Klangvolle Herausforderungen: Die Amtsgartenkonzerte im Schatten der Konkurrenz
Am 7. und 8. August wird der historische Kern Lilienthals zum Schauplatz der elften Amtsgartenkonzerte – und das wird ein Fest! Organisiert vom Musica-Viva-Projekt aus Bremen, erwarten die Veranstalter mehrere tausend Gäste, doch wie es scheint, gibt es noch ein paar Karten zu ergattern. Bislang wurden 3000 von 3800 kalkulierten Tickets verkauft. Das klingt doch nach einer Menge Musik, oder? Aber die Realität sieht etwas anders aus. Der Veranstalter hat einen Rückgang im Ticketverkauf festgestellt, was auf gestiegene Transportkosten und eine gewachsene Konkurrenz im Bremer Raum zurückzuführen ist. Das ist natürlich schade, denn die Amtsgartenkonzerte sind seit 2005 ein fester Bestandteil der Kultur in der Region und finden im Zweijahresrhythmus statt.
Finanziell sieht es für dieses Jahr immerhin gut aus, dank einer Ausfallbürgschaft von 27.000 Euro von der Gemeinde Lilienthal. Ein Grund zur Freude! Der Amtsgartenverein, unter der neuen Vorsitzenden Daina Kuniga Wendel, hat rund 30 Ehrenamtliche mobilisiert, die bei der Organisation tatkräftig unterstützen. Es gibt also viel Herzblut, das in diese Veranstaltung fließt. Die Gemeindeverwaltung steht ebenfalls helfend zur Seite – sei es bei der Pflege des Amtsgartens oder bei der Bereitstellung von Schutzräumen für den Fall, dass das Wetter nicht mitspielen sollte. Man kann nur hoffen, dass die Wolken im August eine Pause einlegen.
Ein musikalisches Feuerwerk
Unter der musikalischen Leitung von Dirigent Nicolas Hrudnik wird das Orchester und der Chor des Musica-Viva-Projekts ein Programm mit dem Titel „Sterne der Musik“ präsentieren. Die Auswahl reicht von Oper und Operette über Pop und Swing bis hin zu Musicals. Ein wahrer Ohrenschmaus für die Gäste! Bekannte Solisten wie die Mezzosopranistin Stefanie Schaefer, Daniel Kim, Elena Harsányi und Adam Kim werden ihr Bestes geben und versuchen, auch weniger musikaffine Besucher zu begeistern. Man fragt sich, ob das klappen kann, aber die Organisatoren haben sich viel vorgenommen.
Das Ziel? Den historischen Ortskern Lilienthals als Treffpunkt für Musikfreunde zu etablieren. Eine schöne Vision, die in diesen schwierigen Zeiten umso wichtiger ist. Dennoch gibt es noch 800 Karten im Verkauf – und die Veranstalter sehen darin ein Problem. Die Gründe für den Rückgang sind vielfältig: verändertes Publikumsinteresse, Konkurrenz und die anhaltend hohen Transportkosten. Übrigens haben 13 Vereine, die normalerweise Stammgäste sind, in diesem Jahr nicht gebucht. Wenn das kein Alarmsignal ist!
Das große Ganze
Ein Blick auf die Zahlen des Live-Entertainment-Sektors in Deutschland zeigt, dass die Einnahmen aus Live-Events gestiegen sind. Im Jahr 2023 erzielten Konzertveranstalter Gesamtumsätze von rund 2,4 Milliarden Euro, wobei 71% dieser Summe aus Ticketverkäufen stammen. Das klingt gut, aber die Ticketpreise variieren stark und beinhalten zahlreiche Kosten – von Vorverkaufsgebühren bis hin zur GEMA-Gebühr. Die Realität für viele freischaffende Musiker:innen sieht jedoch oft anders aus. Sie verdienen im Durchschnitt unter dem allgemeinen Einkommensdurchschnitt – ein Umstand, der die Situation zusätzlich erschwert.
Die Mehrheit der freischaffenden Musiker:innen liegt unter einem umsatzsteuerpflichtigen Jahreseinkommen von 22.000 Euro. Und während 82% der Berufsmusizierenden mit ihrer Wahl zufrieden sind, leben viele von ihnen in einem ständigen Spannungsfeld zwischen Leidenschaft und finanzieller Unsicherheit. Insofern ist es umso wichtiger, dass Veranstaltungen wie die Amtsgartenkonzerte nicht nur stattfinden, sondern auch gut besucht werden. Der kulturelle Reichtum, den sie bieten, ist nicht zu unterschätzen – sowohl für die Musiker:innen als auch für die Gemeinde.
