In Bremen, der Stadt der Bremer Stadtmusikanten und einer reichen Geschichte, hat eine Gruppe von gut 30 Personen des Fördervereins Stadtmuseum Langenfeld eine spannende Reise unternommen. Nach vier Tagen voller Entdeckungen und Erlebnisse kehrte die Reisegruppe ins Rheinland zurück. Das Hauptziel? Die Künstlerkolonie Worpswede. Ein Ort, der nicht nur als einzige lebendige Künstlerkolonie in Europa bekannt ist, sondern auch eine Fülle an Kunst und Geschichte bietet.
Die Teilnehmer hatten das Vergnügen, im Vier-Sterne-Hotel „Buchenhof“ zu übernachten, das mit seinem historischen Stil zum Verweilen einlud. Besonders beeindruckend war der Besuch des Wohnhauses von Heinrich Vogeler, einem der Gründer dieser einzigartigen Künstlerkolonie. Bei einem Spaziergang durch die malerischen Straßen von Worpswede, geleitet von zwei orts- und fachkundigen Führerinnen, wurden Erinnerungen an große Künstler wie Fritz Mackensen, Otto Modersohn und Paula Modersohn-Becker wach. Es gab viel zu erzählen über deren Leben und Werk – und das tat die Gruppe mit Begeisterung.
Kulturelle Höhepunkte in Worpswede
Worpswede ist nicht nur ein Ort, sondern ein Gefühl. Die Atmosphäre ist durchdrungen von Kreativität und künstlerischem Geist. Ein besonderes Highlight war die Möglichkeit, eine Flussfahrt in einem ausrangierten Torfkahn zu unternehmen. Während dieser Fahrt wurde das frühere Leben der Menschen hier lebendig – ein Stück Geschichte auf dem Wasser. Die Gruppe konnte sich kaum sattsehen an den vielen Galerien, Ausstellungen und Museen, die sich in der Umgebung fanden. Das alles vermittelte einen tiefen Einblick in das künstlerische Schaffen von Heinrich Vogeler.
Im Barkenhoff, dem ehemaligen Wohnhaus Vogelers, wurde eine Ausstellung über sein Leben und Werk gezeigt. Diese umfasste nicht nur seine Malerei, sondern auch Möbel- und Inneneinrichtungsdesign. Es war faszinierend zu sehen, wie sich sein Stil von der Kunstakademie Düsseldorf über den Jugendstil und den Expressionismus bis hin zur neuen realistischen Malerei entwickelte. Die Entwurfszeichnungen und originalen Möbelstücke offenbarten die kreative Bandbreite dieses außergewöhnlichen Künstlers.
Ein Blick in die Vergangenheit
Heinrich Vogeler, geboren am 23. Februar 1892, wuchs in Bremen auf und wurde später Mitglied der Künstlerkolonie Worpswede. Seine frühe Malerei war stark von der präraffaelitischen Bewegung und der englischen Malergruppe um Dante Gabriel Rossetti beeinflusst. Nach der Gründung des Barkenhoff im Jahr 1904 wurde dieser zu einem Treffpunkt für Künstler und Intellektuelle. Hier war nicht nur das Malen ein Thema, sondern auch das Streben nach alternativen Lebensformen und sozialer Gerechtigkeit. Das Engagement für die Arbeiterklasse und sein pazifistisches Wirken nach dem Ersten Weltkrieg sind nur einige Facetten seines bewegten Lebens.
Der Tod seines Vaters im Jahr 1894 brachte eine Wende in sein Leben. Anstatt das väterliche Geschäft zu übernehmen, entschied er sich für die Kunst. Das war der Anfang einer Karriere, die ihn bis nach Russland führte, wo er 1942 verstarb. Sein Erbe, das aus Kunstwerken und politischen Schriften besteht, wird in Worpswede weiterhin gewürdigt. 2004 wurde das Heinrich-Vogeler-Museum eröffnet, und im Jahr 2022 wurden zahlreiche Ausstellungen zu seinem 150. Geburtstag organisiert. Ein Grund mehr für die Teilnehmer der Reise, sich nicht nur in die Vergangenheit zu vertiefen, sondern auch den Blick nach vorn zu richten.
Die Reiseteilnehmer bedankten sich herzlich bei der Gruppenleiterin Sabin Faccini und dem Busfahrer Piere für die hervorragende Organisation. Mit einem Koffer voller Eindrücke und Erinnerungen kehrten sie zurück, voller Vorfreude auf zukünftige Exkursionen und neue Abenteuer. Und wenn das nicht nach einer inspirierenden Reise klingt, dann weiß ich auch nicht!