In Hemelingen, einem Stadtteil von Bremen, machen sich die Bewohner vermehrt Gedanken um die Luftqualität. Der Grund? Starke Gerüche, die aus verschiedenen Gewerbebetrieben strömen, insbesondere in den Bereichen Sebaldsbrück und Hemelingen. Diese Geruchsbelästigungen sind nicht nur unangenehm, sie stellen auch eine Einschränkung der Lebensqualität für viele Anwohner dar. An der Diedrich-Wilkens-Straße wurde aufgrund der Geruchsproblematik sogar der Bau eines geplanten Wohnquartiers verhindert. Hier zeigt sich, wie Umweltthemen direkt in das alltägliche Leben der Bürger eingreifen können.

Zu den bekannten Verursachern der Gerüche zählen unter anderem die Kaffeerösterei JDE Peets, die Entkoffeinierungsanlage der Coffein Compagnie sowie das Asphaltwerk von Deutag. Letzteres plant bis zum Jahr 2030 eine Umstellung seines Brennstoffs, um die Emissionen zu reduzieren. Cord Findeisen vom Gewerbeaufsichtsamt Bremen betont, dass trotz dieser Geruchsbelästigungen alle Grenzwerte eingehalten werden. Das Gewerbeaufsichtsamt überwacht regelmäßig die Situation und beschäftigt sich mit den Beschwerden der Anwohner. Diese Beschwerden wurden zuletzt Anfang des Jahres registriert, wobei insbesondere Inversionswetterlagen die Gerüche verstärken können.

Regelungen und Richtlinien

Laut dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) ist es notwendig, den Belästigungsgrad durch Gerüche zu ermitteln. Ziel ist es, festzustellen, ob eine Geruchsbelästigung als erheblich einzustufen ist. Hierbei wird die Geruchsbelastung, auch bekannt als Geruchsimmission, vor Ort genau analysiert. Es wird bewertet, wie häufig und wie lange Gerüche über ein ganzes Jahr hinweg auftreten.

In Wohngebieten gilt eine Grenze zur erheblichen Belästigung, wenn in mehr als 10 % der Jahresstunden Geruchswahrnehmungen registriert werden. In Industrie- und Gewerbegebieten sind höhere Geruchsbelastungen zulässig, wobei hier die Grenze bei 15 % der Jahresstunden liegt. Die Anwohner müssen Geruchsstundenhäufigkeiten, die unterhalb dieser Immissionswerte liegen, hinnehmen, auch wenn sie als störend empfunden werden.

Die Zukunft von Hemelingen

Die Situation in Hemelingen bleibt angespannt, auch wenn die Gewerbebetriebe wie Deutag bereits Modernisierungen vorgenommen haben. In der Anlage wird derzeit noch mit Braunkohle gearbeitet, während alternative Brennstoffe in Planung sind. Zudem bietet Deutag an, das Werk zu besichtigen, und hat sogar eine Photovoltaikanlage zur Nutzung eines elektrisch betriebenen Radladers installiert. Dies zeigt, dass ein Umdenken im Gange ist, aber die Herausforderungen bleiben bestehen.

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Die Investitionen im Hemelinger Hafen sind rückläufig, und auch der Straßenbau hat in den letzten fünf Jahren abgenommen. Dies könnte die Entwicklung des Stadtteils zusätzlich belasten. Der Umweltausschuss des Hemelinger Beirats beschäftigt sich regelmäßig mit diesen Themen, um Lösungen zu finden und die Lebensqualität der Anwohner zu verbessern. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in den kommenden Jahren entwickeln wird und ob die geplanten Maßnahmen Früchte tragen.