Im beliebten Wohnpark Schwachhausen, der sich zwischen der Scharnhorststraße und der Schwachhauser Heerstraße erstreckt, brodelt es gewaltig. Die Helken Planungs- und Immobilien GmbH (HPI) hat die genehmigte Baugröße um bis zu 33 Prozent überschritten. Ja, richtig gehört! Und das alles geschah nachträglich. Die Stadt Bremen hat beschlossen, diese Überschreitungen zu legalisieren, was für ordentlich Zündstoff sorgt. Anwohner und Mitglieder des Beirats sind über diese Entscheidung alles andere als erfreut und lassen ihrem Unmut freien Lauf.

Der Beirat hat zwar die Kenntnisnahme des Kompromisses zur Kenntnis genommen, doch das ist nicht gleichbedeutend mit Zustimmung. Sie fordern vehement die zeitnahe Fertigstellung des Spielplatzes, der in der Planung des Wohnparks vorgesehen war. Wilhelm Petry, der Bremer Stadtplaner, hat im Beirat darüber berichtet, dass bereits zwei der drei Baufelder bebaut sind, während das dritte seit Jahren brachliegt. Hier haben die Anwohner das Gefühl, dass ihre Interessen nicht ausreichend gewürdigt werden.

Erschreckende Überschreitungen und neue Baustellenproblematik

Die HPI hat die Grundstücke nachträglich geteilt, was zu massiven Überschreitungen bei den bestehenden Gebäuden führte – in der Geschossflächenzahl um 14 bis 33 Prozent und bei der Größe der Tiefgaragen um bis zu 22 Prozent. Das noch ausstehende Mehrfamilienhaus? Ja, auch das wurde größer geplant als genehmigt. Nach einem zähen Ringen von zwei Jahren einigte man sich schließlich auf die ursprüngliche Größe. Der Baustellenstress nimmt kein Ende, und die Anwohner sind genervt.

Ein weiterer Punkt des Ärgers: Anwohner protestieren lautstark, unter anderem mit einer Trillerpfeifen-Aktion, gegen die genehmigte Baustellenzufahrt an der Scharnhorststraße. Diese war ursprünglich nur für Fußgänger und Radfahrer vorgesehen. Ein echtes Ärgernis, wenn man bedenkt, dass die Baufahrzeuge von der Schwachhauser Heerstraße hätten Zufahrt erhalten sollen! Viele Anwohner, wie Lothar Probst, äußern Bedenken zur Verkehrssicherheit aufgrund der schmalen Zufahrt. Es entsteht das Gefühl, dass hier einige Entscheidungen nicht im Sinne der Bürger getroffen wurden.

Die Geduld der Anwohner wird auf die Probe gestellt

Die HPI weigerte sich drei Jahre lang, einen Teil des Areals an eine Baugemeinschaft zu verkaufen, was für zusätzlichen Unmut sorgte. Die Baugemeinschaft „Stark wohnen in Schwachhausen“ hatte 2017 einen Grundstückszuschlag erhalten und investierte 300.000 Euro in die Planung, doch HPI verweigerte den Kaufvertrag. Es scheint, als ob die HPI in einem ständigen Spiel der Verzögerung gefangen ist. Die Anwohner haben vor zwei Wochen sogar einen Brief an die grüne Bausenatorin Maike Schaefer geschickt – und das ohne jegliche Eingangsbestätigung. Wer hätte gedacht, dass sowas in der heutigen Zeit noch möglich ist?

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Die genehmigte Zufahrt ist ein weiteres heißes Thema: Baubehördensprecher Frank Steffe erklärt, dass diese hauptsächlich für die Bewohner gedacht sei, aber auch Baufahrzeuge Zugang haben könnten. Das lässt die Frage aufkommen, ob die Genehmigungen nicht eher im Sinne der HPI und weniger der Anwohner erteilt wurden. Die Bausenatoren könnten hier durchaus in der Kritik stehen, wenn die Anwohner weiterhin das Gefühl haben, übergangen zu werden.

Ein Blick in die Zukunft – oder eher nicht?

Die ganze Situation ist nicht nur lokal ein Problem, sondern wirft auch größere Fragen auf. Die geplante Novelle des Baugesetzbuches, die derzeit in Berlin diskutiert wird, zielt darauf ab, den Wohnungsbau zu fördern und gleichzeitig die Interessen der Kommunen zu schützen. Doch führende Verbände der Immobilienwirtschaft kritisieren den Entwurf als unzureichend. Es bleibt abzuwarten, ob diese Veränderungen auch in Bremen spürbar sein werden. Können wir uns auf eine Verbesserung der Situation in Schwachhausen freuen, oder bleibt alles beim Alten? Die Unzufriedenheit unter den Anwohnern und im Beirat ist jedenfalls ein starkes Indiz dafür, dass hier dringend Handlungsbedarf besteht.