In Burglesum tut sich einiges: Das neu gegründete Jugendforum, bestehend aus neun engagierten Jugendlichen, bringt frischen Wind in die politische Beteiligung vor Ort. Es ersetzt den bisherigen Jugendbeirat und ermöglicht es den jungen Menschen, sich aktiv und niedrigschwellig an der Gestaltung ihres Umfelds zu beteiligen. Unterstützt von Ortsamtsleiter Florian Boehlke und Simo Wörmann treffen sich die Mitglieder alle vierzehn Tage im Jugendzentrum Burglesum, um Ideen zu entwickeln und Projekte zu planen.
In der letzten Sitzung am Montag wurden bereits spannende Anträge genehmigt – darunter ein Ausflug in den Tierpark, eine Projektwoche sowie ein Kochprojekt. Die Diskussionen waren geprägt von Respekt und einem konstruktiven Miteinander. So wurden beispielsweise 600 Euro für einen Ausflug des Elternvereins zur psychomotorischen Entwicklungsförderung genehmigt, während 1.800 Euro für eine Projektwoche des Schulvereins „Wilder Elch“ bereitgestellt wurden, die Vielfalt und Toleranz fördern soll. Ein weiterer Antrag, der sich auf die Küchenausstattung der DLRG Bremen-Nord bezog, wurde jedoch vertagt, um den Bedarf vor Ort genauer zu klären.
Vielfältige Projekte in Planung
Das Jugendforum hat ein jährliches Budget von knapp 15.000 Euro zur Verfügung, welches die Basis für eine Vielzahl von geplanten Projekten bildet. Geplant sind unter anderem ein Flohmarkt für Jugendliche, die Sicherung unübersichtlicher Stellen an Fahrradwegen, ein Erste-Hilfe-Kurs sowie die Eröffnung eines Lerncafés. Letzteres soll ein Ort sein, an dem sich Jugendliche, insbesondere aus schwierigen Verhältnissen, treffen und lernen können. Hier wird nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch Gemeinschaft gefördert.
Ein besonders engagiertes Mitglied des Forums ist die 14-jährige Clara Schreiber, die zusammen mit ihrem 15-jährigen Kollegen Lennart Rosendahl aktiv an der Gestaltung der Jugendprojekte mitwirkt. Es ist bemerkenswert, dass das Jugendforum eine andere Rechtsform als der Jugendbeirat hat, wodurch jederzeit weitere interessierte Jugendliche beitreten können. Dies fördert eine dynamische und inklusive Beteiligung.
Politische Beteiligung junger Menschen
Die Entwicklung derartiger Jugendforen ist nicht nur ein lokales Phänomen, sondern wird auch auf bundespolitischer Ebene unterstützt. Das Bundesjugendministerium setzt sich aktiv für die politische Beteiligung junger Menschen ein und hat das Ziel, das Miteinander der Generationen sowie den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Demokratie zu stärken. Die Ergebnisse aus verschiedenen Jugendbeteiligungsformaten zeigen, dass junge Menschen gleichwertig wie Erwachsene in Entscheidungsprozesse einbezogen werden möchten. Um dies zu fördern, wird eine digitale Beteiligungsplattform entwickelt, die im zweiten Quartal 2026 zur Verfügung stehen soll.
Die Initiative des Jugendforums in Burglesum ist somit Teil eines größeren Trends, der die Stimme der Jugend in Deutschland stärken möchte. Durch Projekte wie die geplanten JugendPolitikTage 2025 und die BundesJugendKonferenz 2024 wird der Dialog zwischen jungen Menschen und der Politik gefördert und es entstehen neue Möglichkeiten für eine aktive und konstruktive Mitgestaltung der eigenen Zukunft.