Die Sommerhitze in Bremen hat in den letzten Jahren immer wieder für Aufregung gesorgt. Ende Juni 2023 wurden beeindruckende 37,3 Grad gemessen – ein neuer Rekord für diesen Monat! In einer Stadt, in der die altehrwürdigen Häuser oft nicht auf die Herausforderungen der modernen Klimaveränderungen ausgelegt sind, stellt sich die Frage: Wie gehen wir mit der Hitze um, besonders in Pflegeeinrichtungen? Das Thema Hitzeschutz für vulnerablere Gruppen, insbesondere Senior:innen, rückt mehr denn je in den Fokus.

Die neue Bauordnung für Pflegeeinrichtungen in Bremen wird zwar als Fortschritt gefeiert, doch sie bleibt hinter den Erwartungen zurück. Kritiker, wie Reinhard Leopold von der Bremer Selbsthilfeinitiative „Heim-Mitwirkung“, bemängeln die unkonkreten Planungen. Der bremer Hitzeaktionsplan, der seit 2024 in Kraft ist, zeigt zwar auf, dass Senior:innen ab 65 und Hochaltrige ab 80 besonders hitzeanfällig sind, doch konkrete Maßnahmen zur Senkung der Innentemperaturen fehlen. Es gibt zwar allgemeine Hinweise zur Erstellung von Hitzeschutzplänen, doch die Empfehlungen der WHO, die spezifische bauliche Vorgaben fordern, werden nicht umgesetzt.

Fehlende Maßnahmen und Herausforderungen

Die Bremer Bauordnung verlangt ein „den Nutzerinnen- und Nutzerbedürfnissen entsprechendes Raumklima“, ohne jedoch konkrete Temperaturvorgaben zu machen. Damit bleibt unklar, wie Pflegeheime mit den hohen Temperaturen umgehen sollen. Die DIN 4108-2, die Dämmwerte für Neubauten regelt, findet bei Bestandsgebäuden keine Anwendung. Das bedeutet, dass viele Pflegeeinrichtungen schlichtweg nicht die nötigen baulichen Veränderungen vornehmen können, um ihre Bewohner:innen vor der drückenden Hitze zu schützen.

Auf Vorschläge wie Außenjalousien oder Klimaanlagen wird zwar verwiesen, doch ohne Finanzierung bleiben sie oft ein frommer Wunsch. Die BPA fordert daher, dass die öffentliche Hand die Investitionskosten für diese Hitzeschutzmaßnahmen übernimmt. Gemeinnützige Anbieter unterstützen diesen Ansatz, aber eine Einigung zur Kostenübernahme steht noch aus. Die baulichen Maßnahmen werden in der neuen Verordnung lediglich empfohlen und nicht verbindlich vorgeschrieben. Hier ist Handlungsbedarf angesagt!

Tipps für den Pflegealltag

Die Vorbereitung auf Hitzewellen ist nicht nur für die Pflegeeinrichtungen wichtig, sondern auch für die Pflegekräfte selbst. Schließlich reagieren Pflegebedürftige besonders empfindlich auf hohe Temperaturen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) und dessen Newsletter „Hitzewarnungen“ können dabei helfen, aktuelle Informationen zu erhalten. Und wenn die Hitze dann da ist, können einfache Maßnahmen wie das Abschalten unnötiger Geräte oder das Lüften in den frühen Morgenstunden schon eine große Erleichterung bringen.

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Besonders wichtig ist auch, dass die Pflegekräfte ihre eigenen Körpersignale wahrnehmen – luftige Kleidung und regelmäßige Pausen sind ein Muss! Ausreichende Flüssigkeitszufuhr, etwa alle ein bis zwei Stunden ein Glas Wasser, sollte selbstverständlich sein. Das gilt auch für die zu pflegenden Personen, die oft nicht von selbst daran denken. Vielleicht ein Stück saftige Wassermelone oder eine frische Gurke? Das ist nicht nur lecker, sondern hilft auch, die Wärme zu überstehen.

Aktuelle Entwicklungen und langfristige Strategien

Ein Blick über die Grenzen Bremens zeigt: Das Aktionsbündnis Hitzeschutz Berlin hat 2022 ins Leben gerufen, um für Hitzeschutz aktiv zu werden und Musterhitzeschutzpläne zu entwickeln. Studien, wie die von Becker et al. (2019), diskutieren Präventionsstrategien für gesundheitliche Risiken älterer Menschen bei extremer Hitze. Sie zeigen, dass hitzebedingte Gesundheitsrisiken besonders bei älteren Menschen zunehmen, was durch den demografischen Wandel in Deutschland noch verstärkt wird. Der Gesundheitsreport der DAK-Gesundheit 2024 wird voraussichtlich weitere Einsichten zu den Auswirkungen von Hitze auf Arbeitsunfähigkeiten liefern.

Solche Entwicklungen sind wichtig, um die bereits bestehenden Herausforderungen in der Pflege anzugehen. Es ist dringend notwendig, dass wir nicht nur über Hitzeschutz reden, sondern auch Taten folgen lassen. Denn die Hitze kommt, und wir müssen bereit sein, um das Wohlbefinden unserer älteren Mitbürger:innen zu garantieren.