernst genommen werden.
