Wer heute in Borgfeld unterwegs ist, sollte auf keinen Fall das Wohnhaus von Wilhelm Kaisen verpassen. Am 10. Mai öffnet es seine Türen für alle Neugierigen, und das von 11 bis 16 Uhr. Ein echter Geheimtipp! Hier, im Rethfeldsfleet 9, wird nicht nur das Leben von Kaisen und seiner Familie lebendig – das Haus selbst erzählt Geschichten. Ursprünglich 1933 erbaut, ist es weitestgehend im originalen Zustand erhalten. Man könnte fast meinen, die Wände flüstern einem zu, wenn man durch die Räume schreitet.
Doch das ist noch nicht alles, denn auch die Scheune hat einiges zu bieten. Dort wird die politische Arbeit von Wilhelm und seiner Frau Helene beleuchtet. Ein Dokumentarfilm mit seltenen Aufnahmen über Wilhelm Kaisen wird dort gezeigt. Ganz ehrlich, es ist eine Gelegenheit, die man sich nicht entgehen lassen sollte, vor allem für Geschichtsinteressierte und Bremer!
Ein Ort mit Geschichte
Die Siedlerstelle, die das Wohnhaus und die Scheune beherbergt, steht seit etwa drei Jahren unter Denkmalschutz. Das ist nicht nur ein kleiner Erfolg, sondern auch ein Zeichen dafür, wie wichtig dieser Ort für die Demokratiegeschichte in Deutschland ist. Er hat es sogar in die nationale Liste der Orte der Demokratiegeschichte geschafft. Das sollte man erst einmal sacken lassen!
Wilhelm Kaisen, der von 1945 bis 1965 Bürgermeister von Bremen war, hat viel für die Region getan, besonders in der Nachkriegszeit. Er setzte sich für die Bildung eines Weststaates ein und forderte von den Besatzungsmächten, deutsche Vertreter in internationale Gremien zu entsenden. Man kann sagen, er war ein echter Kämpfer für die Interessen Bremens. Mit der Währungsreform und der Einberufung einer Versammlung zur Erarbeitung einer Verfassung für den Weststaat hat er Meilensteine gesetzt, die bis heute nachwirken.
Ein Blick in die Vergangenheit
In der Scheune wird nicht nur Kaisens politisches Wirken thematisiert, sondern auch die Herausforderungen, denen er gegenüberstand, als die Spaltung Deutschlands immer deutlicher wurde. Kaisen wollte die Interessen der Ostdeutschen treuhänderisch übernehmen, bis eine gesamtdeutsche Lösung möglich war. Er war ein Mann, der für eine gerechte und demokratische Gesellschaft kämpfte – und das in einer Zeit, in der die Zukunft alles andere als sicher war.
Erst durch die Zugeständnisse der Alliierten im April 1949 konnte die SPD ihre Bedenken gegenüber dem Grundgesetz ablegen. Kaisen war maßgeblich daran beteiligt, die Zustimmung der SPD zu gewinnen, und das war alles andere als einfach. Man kann sich vorstellen, wie hitzig die Diskussionen damals waren!
In dieser besonderen Umgebung, die nun für Besucher zugänglich ist, kann man nicht nur die Vergangenheit atmen, sondern auch die Bedeutung von Kaisen für Bremen und darüber hinaus verstehen. Und mal ehrlich – wer hätte gedacht, dass ein Haus so viel Geschichte erzählen kann? Ein Besuch lohnt sich allemal!