Heute ist der 11.06.2026, und wir schauen uns einmal genauer an, wie es um das Sicherheitsgefühl der Bremerinnen und Bremer steht. Die neuesten Ergebnisse einer repräsentativen Befragung, die zwischen dem 22. April und dem 20. Mai 2025 durchgeführt wurde, zeigen einen klaren Rückgang des Sicherheitsgefühls im Vergleich zu 2022. Die Umfrage, an der 12.003 Bürger teilnahmen, hat uns spannende Einblicke gegeben.
Während sich tagsüber noch 93 Prozent der Befragten (eher) sicher fühlen, liegt das Sicherheitsgefühl nach Einbruch der Dunkelheit bei nur 69,8 Prozent. Ganz schön erschreckend, wenn man bedenkt, dass es im Jahr 2022 noch 76,2 Prozent waren! Das sind fast sieben Prozentpunkte weniger. Und auch im eigenen Stadtteil sind die Bremer eher optimistisch: 90,7 Prozent fühlen sich dort sicher, während es in der gesamten Stadt nur noch 83,9 Prozent sind. Ein bisschen wie ein Lichtblick in einer dunklen Nacht, oder?
Die Schattenseiten des Nachts
Die Sorgen scheinen sich vor allem in bestimmten Gegenden Bremer Stadtteile zu konzentrieren. 70 Prozent der Befragten nennen Orte, an denen sie sich unsicher fühlen. Dazu gehören der Hauptbahnhof, Ostertor, Steintor, Gröpelingen und die Innenstadt. Die Gründe für das Unsicherheitsgefühl sind vielfältig: Alkohol- und Drogenkonsum, Kriminalität und eine aggressive Stimmung sind die Hauptverursacher. Das macht nachdenklich, vor allem, wenn wir wissen, dass 48,8 Prozent der Befragten im Jahr 2024 tatsächlich Opfer einer Straftat geworden sind – immerhin ein Rückgang gegenüber 2021 mit 52,5 Prozent.
Besonders häufig sind Diebstähle (28,1 Prozent), gefolgt von Sachbeschädigungen (14,2 Prozent) und Sexualdelikten (12,0 Prozent). Und das ist noch nicht alles: 35,9 Prozent der Straftaten geschehen im öffentlichen Raum, während 21,5 Prozent im digitalen Raum stattfinden. Das Gefühl, selbst in den nächsten 12 Monaten ein Opfer zu werden, schätzen 72,5 Prozent der Befragten als (eher) gering ein. Dennoch bleibt die Frage: Warum wird so vieles nicht angezeigt? Nur 31,6 Prozent der Straftaten gelangen zur Anzeige – oft mit der Begründung, dass die Polizei ohnehin nichts tun könnte (43,2 Prozent) oder die Straftat nicht schwerwiegend genug sei (42,8 Prozent).
Polizeiarbeit und Bürgervertrauen
Die Zufriedenheit mit der Polizei scheint jedoch einen positiven Trend aufzuweisen. 71,1 Prozent der Befragten bewerten die Verbrechensbekämpfung der Polizei als (eher) hoch. Sogar die Professionalität der Beamten wird von 86,6 Prozent gelobt! Doch gleichzeitig haben 64,9 Prozent das Gefühl, dass die Präsenz von Fuß- und Fahrradstreifen nicht ausreicht. Und das ist irgendwie paradox: Einerseits wird die Polizei geschätzt, andererseits gibt es das Gefühl, dass mehr getan werden könnte.
Ein Blick in die Zukunft zeigt, dass die Herausforderungen für Bremen nicht geringer werden. Die Stadt muss sich der Problematik annehmen und Wege finden, um das Sicherheitsgefühl der Bürger zu stärken. Denn am Ende sind wir alle Teil dieser Gemeinschaft, und ein sicheres Gefühl – ob tagsüber oder nachts – sollte für jeden von uns an erster Stelle stehen.
