Die Luftfahrt hier in Bremen steht vor einem herben Schnitt. Ab dem 1. Juli 2026 wird Lufthansa die beliebten Flüge von Bremen nach Frankfurt einstellen. Eine Entscheidung, die vielen Passagieren sicher sauer aufstößt, denn aktuell nutzen über 5.000 Reisende pro Woche diese Verbindung. Das sind immerhin mehr als 260.000 Passagiere pro Jahr – ein beachtlicher Anteil von 13 Prozent des gesamten Passagieraufkommens am Flughafen Bremen.
Die Hintergründe dieser Streichung sind vielfältig. Lufthansa führt gestiegene Kosten, insbesondere für Kerosin und Flughafen-Gebühren, sowie die Auswirkungen von Streiks als Gründe an. Zudem hat die Stilllegung der Tochtergesellschaft Cityline, die ursprünglich bis 2028 Flüge zu großen Drehkreuzen anbieten wollte, die Situation verschärft. Geschäftsreisende sind besonders betroffen, denn zwischen 30 und 40 Prozent der Passagiere auf dieser Strecke sind auf Dienstreise.
Alternativen und Herausforderungen
Nach dem Wegfall der Verbindung bleiben den Bremer Reisenden lediglich fünf andere Drehkreuze, darunter München, Amsterdam, Istanbul, Wien und Zürich. Das klingt zwar nach Optionen, doch die Erreichbarkeit von Fernzielen wird komplizierter, da mindestens zwei Umstiege erforderlich sind. Wenn man bedenkt, dass viele Reisende auf die direkte Verbindung angewiesen sind, wird die Lage ungemütlich. Alternativen bieten Flüge über Hannover oder Hamburg, aber auch die Bahnfahrt mit dem ICE zum Frankfurter Flughafen könnte eine Möglichkeit sein, um an sein Ziel zu kommen.
Die Flughafen Bremen GmbH, die zu 100 Prozent im Besitz der Stadt Bremen ist, sieht sich dabei als Sorgenkind. Ein Sanierungsstau von bis zu 80 Millionen Euro wurde bereits 2018 festgestellt, und die Liquiditätsrisiken wachsen. Die Fluggastzahlen sind seit der Corona-Pandemie gesunken, und eine vollständige Erholung auf das Niveau vor der Pandemie wird frühestens für 2029 oder 2030 erwartet. Das ist schon ein Schlag ins Kontor, wenn man an die Zukunft der Luftfahrt hier in Bremen denkt.
Ein Blick auf die Zahlen
Um die Lage besser zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf die Statistiken des Luftverkehrs. Die Daten, die über das Statistikportal verfügbar sind, zeigen, dass Flüge und Verkehrsleistungen für Fluggäste, Fracht und Post erfasst werden. Diese Erhebungen betreffen den gewerblichen Luftverkehr auf Hauptverkehrsflughäfen, die mehr als 150.000 Fluggasteinheiten pro Jahr abwickeln. Diese Statistiken sind nicht nur nackt Zahlen, sie geben auch Aufschluss über die Entwicklung des Luftverkehrs und die Herausforderungen, denen sich die Branche gegenübersieht.
Bremen plant bereits Gespräche mit Lufthansa und dem Bundesverkehrsminister, um die Entscheidung zu überprüfen und möglicherweise Gegenmaßnahmen zu erörtern. Man darf gespannt sein, ob sich hier noch etwas bewegen lässt. Die Bremer lieben ihre Stadt und wollen sie auch weiterhin mit der Welt verbinden – und das am besten ohne Umwege.