Bremer Gesundheitssystem im Alarmmodus: Bereit für Ebola und andere Bedrohungen
Die Bereitschaft der Bremer Gesundheitsbehörden ist, gelinde gesagt, beeindruckend. In Zeiten, in denen das Wort „Ebola“ als Schreckgespenst durch die Medien geistert, ist es beruhigend zu wissen, dass das Klinikum Bremen-Mitte als zentrale Anlaufstelle für Verdachtsfälle hochgefährlicher Krankheiten fungiert. Laut dem Infektionsalarmplan Bremen, der zuletzt am 31. Januar 2020 aktualisiert wurde, wird bei Verdacht auf Krankheiten wie Ebola, Lassa- oder Marburgfieber sofort gehandelt. Eine sofortige Isolation des Patienten, die Versorgung mit Schutzkleidung und die umgehende Meldung an das Gesundheitsamt sowie das Robert Koch-Institut sind hier die ersten Schritte. Ein Beispiel? Ein Patient mit hohem Fieber und einer Reisehistorie in ein Risikogebiet – das ist der Moment, in dem alles auf „Alarm“ geschaltet wird.
Der Ebola-Ausbruch in der DR Kongo und Uganda seit Mai hat mittlerweile zu Hunderten von Erkrankungen und über 100 Todesfällen geführt. Diese Tatsache nimmt man in Bremen ernst. Martin Eikenberg, Direktor des Instituts für Allgemeine Hygiene am Klinikum Bremen-Mitte, hebt hervor, wie wichtig die Vorbereitung auf solche Szenarien ist. Die Abläufe sind klar geregelt; das Gesundheitsamt und das Robert Koch-Institut werden bei Verdachtsfällen sofort informiert. Sollte sich der Verdacht bestätigen, erfolgt ein Spezialtransport in die Sonderisolierstation nach Hamburg. Übrigens: Das Uniklinikum Hamburg-Eppendorf hat den Versorgungsauftrag für fünf nördliche Bundesländer. In Deutschland gibt es insgesamt sieben Sonderisolierstationen, wobei die größte an der Berliner Charité zu finden ist. Falls der Transport nach Hamburg nicht möglich ist, wird eine vorübergehende stationäre Versorgung in Isolierbereichen des Klinikums Bremen-Mitte oder Bremerhaven angestrebt.
Regelungen und Vorschriften
Eine interessante Facette ist das Infektionsschutzgesetz (IfSG), das seit 2001 in Kraft ist und die seuchenrechtlichen Bundesregelungen bündelt. Es regelt die Meldung und Erfassung übertragbarer Krankheiten und legt fest, welche Maßnahmen zur Bekämpfung ergriffen werden müssen. In Deutschland machen Infektionskrankheiten etwa 25-30% aller Diagnosen und Behandlungen aus. Das IfSG sieht auch Vorgaben für Schulen und Gemeinschaftseinrichtungen vor – ein Aspekt, der in der aktuellen Zeit besonders relevant ist.
Das Gesetz fördert Aufklärung und setzt auf Eigenverantwortung von Einrichtungen und Personen. Das kann man durchaus als einen Schritt in die richtige Richtung werten. Die Meldepflicht für Krankheiten wie Pest und hämorrhagische Fieber ist ebenfalls festgelegt. Wenn man die internationale Perspektive betrachtet, wird klar: Die WHO beruft im Falle gesundheitlicher Notlagen einen Notfallausschuss ein. Bremen hat also nicht nur einen Alarmplan, sondern auch die nötige Struktur, um mit solchen Bedrohungen umzugehen.
Aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen
Im Rahmen eines aktualisierten Konzepts zum seuchenhygienischen und klinischen Management von Ebolafieber in Deutschland, das seit den letzten Ausbrüchen immer wieder Anpassungen erfährt, wird klar, dass auch die Herausforderungen nicht stagnieren. Änderungen in den Kapiteln über Diagnostik, Abfallentsorgung und Schutzmaßnahmen sind von großer Bedeutung. Hier wird deutlich, dass der Umgang mit solchen Krankheiten ständig geprüft und optimiert werden muss. Auch die Erfahrungen aus der Influenza-Pandemie 2009/2010 fließen in den bremischen Influenzapandemieplan ein. Das zeigt, dass man aus der Vergangenheit gelernt hat und bereit ist, sich den Herausforderungen der Zukunft zu stellen.
Die gesundheitlichen Anforderungen an das Personal im Umgang mit Krankheitserregern sind ebenso wichtig. Der Schutz der Mitarbeiter ist schließlich von zentraler Bedeutung. Sobald ein Verdachtsfall eintritt, wird der kritische Moment der Isolation eingeleitet. Das Ausziehen der Schutzanzüge ist hier besonders heikel – man möchte ja keinen Kontakt mit der Außenseite haben! Und sollten wir tatsächlich wieder vor der Herausforderung eines Ebola-Ausbruchs stehen, ist Bremen gut vorbereitet, um schnell und sicher zu handeln. Ein beruhigendes Gefühl für alle Bremer.
