Der Kiefert-Pavillon an der Bremer Bahnhofstraße – ein Relikt aus besseren Zeiten. Früher wurde hier über zwei Jahrzehnte Bratwurst verkauft, doch seit zwei Jahren steht das einst so lebendige Lokal leer und verwahrlost da. Graffiti schmückt die Wände, der Zustand ist denkbar schlecht. Die Stadt hat die Sondernutzungserlaubnis vor einem Jahr auslaufen lassen, wodurch ein Imbissbetrieb unmöglich geworden ist. Gespräche über eine mögliche weitere Nutzung blieben bisher fruchtlos.
Marianne Kiefert, die Eigentümerin, sieht sich mit vielen Interessenten konfrontiert, doch die Hürden sind hoch. Untervermietungen waren nicht erlaubt, und das hat den Verkauf oder die Wiederbelebung des Pavillons stark behindert. So bleibt der Pavillon in der Halle der Alten Werft in der Überseestadt zwischengelagert, wo er auf eine Restaurierung wartet. Einmal entworfen vom Bremer Architekten Eberhard Gildemeister, könnte er bald in neuem Glanz erstrahlen – wo auch immer das sein mag. Vielleicht auf dem Gelände des Focke-Museums in Schwachhausen?
Ein neuer Standort für den Pavillon?
Die FDP-Fraktion sieht eine Lösung in der Versetzung des Pavillons zum Hillmannplatz. Dieser Platz hat in der letzten Zeit nicht gerade einen guten Ruf, und Thore Schäck, Vorsitzender der FDP, kritisiert die Vernachlässigung durch den Senat scharf. Ein Positionspapier fordert nicht nur die Versetzung des Pavillons, sondern auch ein modernes Beleuchtungskonzept, regelmäßige Veranstaltungen und eine stärkere Polizeipräsenz. Die Idee dahinter? Den Hillmannplatz zu beleben und ihm neues Leben einzuhauchen – denn der Bedarf sei größer denn je!
Doch die Probleme sind vielfältig. Die Bremer Sparkasse hat sich über Drogenkonsum, Kriminalität und Vandalismus in der Umgebung beschwert und plant nun, ihre Filiale aufzugeben. Die Situation hat sich seit einem Dringlichkeitsantrag im August 2024 nicht verbessert. Messerangriffe, die Schließung des Dorint-Hotels und der anhaltende Verfall des Kiefert-Pavillons sind nur einige der Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt.
Ein Blick in die Vergangenheit
Kiefert war einst ein Name, der in Bremen für Qualität und Genuss stand. Mit bis zu acht Standorten in der Stadt war die Marke allgegenwärtig. Der Pavillon hat eine lange Geschichte, und es ist kaum zu fassen, dass er nun so vernachlässigt wird. Die Familie Kiefert hatte den Pavillon vor 20 Jahren sogar schriftlich beglaubigt geschenkt – und nun? Das alles lässt einen irgendwie nachdenklich zurück.
Die Bremer FDP schlägt vor, den Pavillon einem privaten Gastronomen zu überlassen, was dem Platz neues Leben einhauchen könnte. Aber die Stadt muss die notwendige Infrastruktur bereitstellen. Ein bisschen Unterstützung wäre da nicht verkehrt, oder? Wenn man sich den Ansgarikirchhof anschaut, wo mit Bundesmitteln die Fläche aufgewertet wurde, könnte man sich wünschen, dass ein ähnliches Konzept für den Hillmannplatz aufgelegt wird.
Es fehlt nicht an Ideen – das betont auch Schäck immer wieder. Doch wo bleibt der politische Wille? Das Bremer Weinfest steht auf der Kippe, und ohne verlässliche Rahmenbedingungen könnte es nach über 30 Jahren endgültig aufgeben. Ein Verlust für die Stadt, das steht fest.
Wie geht es weiter mit dem Kiefert-Pavillon und dem Hillmannplatz? Die Antworten darauf scheinen noch in der Schwebe zu sein.