Rauschbrillen-Parcours: Ein Erlebnis, das zum Nachdenken anregt
Auf dem Sedanplatz in Bremen-Vegesack wird es demnächst spannend! Hier findet ein ganz besonderer Rauschbrillen-Parcours statt, der Teil einer Aktionswoche der Bremischen Landesstelle für Suchtfragen ist. Die Veranstaltung zielt darauf ab, die Sinne der Teilnehmer herauszufordern und ihr Konsumverhalten zu hinterfragen. Was genau das bedeutet? Nun, mit einer Rauschbrille, die den Effekt von 0,8 Promille simuliert, wird das Balancieren und Steuern zu einer echten Herausforderung. Ein Erlebnis, das zum Nachdenken anregen soll!
Ein ganz besonderes Gesicht des Events ist René Kalcu, ein Bewohner des Hauses Blumenthal. Er hat seinen eigenen Weg aus der Alkoholsucht gefunden und erzählt eindrucksvoll von seiner Reise. Nach 18 Monaten ohne Alkohol, einem Weg geprägt von Rückschlägen und dem Konsum von bis zu drei Flaschen Ouzo und Bier täglich, hat er es geschafft. Stress im Beruf als Bäcker und eine suchtbedingte Kündigung trugen dazu bei, dass er in die Abhängigkeit rutschte. Doch dank einer Therapie konnte er nicht nur vom Alkohol loskommen, sondern auch sein Selbstvertrauen zurückgewinnen.
Aufklärung und Reflexion
Die Veranstaltung wird von verschiedenen Institutionen unterstützt, darunter die Awo, das psychiatrische Behandlungszentrum Bremen-Nord und die Therapiehilfe. Silke Rösing, Mitarbeiterin in der Bewährungshilfe, unterstreicht die Gefahren des Alkohols. Etwa 80 % ihrer Klienten kämpfen mit einem Suchtproblem. Es ist wichtig, die Menschen über die Risiken aufzuklären und sie zur Reflexion über ihr eigenes Konsumverhalten zu bewegen. Anna Mölenkamp vom Behandlungszentrum möchte genau dies erreichen: Menschen dazu anregen, über ihren Umgang mit Alkohol nachzudenken und eventuelle Stigmata zu brechen.
Der Rauschbrillen-Parcours ist nicht nur ein Spaß-Event, sondern auch eine ernsthafte Gelegenheit, sich mit dem Thema Sucht auseinanderzusetzen. An einem Informationsstand stehen Berichte von ehemaligen Suchtkranken bereit, die ihre Erfahrungen teilen. In einer Stadt wie Bremen-Nord, wo die Nachfrage nach Hilfe schwankt und viele Alkoholiker noch nicht in Behandlung sind, ist dies eine wichtige Initiative.
Ein Blick über den Tellerrand
Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) ist ebenfalls aktiv im Bereich Suchtprävention. Sie verfolgt sowohl verhaltens- als auch verhältnisbezogene Ansätze. Mit Informationsmaterialien über die gesundheitlichen Risiken des Substanzmittelkonsums und süchtigen Verhaltens bietet die DHS Hilfestellungen und zeigt Wege in das professionelle Hilfesystem auf. Hier wird klar: Es braucht ein starkes Netzwerk und engagierte Menschen, um das Bewusstsein für Suchtprobleme zu schärfen und den Betroffenen zu helfen.
Ein Leben ohne Abhängigkeiten und Missbrauch suchterzeugender Substanzen – dafür setzen sich die verschiedenen Organisationen und Verbände ein. Die Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und anderen wichtigen Institutionen ist ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. Wenn mehr Menschen über die Risiken informiert werden und die Möglichkeit zur Reflexion erhalten, kann sich vielleicht etwas ändern. Der Rauschbrillen-Parcours ist dabei ein spannender Anfang!
