Im Blockland, einem der idyllischsten Stadtteile Bremens, gibt es Neuigkeiten, die das Herz eines jeden Naturliebhabers höher schlagen lassen. Drei neue Schaukästen wurden eingeweiht, um über die Herausforderungen des Naturschutzes und die geplanten Maßnahmen im Projekt „Auenlandschaft Untere Wümme“ zu informieren. Georg Musiol und Carla Osterburg von der Stiftung Nordwest Natur standen bereit, um den Besuchern die Details des Projekts näherzubringen. Dabei geht es um viel mehr als nur hübsche Schaukästen – hier wird die ökologische Aufwertung eines wertvollen Lebensraums angestrebt.
Das Projekt hat sich vorgenommen, die Naturvielfalt in der Region zu erhöhen. Geplant sind Überlaufschwellen, neue Pflanzen und sogar Totholz, das nicht nur als Lebensraum für viele Tiere dient, sondern auch zur Stabilität des Bodens beiträgt. Die erste Überlaufschwelle soll im Spätsommer 2027 gebaut werden; das Ziel ist es, bis Ende 2029 alle Maßnahmen abzuschließen. Eine Fußwegeverbindung für Besucher ist ebenfalls in Planung – ideal, um den neuen Lebensraum zu entdecken!
Ein wichtiges Ziel: Ökologische Aufwertung
Die Herausforderungen sind jedoch nicht zu unterschätzen. Ein großes Problem ist, dass die Tide nicht in die Wümme gehört, was zu Trockenfallen von Flusslandschaften führt. Die zu starke Strömung und die künstlich entstandenen Süßwasserflächen beeinträchtigen die Artenvielfalt erheblich. Die Überlaufschwellen sollen helfen, die Wasserspeicherung in Süßwasserwatten zu verbessern und neue Lebensräume zu schaffen. Zudem ist eine Vertiefung der Süßwasserwatten geplant, um die Wasseraufnahme zu optimieren. Das Material, das dabei gewonnen wird, könnte sogar für den Groden im Deichvorland genutzt werden.
Das Projekt erstreckt sich über zehn Planungsbereiche mit insgesamt 368 Hektar zwischen Wummensiede und Bremen-Borgfeld. Damit die Maßnahmen durchgeführt werden können, sind diverse wasser- und naturschutzrechtliche Genehmigungen notwendig, die mit dem Land Bremen und Niedersachsen abgestimmt werden müssen. Und das alles muss natürlich auch in Einklang mit den Brutzeiten der Vögel gebracht werden. Ein spannendes Unterfangen, und die Verantwortlichen zeigen sich optimistisch, dass der Projektabschluss bis Ende 2029 realistisch ist.
Natur als Klimaschutzfaktor
Doch was steckt eigentlich hinter der Idee des Projekts „Auenlandschaft Untere Wümme“? Die Bundesregierung hat das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) ins Leben gerufen, um die Ökosysteme in Deutschland zu verbessern. Ziel ist es, die Resilienz und Klimaschutzleistung der Ökosysteme zu stärken. Renaturierte Auen bieten Lebensraum für eine artenreiche Flora und Fauna und sind wichtige Filter für Oberflächenwasser, die Hochwasserschutz bieten und Dürren vorbeugen.
Das Projektgebiet entlang der Wümme erstreckt sich über 18,5 km und umfasst etwa 350 Hektar. Es ist nicht nur als Naturschutzgebiet ausgewiesen, sondern auch Teil des NATURA 2000-Schutzgebietsnetzes. In den letzten Jahrhunderten wurde die Aue der Unteren Wümme durch menschliche Eingriffe stark reduziert. Die Folgen sind unübersehbar: unnatürliche Erosion, Uferabbrüche und der Verlust wertvoller Lebensräume sind an der Tagesordnung. Das Projekt hat sich vorgenommen, die ökologische Funktionsfähigkeit der Aue bis April 2029 zu stärken.
Gemeinsam für die Natur
Durch die enge Zusammenarbeit mit neun Kooperationspartnern, darunter der Bremische Deichverband und das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Weser-Jade-Nordsee, wird das Vorhaben in die Tat umgesetzt. Die Maßnahmen umfassen unter anderem die Anlage von wasserstauenden Bauwerken, die Vernässung von Röhrichtbereichen und die Rückverlegung des Sommerdeichs. All das wird dazu beitragen, die naturnahe Gewässerdynamik wiederherzustellen und die Auswirkungen des erhöhten Tideeinflusses zu reduzieren.
Das Thema Naturschutz und der Erhalt unserer natürlichen Ressourcen wird immer wichtiger, besonders in Zeiten zunehmender Dürreperioden und Starkregenereignisse. Ein intakter Wasserhaushalt ist entscheidend für die biologische Vielfalt und die Gesundheit unserer Landschaften. Letztlich profitieren wir alle von einer lebendigen Natur – auch hier in Bremen. Und während die Schaukästen die ersten Schritte in eine nachhaltige Zukunft symbolisieren, bleibt abzuwarten, wie sich die Pläne tatsächlich entfalten werden.