Familienbande und Fußballträume: Das Erfolgsrezept der OT Bremen Frauenmannschaft
Es ist der 25. Juni 2026, und in Osterholz gibt es eine spannende Geschichte zu erzählen. Die Frauenmannschaft von OT Bremen hat sich in den letzten zwei Jahren zu einem Familienprojekt entwickelt. Die Trainer Axel Badenhop und Oliver Hartung, die beide Töchter im Team haben, haben eine ganz besondere Verbindung zu den Spielerinnen. Im Oktober 2024 übernahmen sie das Zepter, nachdem das vorherige Trainerteam nicht mehr akzeptiert wurde – ein mutiger Schritt, der sich als wahrer Glücksgriff herausstellen sollte.
Die Rückkehr von Badenhop war eine Art Reunion. Er hatte das Team vor vielen Jahren gegründet und war zuvor Co-Trainer bei einer D-Jugendmannschaft. Nach einer Phase der Abwesenheit stand er nun wieder an der Seitenlinie, zusammen mit Hartung, der das Trainerduo komplettierte. Gemeinsam arbeiteten sie an einer Vision: Die sportlichen Leistungen sollten nicht die einzige Priorität sein. Auch die Außendarstellung des Vereins sollte verbessert werden – schließlich hatte das Image in den letzten Jahren gelitten. Ein langfristiges Projekt mit Jugendteams als Unterbau in Osterholz wurde ins Leben gerufen, um eine nachhaltige Entwicklung zu gewährleisten.
Ein Aufstieg trotz Herausforderungen
Der Weg war alles andere als einfach. Die Mannschaft musste sich durch personelle Engpässe kämpfen, denn viele Spielerinnen arbeiten am Wochenende im Schichtdienst. Das führte nicht nur zu Ausfällen, sondern auch zu Herausforderungen im Spielbetrieb. Es gab eine einzige Niederlage in der Hauptrunde der Landesliga, und zwar ein schmerzhaftes 1:9 gegen Bremen United/ATSV Sebaldsbrück – ein Ergebnis, das die Stimmung im Team nicht gerade angehoben hat. Dennoch schafften sie es, in der Hauptrunde 33 Punkte aus 12 Spielen zu erzielen und die Relegation als Zweiter abzuschließen. Im Sommer 2025 erlebten sie schließlich den Wiederaufstieg in die Verbandsliga – ein Neuanfang mit frischem Wind und neuen Spielerinnen.
Die Trainer haben es sich zur Aufgabe gemacht, nicht nur an sportlichen Zielen zu arbeiten, sondern auch die Gemeinschaft zu stärken. Es ist ein ganzheitlicher Ansatz, der sowohl die Spielerinnen als auch die Familien und Unterstützer einbezieht. Trotz der Herausforderungen, die der Fußballalltag mit sich bringt, strahlen die Trainer und Spielerinnen eine bemerkenswerte Entschlossenheit aus. Hier wird nicht nur Fußball gespielt, hier wird auch zusammengewachsen.
Frauen im Fußball: Ein Blick über den Tellerrand
<pWenn wir über Frauen im Fußball sprechen, dann sind die Herausforderungen oft noch vielschichtiger. In den oberen deutschen Ligen sind nahezu ausnahmslos Männer die Trainer. Im Frauenbereich sieht das glücklicherweise anders aus – hier übernehmen Frauen auch die Leitung von Nationalmannschaften und Bundesligateams. Doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache. Im Jahr 2003 gab es in Deutschland nur 32 lizenzierte Trainerinnen, während mehr als 4700 Männer eine Lizenz besaßen. Das wirft Fragen auf. Warum sind Frauen im Fußball eher als Trainerinnen aktiv, während in anderen Sportarten die Geschlechterverteilung ausgeglichener ist?
Die Autorin eines Buches zu diesem Thema untersucht die Ursachen für die geringe Anzahl an Trainerinnen im Fußball und beleuchtet die Probleme, die bei der Rekrutierung und Anstellung auftauchen. Hohe Kosten für den Erwerb einer Lizenz und unklare Notwendigkeiten für das Training von Frauenmannschaften sind nur einige der Hürden, die es zu überwinden gilt. Viele Trainerinnen sehen sich mit Barrieren im Umgang mit Verbänden, Schiedsrichtern und Medien konfrontiert. Dennoch gibt es Hoffnung, denn die Autorin bietet Handlungsstrategien an und sieht Handlungsbedarf in Bezug auf das Lizenzierungssystem des Deutschen Fußball-Bundes.
In diesem Kontext ist das Engagement von Axel Badenhop und Oliver Hartung besonders bemerkenswert. Sie zeigen, dass es möglich ist, als Trainerteam mit Herzblut und Leidenschaft eine Frauenmannschaft zu leiten und gleichzeitig für eine positive Außendarstellung zu sorgen. Sie setzen auf eine nachhaltige Entwicklung und geben ihren Spielerinnen und deren Familien das Gefühl, Teil einer großen Gemeinschaft zu sein. So wird aus einem Fußballverein ein echtes Familienprojekt, das weit über das Spielfeld hinausgeht.
