In Bremen und Bremerhaven tut sich was – und das nicht nur auf den Straßen, sondern auch in der Luft. Die Innenbehörde hat den Plan der Polizei unterstützt, 2026 mehr Feste mit Kameras zu überwachen. Wer jetzt denkt, das sei nur ein weiterer Schritt in die Überwachungsgesellschaft, der könnte sich täuschen. Denn hier geht es vor allem um die Sicherheit der Bürger. Vor dem Hintergrund einer wachsenden Gefährdungslage, insbesondere durch mögliche terroristische Anschläge, wird die Videoüberwachung als notwendiges Übel angesehen. Und das sind nicht nur leere Worte. Der Fachausschuss der Bremischen Bürgerschaft wird am Donnerstag über den entsprechenden Beschluss beraten.

Hier ist die Liste der Veranstaltungen, bei denen Kameras zum Einsatz kommen werden: Osterwiese, Breminale, Freimarkt, Weihnachtsmarkt und die Maritimen Tage in Bremerhaven. Aber damit nicht genug! Auch der Fest zum Tag der Deutschen Einheit, das Internationale Festival Maritim und der Vegesacker Markt werden in den Fokus der Kameras geraten. Man kann fast schon sagen, es wird ein wahres Überwachungsfestival – und das nicht nur zur Sicherheit, sondern auch um ein gewisses Gefühl von Ordnung zu schaffen.

Erste Erfahrungen mit Videoüberwachung

Die ersten Schritte in die Welt der Videoüberwachung wurden bereits 2022 in Gröpelingen unternommen. Dort überwacht die Polizei den Bürgermeister-Koschnick-Platz mit zwei Kameras. Und siehe da, die Straßenkriminalität in diesem Bereich sank um satte 36 Prozent – von 2,8 auf 1,8 Fälle pro Monat. Keine schweren Raubtaten oder Tötungsdelikte in diesem Zeitraum. Das klingt nach einem Erfolg, auch wenn die Innenbehörde darauf hinweist, dass man nicht alles der Videoüberwachung zuschreiben kann. Die Technik, die dort eingesetzt wird, ist allerdings alles andere als neu und könnte in Zukunft verbessert werden.

Dennoch wird die Videoüberwachung als eine wichtige Maßnahme für das subjektive Sicherheitsgefühl angesehen. In einer Zeit, wo man sich selten sicher fühlen kann, sind solche Maßnahmen vielleicht ein kleiner Lichtblick. Aber was passiert mit den Aufnahmen? Nur Bilder werden aufgezeichnet, kein Ton – das klingt schon mal besser. Und nach 72 Stunden verschwinden die Aufzeichnungen in der Versenkung, es sei denn, sie dienen der Verfolgung von Straftaten. Ein wenig Datenschutz, der hier gewahrt bleibt, ist ja nicht schlecht.

Sicherheitsbedenken und gesellschaftliche Diskussionen

Der Einsatz von Videokameras zur Personenüberwachung hat in Deutschland einen zwiespältigen Ruf. Auf der einen Seite wird es als effektives Mittel zur Verhinderung von Straftaten angesehen. Auf der anderen Seite stellt es einen Eingriff in das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung dar. Irgendwo zwischen diesen beiden Polen schwingt auch das Gefühl mit, dass man sich in seiner Freiheit eingeschränkt fühlt. Schließlich sind viele Gewalttaten oft impulsiv und nicht geplant. Das heißt, die Kameras sind zwar da, aber was können sie wirklich bewirken?

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Die Debatte um die Videoüberwachung ist so alt wie die Technik selbst. Während die einen auf mehr Sicherheit pochen, warnen die anderen vor einem „Chilling-Effekt“. Das Gefühl, beobachtet zu werden, könnte dazu führen, dass sich Menschen nicht mehr so frei bewegen oder verhalten, wie sie es möchten. Und so bleibt die Frage: Wie viel Überwachung braucht unsere Gesellschaft wirklich? Vielleicht kann die kommende Evaluierung der Videoüberwachung in Bremen ja ein wenig Licht ins Dunkel bringen.

Auf den Straßen Bremens wird in den kommenden Jahren also einiges passieren. Die Kameras werden aufstellen – und das nicht nur bei Großveranstaltungen. Ein Videoanhänger wird an Silvester eingesetzt, um Hotspots wie die Grohner Düne zu überwachen. Ein Grund zum Feiern oder ein Grund zur Sorge? Das bleibt abzuwarten.