Heute ist der 30.05.2026 und während wir in Bremen gemütlich in den Tag starten, gibt es eine wichtige Nachricht, die uns alle betrifft: Der heimische Igel steht seit 2024 auf der internationalen Roten Liste für bedrohte Wildtierarten. Das ist ein echter Weckruf! In unserer Stadt engagiert sich das Netzwerk Igelfreunde seit über zehn Jahren für den Schutz dieser stacheligen Gesellen. Wenn man bedenkt, wie viele von uns in unseren Gärten Igel beobachten können – scheu und nachtaktiv – wird deutlich, wie wichtig es ist, ihren Lebensraum zu bewahren.
Die Bremer Mitglieder Wolfgang Ahrens und Iris Pigeot sind wahre Helden in dieser Mission. Jährlich päppeln sie verletzte und unterernährte Igel auf und wildern sie nach der Genesung wieder aus. Ihr eigenes Gästezimmer haben sie kurzerhand in ein Igel-Krankenzimmer umfunktioniert! Das ist schon verrückt, oder? Sie kümmern sich um die kleinen Stachelritter, füttern sie mit speziellen Nahrungen, wie Soldatenfliegenlarven und Drohnenmilch. Und nach dem Winterschlaf werden die Igel in einer eigens dafür eingerichteten Auswilderungsstation in ihrem Garten untersucht und wieder in die Freiheit entlassen.
Die Herausforderungen für Igel
Die Bedrohung für unsere Igel ist nicht von der Hand zu weisen. Veränderungen in der Natur und in den Gärten, verursacht durch Menschen, haben zu einem Rückgang der Igelpopulation geführt. Sie benötigen strukturreiche Lebensräume und eine Vielzahl an Insekten – und genau die nehmen immer mehr ab. Besonders in Siedlungsgebieten sind Mähroboter und Kantenschneider eine Gefahr. Geschwächte Igel, die etwa im Winter unterkühlt sind, sind anfällig für Parasiten und Krankheiten. Das Netzwerk Igelfreunde bietet daher eine Erstaufnahme durch fachkundige Mitglieder für verletzte oder unterernährte Igel an. In der Hochsaison erhalten sie täglich bis zu 50 Anrufe! Und das alles geschieht ehrenamtlich. Die Tierarztkosten sind oft nicht durch Spenden abgedeckt, was die Situation nicht einfacher macht.
Das Problem ist aber nicht nur lokal. Im Oktober 2024 hat die IUCN den Westeuropäischen Igel als „potenziell gefährdet“ in die Rote Liste aufgenommen. Das zeigt, dass wir nicht nur hier in Bremen, sondern auch in ganz Deutschland einen ernsthaften Handlungsbedarf haben. Umweltverbände, darunter NABU und das Leibniz-Institut, rufen sogar zu einer bundesweiten Zählaktion auf, um verlässliche Daten über die Bestände von Igeln und Maulwürfen zu sammeln. Vom 19. bis 29. September können Bürger Sichtungen melden, was eine tolle Möglichkeit ist, aktiv zu werden!
Wie wir helfen können
Jeder von uns kann etwas tun, um den Igeln zu helfen. Gartenbesitzer können ihre Gärten igelfreundlicher gestalten, indem sie eine „wilde Ecke“ schaffen, auf Pestizide verzichten und Igeltore in Zäune einbauen. Auch das Aufstellen von Sträuchern und Totholz kann den kleinen Tierchen helfen, gute Versteckmöglichkeiten zu finden. Igel suchen oft Zuflucht in Gärten, wo sie Nahrung finden können. Ihr natürlicher Lebensraum hat sich jedoch stark verändert, und da kommt es auf uns an, etwas zurückzugeben.
Die Verantwortung zum Schutz heimischer Arten liegt nicht nur bei den engagierten Ehrenamtlichen, sondern auch bei der Politik. Ahrens betont, dass der Bremer Senat den Aufbau einer Wildtierstation abgelehnt hat, trotz Unterstützung durch den Tierschutzverein und die Fraktionen von CDU und FDP. Das ist schon ein bisschen frustrierend, oder? Schließlich geht es um unsere heimischen Arten!
Es bleibt zu hoffen, dass wir gemeinsam etwas bewegen können. Weitere Informationen und Spendenmöglichkeiten sind auf der Website des Netzwerks Igelfreunde zu finden. Wenn wir alle ein kleines bisschen unseren Teil dazu beitragen, können wir vielleicht dafür sorgen, dass die Igel auch in Zukunft in unseren Gärten umherstreifen – und das wäre doch einfach nur schön.
