In Hemelingen tut sich was im Schlossparkbad! Ab dem kommenden Schuljahr wird es für Vereine und Schulen mehr Schwimmzeiten geben – eine wichtige Entscheidung, die allerdings auch eine Kehrseite hat. Die Schließung des Hansewasserbads und des Unibads hat den Druck erhöht, und so wird der Platz für die Öffentlichkeit merklich eingeschränkt. Der Fokus liegt jetzt auf den Vereinen und Schulen, die die Bahnen für ihre Trainings und Schwimmstunden nutzen dürfen. Das Schlossparkbad bleibt zwar für die breite Bevölkerung zugänglich, doch die Schwimmmöglichkeiten für die Allgemeinheit werden deutlich limitiert.

Fast 30 Prozent der Grundschüler in Bremen erreichen keinen Schwimmabschluss. Das ist alarmierend, vor allem in sozial benachteiligten Stadtteilen, wo der Druck zum Schwimmenlernen oft noch höher ist. Die neue Regelung im Schlossparkbad sieht vor, dass Schulen am Dienstag und Donnerstag Vormittags und Vereine am Nachmittag ihre Schwimmzeiten bekommen. Zudem wird ab dem kommenden Schuljahr ein neues Zeitfenster für Vereine am Samstag zwischen 13 und 15 Uhr eingeführt. Für die Öffentlichkeit bleibt das Schwimmen an Dienstag und Donnerstag nur am Morgen möglich – das könnte für viele Eltern und Kinder eine Herausforderung werden.

Herausforderungen beim Schwimmenlernen

Aber warum ist das Thema Schwimmen so wichtig? Schwimmen gilt nicht nur als Freizeitvergnügen, sondern hat auch gesundheits- und entwicklungsfördernde Aspekte. Laut einer Untersuchung des Robert Koch-Instituts (RKI) können 14,5 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland nicht schwimmen. Besonders betroffen sind Kinder aus sozial schwächeren Familien und solche mit Migrationshintergrund. Hier wird deutlich, dass der soziale Status einen erheblichen Einfluss auf die Schwimmfähigkeit hat. Kinder mit niedrigem Sozialstatus können seltener schwimmen – eine erschreckende Erkenntnis, die es dringend zu adressieren gilt!

Die DLRG hat zudem festgestellt, dass 57 Prozent der Kinder von ihren Eltern als sichere Schwimmer eingestuft werden. Das klingt erst mal positiv, aber der Teufel steckt im Detail. Viele Eltern glauben fälschlicherweise, ihr Kind könne schwimmen, wenn es das Seepferdchen hat. Dabei bescheinigt dieses Abzeichen nur das Beherrschen der Grundlagen. Um wirklich sicher schwimmen zu können, ist das Schwimmabzeichen Bronze nötig. Und hier liegt ein großes Problem: DLRG schätzt, dass 58 Prozent der Kinder am Ende der Grundschule keine sicheren Schwimmer sind. Das ist ein beunruhigender Zustand, der sich in der Gesellschaft niederschlägt.

Familien in der Verantwortung

Das Bildungsressort und die Bremer Bäder stehen vor einer Herausforderung: Wie erreichen sie alle Kinder, besonders die, die in schwierigeren sozialen Verhältnissen leben? Oft liegt es an den Eltern, die Verantwortung zu übernehmen, aber viele von ihnen können selbst nicht schwimmen. Das führt zu einer gefährlichen Kette – ohne Wassergewöhnung keine Sicherheit im Wasser. Die Nichtschwimmerquote variiert stark zwischen den Stadtteilen, und das ist einfach nicht hinnehmbar.

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Zusätzliche Schwimmzeiten im Schlossparkbad sind ein Schritt in die richtige Richtung, aber sie allein werden nicht ausreichen, um die Schwimmfähigkeit aller Kinder in Bremen zu gewährleisten. Kostenlose Intensivkurse in den Ferien werden nicht ausreichend angenommen – hier fehlen oft die Anreize und die Unterstützung, die Familien benötigen. Es braucht mehr Initiativen, die speziell auf sozial benachteiligte Familien und Kinder mit Migrationshintergrund abzielen. Nur so können wir sicherstellen, dass in Zukunft mehr Kinder im Wasser sicher sind und das Schwimmen nicht als eine unerreichbare Fähigkeit angesehen wird.