Am Donnerstag war es soweit: Sechs kreative Architekturbüros haben in einer Planungswerkstatt ihre Visionen für das Horten-Grundstück in der Bremer Innenstadt präsentiert. Ein aufregender Tag für die Stadtplanung, der die Vorfreude auf eine Neugestaltung der Innenstadt ein Stück weit angeheizt hat. Die Entwürfe sind alles andere als langweilig! Statt eintöniger, großer Bauklötze sehen die Konzepte eine Vielzahl kleinteiliger Bauten vor, die nicht nur Wohnen und Arbeiten ermöglichen, sondern auch viel Platz für Grünflächen bieten. Ein Büro hat sogar die Idee eines „Klimahains“ mit einem über zehn Geschosse hohen Turm entwickelt – klingt spannend, oder?

Der Prozess ist nicht nur spannend, sondern auch notwendig, denn die Bremer Innenstadt steht vor großen Veränderungen. Mit dem demographischen Wandel und den neuen Anforderungen an Aufenthaltsqualität wird es Zeit, dass frischer Wind weht. Das Ziel der Neubebauung ist es, einen Stadtbaustein zu schaffen, der alle Facetten des urbanen Lebens verbindet: Wohnen, Handel, Gastronomie und Kultur – alles schön verpackt in einem identitätsstiftenden Ort. Es wird also viel passieren in den kommenden Monaten, denn am Freitag tagt das Preisgericht erstmals, und bereits im November wird entschieden, ob das alte Horten-Gebäude abgerissen wird.

Vielfalt der Entwürfe

Insgesamt wurden 18 Entwürfe eingereicht, die in der Planungswerkstatt lebhaft diskutiert wurden. Schmidt Hammer Lassen aus Kopenhagen plant ein „Volkshaus“ mit öffentlichen Flächen und mehreren Gebäuden, die zwischen sechs und acht Geschossen hoch sind. NoAarchitecten aus Brüssel hingegen träumen von einem großen Innenhof, umgeben von Gebäuden mit einladenden Arkaden im Erdgeschoss. Das Konzept von gruppeomp sieht sogar viel Freiraum für den „Klimahain“ vor und bietet Platz für Wohnen, Gastronomie, Dienstleistung und Ateliers. Es geht also nicht nur um das Wohnen, sondern auch um kreative Arbeitsräume und Co-Working-Spots. Eine der Varianten von gruppeomp könnte sogar den Teil-Erhalt des alten Horten-Gebäudes beinhalten, auch wenn das als technisch schwierig eingeschätzt wird.

Besonders spannend wird die Neubebauung auch durch die Lage im historischen Stadtkern, ganz nah an der inneren Pufferzone des UNESCO-Welterbes „Bremer Rathaus und Roland“. Das hat seine eigenen Herausforderungen. Hier müssen hohe städtebauliche, baukulturelle und nachhaltigkeitsbezogene Qualitätsansprüche eingehalten werden. Ein gewaltiger Balanceakt, der nur mit viel Planung und Kreativität gelingen kann. Die BRESTADT GmbH hat sich die Aufgabe auf die Fahne geschrieben, gemeinsam mit der Senatorin für Bau, Mobilität und Stadtentwicklung (SBMS) und der BPW Stadtplanung Bremen, die nächsten Schritte zu gestalten.

Ein Schritt in die Zukunft

Die Neugestaltung des Horten-Areals ist mehr als nur ein architektonisches Projekt. Es ist ein Impuls für die nachhaltige Aufwertung der Innenstadt, die dringend nötig ist. In Zeiten, in denen die Städte und Gemeinden sich ständig weiterentwickeln und anpassen müssen, ist ressourcenschonende Stadtentwicklung nicht nur ein Schlagwort, sondern eine Notwendigkeit. Die Herausforderungen sind vielfältig: schwindende Rohstoffe, Klimaveränderungen und soziale Ungleichheiten. Daher ist es wichtig, dass alle Beteiligten an einem Strang ziehen – von der Verwaltung über die Wissenschaft bis hin zu den Bürgern selbst.

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Schaut man auf die innovative Herangehensweise der Kommunen in Deutschland, der Schweiz und Österreich, wird deutlich, dass die Zeit reif ist für einen neuen Ansatz in der Stadtentwicklung. Es geht um flächenschonende, nachhaltige Lösungen, die das Leben der Menschen in der Stadt verbessern. Und vielleicht wird das Horten-Gebiet in Bremen ein leuchtendes Beispiel für solche Entwicklungen werden. Die nächsten Monate versprechen also viel Spannung und sicherlich auch die ein oder andere Überraschung.