Wetterflüsterer aus Bremen: Volker Afflerbach und sein unermüdlicher Kampf gegen den Klimawandel
Heute ist der 7.07.2026, und in Blumenthal gibt es einen ganz besonderen Menschen, den man einfach nicht ignorieren kann: Volker Afflerbach. Er ist ein leidenschaftlicher Hobbymeteorologe aus Vegesack, der mit seinem professionellen Equipment auf dem Balkon Wetterdaten misst. Dabei hat er sich nicht nur einen Namen gemacht, sondern leistet auch einen wertvollen Beitrag, indem er seine Daten an den Deutschen Wetterdienst liefert und Hitzerekorde dokumentiert. Sein Interesse für das Wetter hat eine spannende Geschichte – es begann alles nach dem verheerenden Orkan „Quimburga“ im November 1972, als ein Baugerüst sein Kinderzimmer traf. Der Orkan forderte damals sechs Menschenleben in Bremen und hinterließ große Schäden. Man könnte sagen, das Wetter hat ihn auf eine Art und Weise geprägt, die man nicht mehr los wird.
Afflerbach, der für seine Expertise weit über die Grenzen Bremens hinaus konsultiert wird, hat während seines Wehrdienstes eine Grundausbildung im Wetterdienst absolviert. Mit einer Investition von etwa 7000 Euro in seine Wetterstation hat er vor sechs Jahren eine hochmoderne Ausstattung aufgebaut. Und wie sehr sich diese Investition gelohnt hat, zeigt sich besonders eindrucksvoll: Im Juni 2023 wurden in Bremen Temperaturen von bis zu 40 °C gemessen – ein neuer Hitzerekord, den Afflerbach stolz dokumentiert hat.
Klimawandel und seine Folgen
Sein Blick auf den Klimawandel ist ernst und besorgt. Afflerbach ist überzeugt, dass Deutschland sich unzureichend auf Wetterkrisen vorbereitet. Die ungleiche Kommunikation und Ausstattung im Umgang mit Wetterphänomenen bringt ihn in Rage. „Bundesweite Regelungen für Katastrophenszenarien müssen her!“, fordert er vehement. Die unterschiedlichen Regelungen auf Länderebene führen nur zu Verwirrung und machen es den Menschen schwer, sich auf Extremereignisse einzustellen. Trotz all dieser Sorgen findet er immer wieder Freude an seinem Hobby. Wenn er sich mit anderen Wetterenthusiasten austauscht, blüht er auf und genießt die schönen Momente, die das Wetter auch zu bieten hat. Diese Leidenschaft ist ansteckend.
Sein Engagement steht im Kontext einer breiten Diskussion über die Auswirkungen des Klimawandels in Deutschland. In Hamburg findet vom 24. bis 26. September 2025 der Extremwetterkongress statt, der bereits zum 15. Mal ausgerichtet wird. Hier treffen sich Wissenschaftler und die Öffentlichkeit, um über die Folgen des Klimawandels zu diskutieren. Ein neues Faktenpapier, das vom Deutschen Wetterdienst und dem Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie erstellt wurde, wird vorgestellt. Es zeigt, dass Deutschland sich seit 1881 um 2,5 °C erwärmt hat – doppelt so stark wie der globale Durchschnitt. Alle Jahrzehnte seit den 1970er Jahren waren wärmer als die vorherigen, und die letzten Jahre gehören zu den wärmsten, die wir je erlebt haben.
Die Realität der Wetterextreme
Die Zunahme von Hitzewellen ist alarmierend, während strenge Fröste immer seltener werden. Sommertage über 25 °C haben sich seit den 1950er Jahren verdoppelt, heiße Tage über 30 °C sogar vervierfacht. Hitze hat die höchste Todesrate unter Extremereignissen, und in Städten wird es nachts oft nicht kühl genug, was den Wärmeinseleffekt verstärkt. Der Niederschlag entwickelt sich komplex und regional sehr unterschiedlich. So war der Zeitraum 2023/24 der nasseste seit Beginn der Messungen, gefolgt von extremer Trockenheit von Februar bis Mai 2025. Das bringt nicht nur die Landwirtschaft in Bedrängnis, sondern erhöht auch die Gefahr von Waldbränden.
Der Meeresspiegel steigt, und in Cuxhaven hat er seit 1900 um mehr als 25 cm zugenommen. Marine Hitzewellen treten immer häufiger auf – der Sommer 2025 brachte neue Rekorde, und die längste marine Hitzewelle in der Ostsee dauerte 55 Tage. Was bedeutet das für uns? Dass wir dringend Anpassungsmaßnahmen in allen Bereichen brauchen, um den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen. Die Realität ist, dass die Klimaveränderungen auch vor Bremen nicht haltmachen. Es liegt an uns, diese Herausforderung anzugehen und uns auf die kommenden Jahre vorzubereiten.
