In Hemelingen, Bremen, brodelt es. Die Bauarbeiten an der Malerstraße, die der Energieversorger SWB durchführt, bringen das Handwerk, insbesondere die Tischlerei Schwän, an die Grenzen der Belastbarkeit. Die Zufahrten sind gesperrt, und das hat nicht nur logistische Probleme zur Folge, sondern auch finanzielle. Ganz schön ärgerlich, könnte man sagen, und das trifft es wohl ziemlich gut.

Die Tischlerei Schwän sieht sich durch die Bauvorhaben existenziell bedroht. Es ist nicht nur der Verlust von Aufträgen, sondern auch die fehlende Information über die Baustellen, die den Betrieb in eine prekäre Lage bringt. Um die Kommunikation mit SWB zu klären, hat der Betrieb einen Anwalt eingeschaltet. Eine Maßnahme, die sicherlich nicht aus Langeweile ergriffen wurde. Der SWB-Chef, Karsten Schneiker, hat sich zwar herablassend über die Auswirkungen auf das Handwerk geäußert – und das auf einer Bilanzkonferenz im Mai – aber die Empörung, die er damit auslöste, war nicht zu übersehen.

Ein Lichtblick am Horizont?

Nach den öffentlichen Protesten – und vielleicht auch, weil die Medien die Vorwürfe aufgriffen – entschuldigte sich Schneiker persönlich bei der Tischlerei Schwän. Das ist zumindest ein Anfang. Er bot sogar konkrete Hilfen an. SWB hat nun drei Parkplätze für die Tischlerei reserviert, um den Transport von Bauelementen zu erleichtern. Ein kleiner Lichtblick – aber die Sorgen sind damit noch lange nicht aus der Welt. Denn ein weiteres Unglück traf die Tischlerei: Ein Fahrzeug wurde aufgebrochen und die Werkzeuge gestohlen. Das ist eine zusätzliche Belastung, die niemand braucht.

Das Verständnis von SWB für die Situation der betroffenen Betriebe ist zwar lobenswert, aber die Frage bleibt: Wie wird in Zukunft kommuniziert? Laut SWB sollen die Kommunikationswege bei künftigen Projekten verbessert werden. Das klingt gut, aber ob das auch funktioniert, bleibt abzuwarten.

Kommunikation in Bauprojekten

Und wo wir gerade beim Thema Kommunikation sind – eine aktuelle Studie der Universität Hohenheim legt nahe, dass die Kommunikation in Bau- und Infrastrukturprojekten nicht nur wünschenswert, sondern auch notwendig ist. 224 Projektverantwortliche aus Deutschland, Österreich und Südtirol wurden befragt. Interessant dabei: 87% der Befragten setzen auf freiwillige Kommunikation, und 72% betonen die Bedeutung des Dialogs. Nur 2% gaben an, ohne Kommunikation auszukommen. Das zeigt, dass auch in der Bauwelt der Austausch mit den Anliegern wichtig ist.

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Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass 66% der Befragten den Nutzen der Kommunikation höher einschätzen als die Kosten. Das ist ein starkes Argument für mehr Transparenz, vor allem wenn man bedenkt, dass emotionale Bürgerinitiativen und Fake-News oft die Projekte gefährden. Kommunikationsinstrumente wie Medienarbeit, Informationsveranstaltungen oder sogar Bürgerräte könnten helfen, um Missverständnisse zu vermeiden und die Anwohner besser in den Prozess einzubeziehen.

In Zeiten, in denen Baustellen und Infrastrukturprojekte mehr und mehr zum Alltag gehören, ist es entscheidend, dass der Dialog zwischen den beteiligten Parteien funktioniert. Sonst drohen nicht nur wirtschaftliche Schäden – wie im Fall der Tischlerei Schwän – sondern auch ein Verlust an Vertrauen in die verantwortlichen Unternehmen. Es bleibt spannend zu beobachten, ob die SWB aus den aktuellen Erfahrungen lernt und die Kommunikation tatsächlich verbessert.