Die Schwimmhalle in Blumenthal – ein Thema, das die Gemüter erhitzt und die Herzen der Anwohner bewegt. Ein jüngstes Treffen zwischen der Sportsenatorin Eva Högl und dem Bundestagsabgeordneten Uwe Schmidt zeigt, wie sehr der Knoten noch nicht geplatzt ist. Immerhin geht es hier um ein Projekt, das seit Jahren in der Warteschleife feststeckt und nun droht, in der Versenkung zu verschwinden.
Bei dem Treffen, das am Donnerstag stattfand, waren auch Christian Gerken und Christian Zeyfang anwesend. Die Sorgen sind groß: Uwe Schmidt warnt, dass die zugesagten Bundesfördermittel von 15 Millionen Euro verloren gehen könnten, falls sie nicht rechtzeitig abgerufen werden. Eine Frist bis Jahresende wurde gefordert. Die Ehrenamtlichen um Gerken zeigen sich frustriert und drohen mit einem Ausstieg, wenn bis dahin keine Lösung gefunden wird.
Ein Projekt voller Hindernisse
Die Geschichte des Schwimmbads ist eine, die von Widrigkeiten geprägt ist. Ursprünglich war ein Umbau der Fliegerhalle auf dem Gelände der früheren Wollkämmerei in Bremen-Nord geplant. Doch ein Feuer im Jahr 2024 brachte alles ins Wanken und gefährdete das gesamte Vorhaben. In der Folge stockte der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages die Fördermittel um fünf Millionen Euro auf. Eine Entscheidung, die zwar Hoffnung gibt, aber dennoch nicht die Unsicherheiten beseitigt.
Christian Gerken und sein Team haben in den letzten sechs Jahren unermüdlich daran gearbeitet, das Projekt voranzubringen. Die Frustration über die Entwicklung ist spürbar, besonders da es Gerüchte gibt, dass die Bremer Bädergesellschaft möglicherweise die Verantwortung übernehmen könnte. Ihr Vorschlag, eine kleinere Lösung mit sechs 25-Meter-Bahnen statt der gewünschten Wettkampfstätte mit acht 50-Meter-Bahnen zu realisieren, steht im Raum. Ein deutlicher Rückschritt, der den engagierten Vereinschef Gerken nicht erfreut.
Die Zukunft des Schwimmbads
Eva Högl zeigt sich aber optimistisch und interessiert daran, dass die Fördermittel nicht ungenutzt bleiben. Sie möchte prüfen, was unternommen werden muss, um den Baustart zu realisieren. Die große Frage bleibt: Was passiert, wenn bis Jahresende keine Klarheit herrscht? Schmidt erwartet, dass bis dahin feststeht, wie es weitergeht. Das könnte für viele Schwimmbegeisterte in Blumenthal entscheidend sein.
Der Verein „Schwimmbad Blumenthal“ plant das Projekt weiter und schätzt, dass noch zwischen zwei und vier Millionen Euro fehlen werden, um die Idee Wirklichkeit werden zu lassen. Gerken hofft auf Sponsoren, um die fehlenden Mittel aufzutreiben. Schließlich soll das Schwimmbad nicht nur für den Wettkampfsport genutzt werden, sondern auch für Schulen und Vereine zur Verfügung stehen. Geplant sind eine Vielzahl von Einrichtungen, darunter acht 50-Meter-Bahnen, ein Nicht-Schwimmerbereich und sogar ein Fitnessstudio.
Ein Blick über den Tellerrand
Hier kommt auch ein größerer Kontext ins Spiel, denn der Bund stellt insgesamt 250 Millionen Euro für die Sanierung kommunaler Schwimmbäder bereit. Diese Mittel sind im Wirtschaftsplan des ‚Sondervermögens Infrastruktur und Klimaneutralität‘ verankert. Verena Hubertz, die Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, hebt hervor, wie wichtig Schwimmbäder für die Gemeinschaft sind. Dabei liegt der Fokus nicht nur auf der Sanierung, sondern auch auf klimaneutralen Lösungen und der Nutzung erneuerbarer Energien.
Bis zum 19. Juni 2026 können Städte und Gemeinden ihre Projektskizzen einreichen, was für Blumenthal eine weitere Chance darstellen könnte, die dringend benötigten Gelder zu sichern. Doch die Zeit drängt und die Unsicherheit bleibt. Der Traum vom Schwimmbad wird weiterhin von der Frage begleitet, ob es den Verantwortlichen gelingt, die bürokratischen Hürden zu überwinden und die Pläne endlich in die Tat umzusetzen.
