Heute ist der 10.05.2026 und wir blicken zurück auf eine der skurrilsten Geschichten, die Bremen zu bieten hat. In den 1960er Jahren, genauer gesagt in der Bremer Vahr, führte Johann Surowitz einen Porzellanladen, der zu einem Schauplatz für mysteriöse Vorfälle wurde. So mysteriös, dass es fast schon wie ein Drehbuch aus einem Gruselfilm klingt. Immer wieder zerbrach Porzellan ohne jeden erkennbaren Grund. Ein echtes Rätsel!
Im Jahr 1965 summierte sich der Schaden durch die zerbrochenen Stücke auf etwa 5.000 D-Mark – eine ganze Menge Geld damals! Die Polizei, die Feuerwehr und das Bauaufsichtsamt schickten ihre besten Leute, um dem Phänomen auf den Grund zu gehen, doch alle Versuche, eine Erklärung zu finden, blieben erfolglos. Das Ganze wurde noch seltsamer, als der 14-jährige Lehrling Heiner Scholz ins Visier der Ermittler geriet. Er war immer dann in der Nähe, wenn das Porzellan zerbrach. Zufall? Oder war da mehr im Spiel?
Parapsychologische Erklärungen
Dr. Hans Bender, ein Parapsychologe und Leiter des Instituts für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene, nahm sich der Sache an. Er war überzeugt, dass Scholz über telekinetische Fähigkeiten verfügte. Klingt nach Science-Fiction, oder? Bender führte eine Reihe von Experimenten durch und kam zu dem Schluss, dass der Junge tatsächlich Opfer eines „psychokinetischen Phänomens“ war. Man kann sich vorstellen, wie das für die Leute damals klang – zwischen Staunen und Skepsis. Die Vorfälle hörten auf, als Scholz den Laden verließ. War es seine Macht, die das Porzellan zerbersten ließ, oder war das Ganze nur ein Trick?
Im Jahr 1978 gab Scholz schließlich zu, in einer Fernsehsendung, dass er die Vorfälle inszeniert hatte – eine Art Racheakt an seinem Chef. Man fragt sich, was in einem 14-jährigen vorgeht, der solche Maßnahmen ergreift. Ob das Porzellan wirklich „gespukt“ hat oder ob alles nur ein cleverer Plan eines frustrierten Lehrlings war, bleibt wohl ein Geheimnis der Vahr. Die Frage bleibt: Wie viel Wahrheit steckt in den Geschichten, die wir hören? Und wo hört die Realität auf und wo beginnt die Fiktion?
Ein Blick in die Vergangenheit
Diese Geschichte ist nicht nur ein Beispiel für die skurrilen Begebenheiten, die in Bremen stattfinden können, sondern spiegelt auch ein Stück der Gesellschaft der 60er Jahre wider. Eine Zeit, in der das Interesse an Paranormalem blühte und die Menschen sich für das Unbekannte interessierten. Vielleicht lag es an der politischen Unsicherheit oder den vielen Umbrüchen dieser Ära, die die Menschen dazu brachte, nach Erklärungen in der übernatürlichen Welt zu suchen. Das Porzellan, das zerbricht, könnte genauso gut für die brüchige Realität dieser Zeit stehen.
Die Bremer Vahr hat sich seitdem gewandelt, doch die Geschichten, die in den alten Mauern wohnen, bleiben. Ob es nun wirklich Geister sind oder nur die Schatten der Vergangenheit, die uns anblicken – die Faszination für das Unheimliche wird nie enden. Und so bleibt die Frage: Was mag sich wohl hinter der nächsten Ecke verbergen?