In den letzten Monaten hat sich im Wohnkomplex Schubertstraße 9-19 in Schwachhausen einiges getan. Der große, altehrwürdige Bau, der nun schon fast ein Jahrhundert alt ist, hat viele seiner Mieter verloren. Ein Blick auf die Zahlen zeigt: In vier von sieben Gebäudeteilen sind keine Menschen mehr anzutreffen. Irgendwie bedrückend, wenn man bedenkt, dass hier einmal Leben und Lachen herrschte. Die verbliebenen Mieter sind besorgt und werfen dem Eigentümer, Vonovia, vor, sich nicht genug um den Erhalt des Hauses zu kümmern.

Ein Gefühl von Unsicherheit schwebt über der Gemeinschaft. Die Mieter befürchten, dass das geplante Schadstoffkataster, das Vonovia zur Identifizierung gefährlicher Materialien erstellen möchte, möglicherweise den Weg für einen Abriss ebnen könnte. Vonovia selbst betont zwar, dass die Sicherheit der Bewohner im Vordergrund stehe und das Kataster eine gängige Vorsichtsmaßnahme sei, doch das Vertrauen ist angeknackst. Trotz aller Widrigkeiten wollen die verbliebenen Mieter ihre Wohnungen nicht aufgeben – sie schätzen die Infrastruktur in der Umgebung und fühlen sich, trotz der ungewissen Zukunft, irgendwie geborgen.

Ein Schatten der Unsicherheit

Das Bild wird noch komplexer, wenn man die aktuellen Ermittlungen gegen Vonovia betrachtet. Lukas Siebenkotten, Präsident des Deutschen Mieterbundes, fordert Schadenersatz für Mieterinnen und Mieter, die durch mutmaßlich korruptes Verhalten von Mitarbeitenden geschädigt wurden. Das ist natürlich ein Skandal – und die Mietervereine kritisieren seit Jahren die Intransparenz bei der Umlage von Betriebskosten. Man fragt sich, wie lange die Mieter noch bereit sind, diese Unsicherheiten zu ertragen, während die Kosten für nicht durchgeführte Arbeiten auf sie umgelegt werden. Es ist ein schmaler Grat zwischen Vertrauen und Enttäuschung.

Der Deutsche Mieterbund hat klare Erwartungen an Vonovia. Es wird gefordert, dass der Konzern umfassend Rechenschaft über umgelegte Kosten ablegt und zu Unrecht umgelegte Ausgaben schnell erstattet. Und die Mieter? Sie sind die Hauptgeschädigten, wenn sich die Vorwürfe bewahrheiten. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickeln wird, aber die Anzeichen deuten darauf hin, dass die Mieter nicht einfach stillhalten werden.

Rechte der Mieter

Für all diejenigen, die in dieser angespannten Lage stecken, ist es wichtig zu wissen, welche Rechte sie haben. Mietverträge begründen schließlich ein Dauerschuldverhältnis, und für Wohnraummietverhältnisse gibt es spezielle Vorschriften. Die Kündigungsschutzbestimmungen sind hier besonders erwähnenswert. Mieter haben in der Regel einen besonderen Schutz, und das gilt auch für Mieterhöhungen. Wer also denkt, dass er einfach so aus der Wohnung geworfen werden kann – Fehlanzeige! Unbefristete Mietverhältnisse können nur mit berechtigtem Interesse gekündigt werden, und die Kündigungsfristen verlängern sich sogar nach fünf und acht Jahren. Das gibt den Mietern einen gewissen Rückhalt.

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Die Miete muss zwar pünktlich gezahlt werden, das ist klar, aber auch die Betriebskostenabrechnung muss jährlich erfolgen und den Grundsatz der Wirtschaftlichkeit beachten. Mieter haben also das Recht, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen zu dulden – aber nur, wenn sie angemessen sind. Und so bleibt die Frage: Wie wird sich die Situation rund um den Wohnkomplex in Schwachhausen weiterentwickeln? Eines ist sicher: Die Mieter sind bereit, für ihr Zuhause zu kämpfen, und sie sind nicht bereit, kampflos aufzugeben.