Kuddelmuddel der Geschichten: Plattdeutscher Erzählwettbewerb begeistert mit neuen Talenten und Emotionen
Der plattdeutsche Erzählwettbewerb „Vertell doch mal“ hat wieder einmal seine Pforten geöffnet und die kreative Energie Norddeutschlands freigesetzt. Am Sonntag, dem 14. Juni 2026, fand im Hamburger Ohnsorg-Theater die 38. Siegerehrung statt, und das Motto „Kuddelmuddel“ könnte passender nicht sein. Chaos, Wirrwarr und ein bisschen Durcheinander – genau das, was die Geschichten ausmachten und die Herzen des Publikums eroberten.
Über 500 Geschichten wurden eingereicht – eine beeindruckende Zahl! Moderiert von Ilka Brüggemann und Yared Dibaba, die beide mit viel Charme und Witz durch die Veranstaltung führten, wurde es ein Vormittag voller Emotionen, Überraschungen und spannender Einblicke in das plattdeutsche Erzähltalent. Annie Heger, die neue Botschafterin des Wettbewerbs, schenkte dem Ganzen eine besondere Note. Ihre Verbindung zur plattdeutschen Kultur ist stark und sie bringt frischen Wind in die Szene.
Die Preisträger im Rampenlicht
Die Gewinner der diesjährigen Auszeichnung konnten unterschiedlicher nicht sein. Rainer Martens aus Garding holte sich den ersten Platz mit seiner Geschichte „WG-Waschdag“, die soziale Spannungen und Generationenkonflikte thematisiert. Vorgetragen von Rabea Lübbe, wurde nicht nur das Preisgeld von 1.500 Euro vergeben, sondern auch der Publikumspreis – ein doppelter Grund zur Freude!
Auf den zweiten Platz kam Alina Jacobs aus Flensburg mit „Wat will ik egentlich?“. Ihre Thematik über die innere Leere in einer automatisierten Welt ließ nicht nur die Zuhörer innehalten, sondern auch ihre Großeltern, die den Preis im Flugzeug für die Preisträgerin entgegennahmen. Dritte wurde Andrea Henkelmann aus Großefehn mit ihrer bezaubernden Geschichte „Berni“, die das Thema elterlicher Vernachlässigung aus der Sicht eines Kindes beleuchtet. Vorgetragen von der Botschafterin selbst, Annie Heger, war es ein emotionaler Moment für alle.
Ein neues Kapitel für junge Talente
Die Veranstaltung brachte auch einen neuen Jugendpreis mit sich – den „Ünner-18-Pries“. Hier konnten junge Talente unter 18 Jahren ihre kreativen Ideen einbringen. Dies ist ein Schritt in die richtige Richtung, denn die Veranstalter NDR, Radio Bremen und das Ohnsorg-Theater möchten gezielt mehr junge Menschen für plattdeutsche Erzählungen begeistern. Das Preisgeld von 1.000 Euro wird wie ein Lichtblick für zukünftige Generationen strahlen, die sich mit ihrer Sprache und Kultur auseinandersetzen.
Die Preisverleihung zeigt, dass kreative Ausdrucksformen wie Videos, Podcasts, Comics und sogar Theaterstücke willkommen sind. Der Einsendeschluss am 1. März 2026 klingt noch weit weg, aber die Vorfreude auf die nächsten Geschichten wächst bereits. Das Motto „Kuddelmuddel“ bietet so viele Möglichkeiten, die eigenen Erlebnisse zu teilen – sei es das Chaos im Alltag oder die Pannen, die jeder von uns kennt.
Die Rolle des Plattdeutschen in der Kultur
Plattdeutsch ist mehr als nur eine Sprache; es ist ein Teil der Identität und Kultur Norddeutschlands. Trotz der Bedrohungen durch Globalisierung und die Vorherrschaft des Hochdeutschen gibt es eine Revival-Bewegung, die sich für die Wiederbelebung dieser schönen Sprache stark macht. Veranstaltungen, Workshops und Sprachkurse sprießen wie Pilze aus dem Boden. Yared Dibaba, selbst ein engagierter Botschafter der plattdeutschen Kultur, nutzt auch soziale Medien, um die Sprache und ihre Bedeutung zu fördern. Menschen zusammenzubringen, die sich für ihre Wurzeln interessieren, ist das Ziel.
Der plattdeutsche Erzählwettbewerb ist nicht nur eine Plattform für Geschichten, sondern auch ein Zeichen für den Fortbestand und die Weiterentwicklung der plattdeutschen Kultur. Mit einem vielfältigen Publikum und einer bunten Mischung aus Talenten wird die Zukunft der plattdeutschen Sprache weiterhin lebendig und voller Überraschungen sein. Die nächste Preisverleihung verspricht, ebenso spannend zu werden!
