Abriss und Neubau: Borgfelds Kleine Wümmebrücke vor der Wende
Die Kleine Wümmebrücke in Borgfeld ist auf dem besten Weg, ein wenig Geschichte zu schreiben. Nun, nicht die Art von Geschichte, die man im Geschichtsbuch findet – eher die, die mit einem kräftigen Abrisshammer und einem neuem Fundament beginnt. Die Brücke, die 1952 ihren Dienst aufnahm, hat mittlerweile die stolze Altersgrenze von über 70 Jahren überschritten. Doch ihr Zustand lässt zu wünschen übrig: Statische Defizite und Materialmängel machen einen Abriss und Neubau unumgänglich. Die Bremer Baubehörde hat bereits die Tragfähigkeit auf maximal 30 Tonnen beschränkt, was bedeutet, dass Schwerlastverkehr hier nicht mehr durchkommt. Das ist nicht nur ein Problem für Lastwagenfahrer, sondern auch für die besorgten Anwohner, die sich nun auf Umleitungen einstellen müssen.
Birgit Wellhausen von der CDU hat es bereits angedeutet: Die Unsicherheiten unter den Bürgern sind spürbar. Ein klarer Zeitplan für den Wiederaufbau fehlt bislang. Immerhin, die Behörde hat die notwendigen Schritte in die Wege geleitet. Ausschreibungen für Vermessungen und geotechnische Untersuchungen sind in Vorbereitung. Das klingt ja schon einmal nach Fortschritt! Dennoch bleibt die Frage, wie viele alte Eichen und Pappeln für den Bau gefällt werden müssen – eine Sorge für alle, die den Charme der Borgfelder Natur schätzen.
Ein Sicherheitsrisiko mit Geschichte
Eines ist sicher: Die Brücke ist nicht mehr das, was sie einmal war. Die Verwendung von anfälligem Spannstahl hat dazu geführt, dass die Brücke anfällig für Risse ist. Das Material kann ohne Vorankündigung brechen – ein Sicherheitsrisiko, das nicht ignoriert werden kann. Die Anwohner und Pendler in Borgfeld müssen sich also auf eine Sperrung der Brücke einstellen, was sicher nicht gerade die einfachste Zeit für sie wird. Ortsbürgermeister Karl-Heinz Bramsiepe äußert Bedenken wegen des Umleitungsverkehrs auf der Warfer Landstraße, und das ist nur verständlich. Wer kennt das nicht? Plötzlich wird die gewohnte Route zum Abenteuerpark voller Umleitungen und Staus.
Doch nicht nur für die lokale Bevölkerung ist dies eine Herausforderung. In Deutschland gibt es etwa 40.100 Brücken im Bundesfernstraßennetz, viele in einem ähnlichen Zustand wie die Kleine Wümmebrücke. Schätzungen zufolge müssen etwa 8.000 Autobahnbrücken instandgesetzt oder modernisiert werden. Das Bundesministerium hat bereits angekündigt, die Erhaltungsinvestitionen bis 2025 auf 5,0 Milliarden Euro zu erhöhen. Vielleicht bringt diese Entwicklung ja auch etwas Positives für Borgfeld?
Ein langer Weg zum Neubau
Der Ersatzneubau, der in Aussicht steht, gestaltet sich allerdings als komplex. In Deutschland ist der Bau eines Ersatzneubaus ohne bauliche Erweiterung oft von langwierigen Genehmigungsverfahren geprägt. Umweltschutz und Naturschutz spielen hierbei eine zentrale Rolle – nicht nur für die verantwortlichen Behörden, sondern auch für die Bürger, die ihre Umgebung lieben. Und während die Planer noch an den Details feilen, bleibt die Frage, wann genau die Brücke abgerissen und neu gebaut wird. Frühestens in dreieinhalb bis vier Jahren, sagen die Experten. Das klingt, als hätte man noch viel Zeit, aber die Ungewissheit nagt.
In der Zwischenzeit bleibt abzuwarten, wie die Behörden die Herausforderungen meistern werden. Der Traglastindex, der seit 2020 offiziell eingeführt wurde, soll dabei helfen, die Tragfähigkeit der Brücken zu bewerten und Prioritäten für die Erhaltungsmaßnahmen zu setzen. Doch ob dies in der Praxis auch so reibungslos abläuft, bleibt zu hoffen. Schließlich ist eine sichere Brücke nicht nur eine Frage der Statik, sondern auch der Lebensqualität für alle, die in Borgfeld leben.
