Wasserknappheit im Notfall: Ein Durststrecke im Klinikum Bremen-Mitte
Am Sonntag Ende Juni, als die Temperaturen in Bremen in schwindelerregende Höhen kletterten, erlebten Patienten und Besucher im Klinikum Bremen-Mitte eine unerwartete Durststrecke. Im Wartebereich der Notaufnahme war einfach kein Wasser verfügbar. Eine Situation, die man sich nicht wirklich vorstellen kann, wenn man an die drückende Hitze denkt, die einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt. Das Klinikpersonal musste erklären, dass die Wasservorräte unerwartet verbraucht waren. Und während ein Getränkeautomat mit Snacks und Getränken im Eingangsbereich stand, war das kostenlose Wasser für die durstigen Patienten plötzlich nicht mehr zugänglich.
Eine Sprecherin des Klinikums, Karen Matiszick, bedauerte den Vorfall. Sie kündigte an, dass künftig verstärkt darauf geachtet werden soll, die Wasserversorgung bei Hitze zu sichern. Oliver Egert, der während dieser Hitzewelle in der Notaufnahme war, berichtete von seiner frustrierenden Erfahrung. Fünf Stunden wartete er auf eine Behandlung und bat mehrmals um Wasser, nur um die enttäuschende Antwort zu erhalten, dass nichts mehr vorhanden sei. „Ich hatte Verständnis für die lange Wartezeit“, sagte er, „aber die Reaktion des Personals hat mich wirklich enttäuscht.“ Es ist schon bemerkenswert, wie wichtig kleine Dinge, wie ein Glas Wasser, in solchen Momenten werden können.
Eine Frage der Verantwortung
Judith Borsch von der Bremer Krankenhausgesellschaft stellte klar, dass es keine gesetzliche Verpflichtung für Krankenhäuser gibt, Getränke in Wartebereichen anzubieten, auch wenn es allgemein üblich ist. Matiszick bestätigte, dass die Getränkeversorgung in Wartebereichen normalerweise selbstverständlich ist. An diesem besagten Sonntag war jedoch der Verbrauch der Wasservorräte höher als erwartet. Das Klinikum hat die Situation ernst genommen, und Matiszick stellte in Aussicht, das Personal für die Wichtigkeit der Wasserversorgung bei hohen Temperaturen zu sensibilisieren.
Doch das Klinikum Bremen-Mitte hat mehr zu bieten als nur Wasser – es ist mit einem neuen Schockraum ausgestattet, der als Herzstück der Notaufnahme fungiert. Hier wird mit einem hochleistungsfähigen Kernspintomografiegerät (CTG) gearbeitet, das rund um die Uhr zur Verfügung steht. Das Ziel? Schwerstverletzten Menschen schnellstmöglich zu helfen und Leben zu retten. Ein multiprofessionelles Team von 70 Fachleuten in der Notaufnahme sorgt dafür, dass alles reibungslos läuft.
Technische Ausstattung und Patientenversorgung
Die technischen Einrichtungen in der Notaufnahme sind beeindruckend: drei Schockräume, sechs Beatmungsplätze, zwei CT-Geräte, sechs Ultraschallgeräte – die Liste ist lang und zeugt von der hohen medizinischen Kompetenz. Auch ein Gipsraum, gynäkologische Untersuchungsmöglichkeiten und spezielle Bereiche für Augen-, Gesichts- und Nasenuntersuchungen stehen zur Verfügung. Patienten werden meist per Rettungshubschrauber oder Rettungswagen ins Klinikum gebracht, aber auch solche mit starken Schmerzen, Blutungen oder Bewusstseinsverlust finden hier Hilfe.
Inmitten all dieser hochmodernen Technik und der engagierten Mitarbeiter bleibt die Frage der Grundversorgung, wie die Wasserversorgung, ein wichtiges Thema. Die Erlebnisse der Patienten während der Sommerhitze sind ein Signal, dass auch kleine Dinge wie Wasser nicht vernachlässigt werden dürfen. Letztlich sind es diese kleinen Gesten, die den Unterschied im Krankenhausalltag ausmachen können. Der Sommer hat erst begonnen, und die Verantwortlichen sind gefordert, diese Lektion für die Zukunft mit in den Alltag zu nehmen. Schließlich ist die Gesundheit der Patienten das höchste Gut – und das schließt auch das Wohlbefinden in der Wartesituation ein.
