In Hemelingen, einem der charmanten Stadtteile Bremens, gibt es aufregende Neuigkeiten auf dem Hof Stackkamp. Am 1. Juli wird der Vater Eckart Hoehne die Zügel in die Hände seines Sohnes Sönke Hoehne übergeben. Das mag auf den ersten Blick wie eine ganz normale Hofübergabe erscheinen, doch es steckt viel mehr dahinter. Sönke, der schon früh wusste, dass er Landwirt werden möchte, bringt frischen Wind und neue Ideen mit in den traditionsreichen Familienbetrieb, der bereits seit 800 Jahren besteht. Diese Übergabe ist nicht nur ein Wechsel an der Spitze, sondern auch ein Zeichen für den Fortbestand einer jahrhundertealten Tradition.

Bei der Übergabe des Hofes, der 185 Hektar umfasst und mehrere Tausend Hühner beherbergt, sind offene Gespräche und ein gutes Verhältnis zwischen Vater und Sohn von größter Bedeutung. In der Familie ist es Tradition, jeden Morgen von 7:45 bis 8:15 Uhr gemeinsam zu frühstücken, um die anstehenden Aufgaben zu besprechen. Das ist nicht nur eine praktische Sache, sondern auch ein wichtiger Moment, um das familiäre Band zu stärken. Schließlich ist die Landwirtschaft nicht nur ein Beruf, sondern auch eine Lebensweise, die viel Gefühl und Hingabe erfordert.

Herausforderungen und Chancen

Die Übernahme eines Hofes ist ein komplexer Prozess, der oft an der Kluft zwischen emotionalen Erwartungen und der finanziellen Realität scheitert. Sönke Hoehne hat sich dieser Herausforderung bewusst gestellt. Er hat Agrarwirtschaft studiert und internationale Erfahrungen in Australien gesammelt, was ihm eine solide Grundlage für seine neue Rolle gibt. Dennoch ist es wichtig, die finanzielle Tragfähigkeit des Hofes zu gewährleisten. Klare Vereinbarungen über Wohnrecht, Unterhalt und Abfindungen sind entscheidend, um Konflikte zu vermeiden und den „Loslass-Schmerz“ zu minimieren, den viele Altenteiler empfinden. Ein moderierter Prozess für die Hofübergabe kann helfen, die Bedürfnisse aller Beteiligten zu berücksichtigen.

Die Familie Hoehne hat in den letzten Jahren bereits die Weichen für die Zukunft gestellt. Eckart, der den Hof in den 90er-Jahren modernisierte und die Tierhaltung umstellte, plant, mit 60 Jahren die Führung abzugeben. Nach der Übergabe wird Sönke nicht nur die organisatorischen Aufgaben übernehmen, sondern auch darauf achten, die Wirtschaftlichkeit des Betriebs zu steigern. In einer Zeit, in der viele Höfe in Deutschland verschwinden und Nachfolger rar sind, ist dies ein mutiger Schritt, der zugleich Chancen eröffnet.

Ein Blick in die Zukunft

Die Erntezeit beginnt Anfang Juli, und während die Familie auf die arbeitsreichste Phase des Jahres zusteuert, bleibt Eckart Hoehne auf dem Hof und wird weiterhin mitarbeiten. Das familiäre Engagement ist stark und wird auch in Zukunft einen großen Teil der Hofkultur ausmachen. Die Übergabe selbst wurde innerhalb der Familie lange besprochen, und es gab ein entscheidendes Gespräch zwischen Vater und Sohn vor zehn Jahren. Diese offene Kommunikation hat dazu beigetragen, dass beide Seiten gut auf den Wechsel vorbereitet sind.

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Die Hofübergabe ist nicht nur eine Frage der Übergabe von Verantwortung, sondern auch eine emotionale Reise. Weichende Erben empfinden oft den Verlust des Elternhauses, und es ist wichtig, diese Gefühle zu berücksichtigen. Gerechtigkeit und Wertschätzung sind zentrale Aspekte, die in den Verhandlungen eine Rolle spielen. Es gilt, Verträge flexibel zu gestalten und gegebenenfalls Anpassungsklauseln einzuführen, um auf unvorhergesehene Entwicklungen reagieren zu können. Die Grundsteuerreform ab 2025 könnte zusätzliche Herausforderungen mit sich bringen, doch gleichzeitig auch Chancen für eine gerechtere Abfindung.

Ein klar strukturiertes Betriebskonzept, das auch die Digitalisierung und Diversifizierung der Einnahmequellen in den Blick nimmt, wird entscheidend sein, um den Hof zukunftsfähig zu gestalten. Sönke Hoehne wird diese Herausforderungen annehmen, und mit der Unterstützung seiner Familie hat er die besten Voraussetzungen, um den Hof Stackkamp in die nächste Generation zu führen.