In Bremen wird gerade ein heißes Eisen angepackt – die ambulante Versorgung. Die AOK hat eine spannende Analyse veröffentlicht, die zeigt, dass viele Patienten in Deutschland gut und gerne ambulant behandelt werden könnten. Aber in Bremen? Da ist man sich nicht so ganz sicher. Es gibt Stimmen, die sagen, dass das derzeit hier einfach nicht machbar ist. Die Überlastung der Arztpraxen ist ein großes Thema. Termine sind oft wochenlang nicht zu bekommen, da fragt man sich schon, wie die ambulante Versorgung da überhaupt funktionieren soll.
Der Krankenhausverband Gesundheit Nord, auch bekannt als Geno, hebt hervor, dass stationäre Aufenthalte zwar sinnvoll sind, jedoch flächendeckend gut ausgestattete ambulante Behandlungsmöglichkeiten dringend benötigt werden. Aber die Realität sieht anders aus. Bremen fehlt es an den nötigen Strukturen für eine verbesserte ambulante Versorgung, und die Kassenärztliche Vereinigung Bremen fordert bessere Voraussetzungen, damit Patienten von den Krankenhäusern in die Praxen verlagert werden können. Doch die geplanten Sparmaßnahmen im ambulanten Bereich, da sind sich die Fachleute einig, könnten das Ganze noch weiter verschärfen.
Potenziale der Ambulantisierung
Die Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) gibt uns noch mehr Informationen. Laut dieser Untersuchung können unglaubliche 60 % der Fälle, die derzeit stationär behandelt werden, ambulant versorgt werden. Das sind über 8 Millionen GKV-Fälle! Besonders in der Grundversorgung könnten mehr als 50 % der Erkrankungen ambulant behandelt werden. Nehmen wir zum Beispiel Herzkatheter-Behandlungen: Über 80 % der Fälle könnten in diesem Bereich ambulant erfolgen. Bei Schlaganfällen sieht das allerdings ganz anders aus – da ist das Ambulantisierungspotenzial fast gleich Null. Merkwürdig, oder?
In 15 der 21 fallzahlstärksten Leistungsgruppen haben wir eine Ambulantisierung von über 50 %. Allgemeine Innere Medizin und Allgemeine Chirurgie bringen es jeweils auf etwa 60 %. Es ist schon verrückt zu sehen, wie viel Potenzial da brachliegt. Und das betrifft nicht nur die Fallzahlen, sondern auch die Belegungstage und Ausgaben. Da könnte man fast ein Drittel einsparen, wenn man die Ambulantisierung besser in die Krankenhausplanung integriert.
Der Blick über die Grenzen
Schaut man sich die Situation in Deutschland insgesamt an, zeigt der Krankenhaus-Report 2026, dass über 50 % der Krankenhausfälle ambulant behandelt werden könnten. Das ist nicht nur ein theoretisches Konstrukt, sondern auch eine kostengünstigere und effizientere Lösung. Besonders in der Grundversorgung, wo man ja auch die ersten Erfahrungen in Nordrhein-Westfalen gemacht hat. Dort haben sich allerdings kaum Strukturveränderungen ergeben, was die Reformen betrifft. Die Realität ist, dass spezielle Operationen bereits zentralisiert wurden, doch es gibt immer noch einen langen Weg zu gehen, um die Ambulantisierung zu fördern.
Reformmaßnahmen wie die Vorhaltevergütung und das Pflegebudget bremsen die Entwicklung und verlagern Tätigkeiten in die Pflege, die eigentlich nicht einmal eine besondere Qualifikation erfordern. Das ist nicht nur ineffizient, sondern auch frustrierend für alle Beteiligten. Die WIdO-Analysen machen deutlich, dass es dringend notwendig ist, das Pflegebudget weiterzuentwickeln und Pflegediagnosen sowie die entsprechenden Leistungen gesetzlich zu verankern. Und so bleibt zu hoffen, dass Bremen und andere Bundesländer in naher Zukunft die Weichen richtig stellen, um das volle Potenzial der ambulanten Versorgung auszuschöpfen.