Heute ist der 3.05.2026 und wir schauen in Bremen-Nord vorbei, wo sich drei außergewöhnliche Menschen in einer nicht ganz alltäglichen Rolle engagieren. Maria auf der Heide, Christine Kretschmer und Gilbert Hauptstock – die ehrenamtlichen Beerdigungsleiter – haben sich einer Aufgabe verschrieben, die viele als schwer und bedrückend empfinden würden. Doch bei ihnen ist es anders: Trotz der ständigen Konfrontation mit Trauer und Verlust haben sie ihren Humor nicht verloren und finden immer wieder Lichtblicke in der Dunkelheit. Wie machen sie das bloß?
Die drei, alle zwischen 70 und 80 Jahre alt, bewegen sich häufig zwischen Kirchen, Kapellen, Trauerhallen und Friedhöfen. Ein Alltag, der für viele unvorstellbar ist. Ihre Geschichten sind berührend, ihre Erlebnisse oft geprägt von bewegenden Momenten und wertschätzenden Rückmeldungen von Angehörigen. So erinnert sich Maria auf der Heide noch gut an ihre erste Beerdigung, bei der sie viel Lob erhielt. Sie hat sogar eine „Warteliste“ von Menschen, die sie beerdigen möchte – eine Art Vertrauensbeweis, der unter die Haut geht. Christine Kretschmer hingegen nimmt immer eine Rose mit, als Erinnerung an eine verstorbene Rosenliebhaberin. Die kleinen Gesten tragen dazu bei, das Unaussprechliche ein Stück weit zu erträglicher zu machen.
Einblicke in die Ausbildung
Alle drei Beerdigungsleiter wurden 2020 nach ihrer Ausbildung mit einer bischöflichen Berufungsurkunde, Segnung und einem Aussendungsgottesdienst in ihre Rollen berufen. Im Bistum Hildesheim gibt es insgesamt rund 200 Beerdigungsleiter, und der nächste Ausbildungslehrgang startet im Juni. Anmeldungen sind bis Pfingsten möglich – ein guter Zeitpunkt für all jene, die sich in dieser besonderen Aufgabe versuchen möchten! Ute Zeilmann wird den nächsten Lehrgang leiten und sicherlich viele Interessierte anziehen.
Maria hat zuvor viele Jahre in der ambulanten Hospizarbeit gearbeitet und fühlte sich im eigenen Glauben stabil, hatte aber anfangs Bedenken wegen der Computerarbeit. Doch Pfarrer Holger Baumgard ermutigte sie, und so begann sie, ihre Predigten auf dem Handy zu schreiben. Gilbert Hauptstock nutzt schwarze Ringbuchmappen mit dem Jerusalemer Kreuz, um Kraft zu schöpfen – ein Symbol, das ihm Halt gibt. Kretschmer und Hauptstock haben seit ihrer Ausbildung jeweils über 50 Beerdigungen geleitet, während Maria auf der Heide etwa 20 Beerdigungen hinter sich hat. Sie alle nutzen ihr Fachwissen aus dem Lehrgang für Trauergespräche und Seelsorge, was ihre Arbeit umso wertvoller macht.
Der Umgang mit Trauer und Verlust
Es ist bemerkenswert, wie sie mit der Trauer umgehen, die sie täglich begleiten. Humor ist ein wichtiges Element in ihrem Leben – der hilft, die Schwere des Themas aufzulockern. Das Lachen in der Trauer, das ist es, was sie vielleicht von anderen unterscheidet. Es gibt nichts, was nicht auch ein wenig Licht bräuchte. Gilbert sagt, dass er bei jeder Beerdigung, die er leitet, auch etwas von dem Verstorbenen mitnimmt. So wird jeder Abschied zu einem Teil seiner eigenen Geschichte.
Diese ehrenamtliche Tätigkeit ist eine Herausforderung, ja, aber auch eine Bereicherung. Sie geben den Menschen in Bremen-Nord nicht nur die Möglichkeit, Abschied zu nehmen, sondern tragen auch dazu bei, dass die Erinnerung an die Verstorbenen in den Herzen der Lebenden weiterlebt. Die Geschichten, die sie erzählen, sind nicht nur von Trauer geprägt, sondern auch von Liebe, Dankbarkeit und einem tiefen Verständnis für die menschliche Existenz.