Ampel des Grauens: Warum Bremen um mehr Verkehrssicherheit kämpft
Die Ampel an der Fußgängerinsel am Fedelhören hat in den letzten Monaten für einige Schlagzeilen gesorgt – und zwar nicht gerade aus den besten Gründen. In kurzer Zeit kam es hier zu drei Unfällen, und das hat die Anwohner ganz schön in Aufruhr versetzt. „Ampel des Grauens“ nennen sie die Lichtsignalanlage, die mittlerweile mehrfach umgefahren wurde, zuletzt im Juli. Es ist also kein Wunder, dass die Forderungen nach mehr Sicherheit immer lauter werden.
Die Politik hat sich dem Thema ebenfalls angenommen. Anwohner und Politiker sind sich einig, dass hier dringend Handlungsbedarf besteht. Dirk Paulmann von der CDU hat klar kritisiert, dass es erst eines Todesopfers bedarf, um endlich zu handeln. Der Beirat Mitte hatte bereits im Februar eine Sitzung zur Ampel abgehalten und Sicherheitsmaßnahmen gefordert. Doch die Behörden scheinen den Ernst der Lage nicht ganz zu erkennen: Sie erklären die Stelle nicht als Unfallschwerpunkt, obwohl es hier immer wieder zu Zusammenstößen kommt.
Ein unklarer Status quo
Ein Unfallschwerpunkt, wie ihn die Verkehrsstatistik definiert, ist ein Knotenpunkt oder ein kurzer Abschnitt einer Straße mit überdurchschnittlich vielen ähnlichen Unfällen. Doch die Straßenverkehrsbehörden haben strikte Vorgaben, die besagen, dass ein solcher Spot erst ab fünf Unfällen anerkannt wird. Das bedeutet, dass die Behörden die Lage hier am Fedelhören nur als „problematisch“ ansehen, aber nicht als „kritisch“. Die Geschwindigkeitsmessungen sind aufgrund der örtlichen Gegebenheiten ebenfalls nicht möglich, und stationäre Rotlichtüberwachung ist nicht geplant.
Galerist Werner Sünkenberg hat sich für die Installation einer Blitzanlage ausgesprochen. Das könnte helfen, die Fahrer zur Räson zu bringen und die Sicherheit zu erhöhen. Die Polizei hat die Kreuzung nach schweren Unfällen im Vorjahr zum Kontrollschwerpunkt erklärt, doch die Maßnahmen zur Verkehrsüberwachung bleiben ungewiss. Ronny Birr vom Innenressort hat die Möglichkeit eines mobilen Überwachungsgeräts erwähnt, das allerdings mit satten 150.000 Euro zu Buche schlägt. Ein hoher Preis für mehr Sicherheit.
Statistische Hintergründe
Die Statistik zur Verkehrssicherheit dient der Gewinnung umfassender Daten und ist die Basis für viele Maßnahmen in der Gesetzgebung und Verkehrserziehung. Hier zeigt sich, dass für die Behörden der Schutz der Bürger oberste Priorität haben sollte. Unfallschwerpunkte weisen auf Sicherheitsdefizite hin und sind ein Alarmzeichen. Die Unfallrate, definiert als die Zahl der Verkehrsunfälle im Verhältnis zur Straßenlänge und der mittleren Verkehrsstärke, ist ein entscheidender Faktor, um die Sicherheit auf unseren Straßen zu verbessern.
Die Diskussion um Tempo 30 dreht sich im Kreis. Die rechtlichen Vorgaben sind streng, und die Anwohner fühlen sich oft im Stich gelassen. Es ist frustrierend zu sehen, dass trotz aller Forderungen und der offenbar hohen Anzahl an Unfällen nichts Konkretes geschieht. Vielleicht braucht es einfach noch mehr Druck von Seiten der Bürger, um endlich etwas zu bewegen. Die Ampel am Fedelhören könnte ein Symbol für die Notwendigkeit von Veränderungen sein – nicht nur hier, sondern in ganz Bremen.
