Plattdeutsch erblüht: Schüler begeistern mit kreativem Engagement in Vegesack
Heute ist der 19.06.2026 und in Vegesack wird ein spannendes Kapitel plattdeutscher Kultur geschrieben. Das Gymnasium Vegesack hat beim Bremer Wettbewerb „Best op Platt“ triumphiert und die Plattdeutsch-AG wurde mit einem stolzen Preis von 2500 Euro ausgezeichnet. Wie schön ist es, wenn Kinder und Jugendliche sich mit ihrer Sprache auseinandersetzen! Die AG führt eine Vielzahl von Projekten durch, die das Erlernen des Plattdeutschen auf kreative Weise unterstützen.
Ein Highlight ist das selbst entworfene Bremer-Platt-Spiel, das ans Monopoly erinnert und den Spielern nicht nur Spaß, sondern auch Wissen über Bremen vermittelt. Schüler können beim Spielen „Dollars“ (ja, das sind zwei Cent-Münzen!) verdienen, indem sie Texte vorlesen. Ein weiterer bemerkenswerter Beitrag der AG ist die „Mootmaker-Girlande“, die mit plattdeutschen Sprüchen verziert wurde und beim Wettbewerb eingereicht wurde. Die Zusammenarbeit mit Senioren aus einem benachbarten Seniorenheim, wo gemeinsam gebastelt und gespielt wird, zeigt, wie wichtig intergenerationaler Austausch ist.
Plattdeutsch im Rampenlicht
Die AG hat zur Zeit etwa zehn Schüler der fünften und siebten Klasse, die mit viel Begeisterung an diesen Projekten teilnehmen. Es ist bemerkenswert, dass die AG auch die Integration von Kindern mit Migrationshintergrund fördert. Das Engagement der AG-Leiterin Elke Boggasch ist unermüdlich: Sie plant, das Bremer-Platt-Spiel weiterzuentwickeln und hochdeutsche Übersetzungen hinzuzufügen. So wird der Zugang zur plattdeutschen Sprache erleichtert.
Die Schüler der Plattdeutsch-AG wurden sogar zur Preisverleihung in die Bürgerschaft eingeladen! Das zeigt, wie wertvoll und anerkannt ihr Einsatz für die plattdeutsche Kultur ist. In Bremen gibt es nur eine plattdeutsche Schule in Schönebeck, im Gegensatz zu Schleswig-Holstein und Niedersachsen, wo es viele mehr gibt. Ein Grund mehr, diese Initiativen zu unterstützen.
Plattdeutsche Literatur und ihre Verbreitung
Und während wir hier über Plattdeutsch sprechen, gibt es noch mehr Neuigkeiten aus der literarischen Ecke. Marianne Ehlers hat die vierte Übersetzung von Theodor Storms Novelle „De Schimmelrieder“ auf Plattdeutsch veröffentlicht. Diese Geschichten tragen dazu bei, die plattdeutsche Literatur lebendig zu halten. Auch die neuesten Gewinner des plattdeutschen Schreibwettbewerbs 2026, Rainer Martens mit seiner Erzählung „WG-Waschdag“, zeigen, dass das Interesse an plattdeutscher Literatur wächst. Die Vielfalt ist groß, und es gibt zahlreiche Erzählungen, die darauf warten, entdeckt zu werden.
Außerdem ist das Institut für Niederdeutsche Sprache (INS) in Bremen ein wichtiger Akteur, wenn es darum geht, die plattdeutsche Sprache zu fördern. Es bewahrt 46.000 Medien zur plattdeutschen Sprache und ist ein Ort für Schüler der Klassen 5 bis 10, um Berufe mit plattdeutscher Sprache kennenzulernen. Ein tolles Angebot, um das Bewusstsein für die Sprache zu stärken!
Zusätzlich gibt es auch kreative Projekte wie die Entwicklung einer Wortuhr, die die Uhrzeit auf Plattdeutsch anzeigt. Und was wäre ein Jahr ohne einen plattdeutschen Kalender? Der „Wöör mit Wutteln“ hat 2023 eine Auflage von 4500 Stück erreicht und wurde sogar international verschickt. Die Begeisterung für die plattdeutsche Sprache ist also ungebrochen, und die Gemeinschaft ist aktiv wie nie zuvor.
Inmitten all dieser wunderbaren Entwicklungen bleibt die Frage, wie die plattdeutsche Sprache in den Familien weitergegeben wird. Heiko Block vom INS betont die Bedeutung dieser Weitergabe und mahnt, dass sie oft unterbrochen ist. Doch mit dem Engagement der AG und der Unterstützung durch Institutionen wie das INS könnte die plattdeutsche Sprache in Bremen eine blühende Zukunft bevorstehen. Das ist doch ein Grund zur Freude, oder?
