Ein Tag der Liebe und des Segens in Vegesack
In Vegesack, einem der charmanten Stadtteile Bremens, fand kürzlich ein ganz besonderer Aktionstag statt. Unter dem Titel „Einfach heiraten“ nahmen die Bremer Kirchen erstmals an diesem bundesweiten Event teil. In der Stadtkirche Vegesack, die an diesem heißen Tag – Temperaturen um die 40 Grad! – geöffnet war, sollten Paare die Möglichkeit bekommen, sich unkompliziert segnen zu lassen. Ein Vorhaben, das trotz der drückenden Hitze in der Luft einen Hauch von Romantik und Hoffnung versprach.
Wie das oft so ist, kam der Ansturm anfangs nur langsam ins Rollen. Nach über zwei Stunden des Wartens und der nervösen Blicke auf die Uhr fanden sich schließlich zwei langjährig verbundene Paare ein, die den Schritt wagten. Jutta Konowalczyk-Schlüter und Dieter Ehrig erneuerten ihre Segnung, die beiden sind seit sechs Jahren verheiratet und strahlten vor Freude. Ein weiteres Paar, die Walter, trat ebenfalls zum Segen vor – ein Moment, der für sie eine tiefere Bedeutung hatte. Marlies Walter betonte, wie wichtig der Gottes Segen und die Zugehörigkeit zur Kirche für sie sind.
Ein Tag voller Segen
Die Pastorinnen Elisabeth Hohmann und Jennifer Kauther, die diesen besonderen Tag organisiert hatten, können auf eine positive Resonanz aus anderen Landeskirchen zurückblicken. Dennoch ist der Wunsch da, dass die Aktion in Bremen bekannter wird. Denn der Aktionstag bietet nicht nur eine Segnung für Paare mit Trauschein – auch diejenigen ohne diesen offiziellen Stempel sind herzlich willkommen. Das alles geschah ohne Voranmeldung, was die Atmosphäre besonders entspannt machte. Vorbereitungen umfassten alles von Stühlen über Urkunden bis hin zu einer „Segenslotterie“ mit Bibelversen. Ein Konzept, das einfach zum Mitmachen einlud.
Die Stadtkirche war an diesem Nachmittag drei Stunden lang geöffnet, und während die ersten zwei Stunden eher ruhig verliefen – es kam sogar ein Paar, das nicht als Liebende, sondern als Freunde zur Segnung kam – spürte man allmählich einen Wandel. Die Pastorinnen waren optimistisch, dass trotz der anfänglichen Zurückhaltung in Zukunft mehr Paare den Mut finden werden, ihren Glauben und ihre Liebe öffentlich zu bekräftigen. Schließlich ist Segen in der christlichen Tradition etwas sehr Wertvolles. Er gilt als das Gute, das Gott einem Menschen schenkt. Menschen können Gott um Segen bitten und diesen auch anderen zusprechen. Ein schöner Gedanke, der in diesen hektischen Zeiten oft untergeht.
Die Kraft des Segens
Der Segen ist nicht nur ein Teil jedes Gottesdienstes, sondern auch ein bedeutendes Ritual in vielen Lebenslagen – sei es bei einer Taufe, Trauung oder Beerdigung. Dabei wird oft ein Kreuz mit dem Finger auf die Hand, Stirn oder Brust gezeichnet. Die Christinnen und Christen glauben fest daran, dass Gott ihr Leben stärkt und vor negativen Einflüssen bewahrt. Ein bekannter Segensspruch aus dem Alten Testament, „Der HERR segne dich und behüte dich…“ (Num 6,22), zeigt, wie tief verwurzelt dieser Brauch ist. Er ist ein Ausdruck der Verbundenheit, des Schutzes und der Hoffnung.
Die Pastorinnen Hohmann und Kauther haben bereits Pläne für eine Wiederholung des Aktionstags im nächsten Jahr, voraussichtlich am 27. Juli. Vielleicht wird es dann noch mehr Paare geben, die den Schritt wagen, ihre Liebe und ihren Glauben auf diese Weise zu feiern. Und wer weiß, vielleicht wird der nächste Aktionstag bei etwas milderen Temperaturen ein noch größeres Fest der Liebe und des Segens. Die Hoffnung bleibt, und die Segnungen sollen weiterfließen.
