In Borgfeld wird es spannend! Die Bauarbeiten am Übergangswohnheim für Flüchtlinge an der Warfer Landstraße verzögern sich um 8 bis 10 Wochen aufgrund winterlicher Witterung. Bauleiter Harry Lorenz berichtet, dass die Arbeiten hinter dem ursprünglichen Zeitplan zurückliegen. Das neue Heim wird 35 Wohneinheiten für insgesamt 105 Personen bieten, darunter 31 barrierefreie und 4 rollstuhlgerechte Apartments. Mit drei Geschossen und einem zurückgesetzten Staffelgeschoss entsteht hier eine Nutzfläche von insgesamt 1920 Quadratmetern.
Die Fertigstellung des Gebäudes ist für Ende dieses Jahres geplant, und die Übergabe an den Mieter erfolgt umgehend danach. Das Übergangswohnheim wird Platz für alleinreisende Personen, Familien und Kinder bieten. Dabei ist das Haus nicht auf eine bestimmte Gruppe von Flüchtlingen spezialisiert. Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) ist als möglicher Träger im Gespräch und bestätigt, dass Gespräche mit der Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration zur Betreuung im Übergangswohnheim laufen. Details zur Personalplanung sind derzeit noch unklar, jedoch wird die Akquise von Mitarbeitenden vom ASB als unproblematisch eingeschätzt.
Integration in der Region
Die örtliche Gruppe der Grünen veranstaltet am 23. April um 18:30 Uhr eine Veranstaltung zur Integration von Geflüchteten in der Mensa Fleet, Daniel-Jacobs-Allee 1. Diese Initiative ist besonders wichtig, denn die Integration von Geflüchteten stellt eine komplexere Herausforderung dar als die reine Unterbringung. Eine aktuelle Umfrage der Universität Hildesheim zeigt, dass 72% der Kommunen die Unterbringung zwar als herausfordernd, aber machbar empfinden. Dennoch sind 44,5% der Ausländerbehörden im Notfallmodus, was die Dringlichkeit der Situation verdeutlicht.
In Ulm beispielsweise hat sich die Situation für Geflüchtete in den letzten Monaten verbessert. Die Stadtverwaltung plant, Integrationsthemen wie Genehmigungsfragen, Wohnungssuche, Arbeitsvermittlung und Sprachkurse anzugehen. Auf die Frage der Unterbringung können 60% der befragten Kommunen Unterkünfte vorhalten, während 35% keine Vorbereitungen treffen. Diese Zahlen spiegeln sich auch in der Lage in Borgfeld wider, wo die Vorbereitungen für das neue Wohnheim bereits in vollem Gange sind.
Die Werte aus der Umfrage zeigen, dass die Zahl der Geflüchteten in den letzten Monaten gesunken ist, was für viele Kommunen eine Entlastung darstellt. In Ulm sind beispielsweise ehemalige Flüchtlingsunterkünfte, wie eine alte Hochschule, leer. Dies könnte auch für Borgfeld eine interessante Perspektive bieten, sollte es zu einem Anstieg der Geflüchtetenzahlen kommen.
Die Herausforderungen, die mit der Integration einhergehen, sind vielfältig und erfordern die Zusammenarbeit aller Akteure vor Ort. Die anstehende Veranstaltung der Grünen könnte ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung sein, um das Bewusstsein für die Belange von Geflüchteten zu schärfen und die Integration aktiv zu fördern.