Ab dem kommenden Schuljahr stehen Familien in Deutschland einige spannende Änderungen bevor: Eltern erhalten einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für ihre Kinder. In Borgfeld, einem Stadtteil von Bremen, haben sich die Schulen bereits fleißig auf diese neue Regelung vorbereitet. Heidrun Claassen von der Grundschule Am Borgfelder Saatland und Julia Nagel von der Grundschule Borgfeld berichten über die bestehenden Angebote, die darauf abzielen, den steigenden Bedarf zu decken. Wie die Weser-Kurier erklärt, bieten beide Schulen offene Ganztagsangebote mit Betreuungszeiten bis 15 oder 16 Uhr an.
Der Schulunterricht findet von 8 bis 13 Uhr statt, und dabei müssen sich die Eltern am Borgfelder Saatland für ein Schuljahr auf eine bestimmte Betreuungsvariante festlegen. Hier sind einmalige Ausnahmen nur für regelmäßige Termine, etwa Arztbesuche oder Therapien, möglich – besondere Tage wie Kindergeburtstage oder Familienurlaube können nicht berücksichtigt werden. Nichtsdestotrotz bleibt der Hort eine flexible Alternative mit individuellen Abholzeiten.
Aktive Nachmittagsgestaltung
Ein Highlight der Angebote sind die Nachmittagsaktivitäten. Die Schüler können sich in Spiel- und Freizeitspielen austoben, basteln, töpfern oder sogar das Abenteuer einer Französischstunde erleben. Sport, Yoga und viele weitere Angebote bereichern den Nachmittag. Besonders am Borgfelder Saatland gibt es ein klar strukturiertes Konzept für Lern- und Spielzeiten, das bereits seit 2012 in Kooperation mit anderen Schulen kontinuierlich weiterentwickelt wird. In der BMFSFJ lässt sich entnehmen, dass Ganztagsangebote nicht nur die sozialen Kontakte, sondern auch die Lernerfahrungen der Kinder fördern.
An der Grundschule Borgfeld haben sich ebenfalls viele Schüler für die Ganztagsbetreuung entschieden: Über 180 der 276 Kinder genießen diese Erweiterung ihrer Schulzeit. Für diejenigen, die sicherstellen möchten, dass ihr Kind auch ein warmes Mittagessen erhält, besteht die Möglichkeit, dies zu buchen, wenn eine Anmeldung für den Ganztag vorliegt.
Vorbereitungen auf Änderungen
Mit dem neuen Rechtsanspruch ab August 2026 wird die ganztägige Betreuung in der ersten Klassenstufe zunächst eingeführt und wird bis 2029 auf alle Klassenstufen ausgeweitet. Laut ganztagsbetreuung.org gibt es zwar viele neue Plätze, trotzdem ist der gesamte Bedarf an Ganztagsangeboten noch nicht vollständig gedeckt.
Während die Grundschule Borgfeld bereits gute Vorbereitungen getroffen hat, gibt es am Borgfelder Saatland Bedenken bezüglich der fehlenden Mensa und dem benötigten Personal sowie notwendigen Räumen. Aktuell nutzen rund zwei Drittel der 215 Schulkinder am Saatland das Ganztagsangebot, während der Rest bereits um 13 Uhr nach Hause geht. Die FDP in der Bremischen Bürgerschaft kritisiert zudem, dass es noch kein umfassendes Konzept zur Umsetzung des Ganztagsanspruchs im Land Bremen gibt – zentrale Fragen zur Bedarfsplanung, Personalgewinnung und baulicher Ausstattung sind weiterhin ungeklärt.
Einige wichtige Maßnahmen zur Ganztagsbetreuung wurden durch die Corona-Pandemie und andere unvorhergesehene Ereignisse erschwert, wie die BMFSFJ hinweist. Um den Ausdruck der Elterngemeinschaft zu unterstützen und den gestiegenen Umfang an Ganztagsbetreuung zu fördern, stehen Fördersummen von insgesamt 3,5 Milliarden Euro zur Verfügung. Diese Investitionen zielen darauf ab, sowohl neue Angebote zu schaffen als auch bestehende auszubauen.
