Hinter der Heilig-Geist-Kirche in Bremen-Neue Vahr gibt es einen Ort, der mehr ist als nur eine Werkstatt. Karem Hasan, ein 47-jähriger Syrer, hat hier ein Repaircafé ins Leben gerufen. Es ist, um es bildlich auszudrücken, etwa so groß wie zwei Garagen. Und was findet man dort? Fernseher, Kaffeemaschinen, Plattenspieler – all die Geräte, die oft als „schrottig“ abgestempelt werden, aber in den Händen von Hasan und seinem Team ein neues Leben bekommen.

Hasan, der 2018 mit seiner Familie aus Damaskus floh, hat nicht nur sein Heimatland hinter sich gelassen. Er hat auch seine Karriere als Elektroniker und Berufsschullehrer in Deutschland neu gestartet. In den ersten Monaten nach seiner Ankunft lernte er schnell Deutsch und wollte mit seinen Fähigkeiten etwas zurückgeben. Nur acht Monate später, im Sozialkaufhaus Marktplatz der Begegnung, öffnete er die Türen seines Repaircafés. Ein Ort, an dem Menschen, die sich neue Geräte nicht leisten können, kostenlos Hilfe bekommen.

Ein Team mit Herz und Handwerk

Gemeinsam mit seiner Frau Reham Alsalti und dem Praktikanten Andrii aus der Ukraine repariert Hasan alles, was die Besucher mitbringen. Das ist nicht nur eine praktische Unterstützung – es ist auch ein Ausdruck von Gemeinschaft. Hasan kümmert sich um die Ersatzteile, wobei er manchmal Unterstützung beim Bestellen benötigt. Aber das spielt keine Rolle, denn die Freude, die er beim Reparieren sieht, motiviert ihn und sein Team immer wieder aufs Neue.

Sein Traum? Ein größerer Raum für das Repaircafé, um noch mehr Menschen die Kunst des Reparierens beizubringen. Das wäre nicht nur ein Gewinn für die Umwelt, sondern auch für das Miteinander in der Nachbarschaft. Denn ab Juli 2024 tritt das „Recht auf Reparatur“ in Kraft, und Hasan ist bereit, diese Chance zu nutzen. In seinen Augen ist es wichtig, dass Hersteller verpflichtet werden, Geräte so zu gestalten, dass sie reparierbar sind. Das ist ein Schritt, den er nur unterstützen kann.

Ein neues Zuhause und Engagement für die Zukunft

Die Integration in Deutschland bedeutet für Hasan mehr als nur ein neues Zuhause. Er hat die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen und ist seit Dezember 2023 Mitglied der SPD. In seinen Gesprächen betont er die Bedeutung von Demokratie und Freiheit und kritisiert die Ansichten der AfD. Es ist klar, dass ihm die Werte, für die er steht, am Herzen liegen. Er möchte andere ermutigen, sich ebenfalls für die Gesellschaft und die Umwelt zu engagieren. „Wir müssen etwas tun“, sagt er oft.

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Insgesamt zeigt das Engagement von Hasan, wie wichtig die Unterstützung von geflüchteten Menschen in Deutschland ist. Ein aktueller Bericht der Bertelsmann-Stiftung hebt hervor, dass das Engagement der Bürger:innen und die Vernetzung in den Kommunen entscheidend für die Integration sind. Diese Aspekte sind auch im Repaircafé in Bremen spürbar, wo Nachbarn zusammenkommen, um an ihren Geräten zu arbeiten und gleichzeitig Beziehungen aufzubauen.

Das Repaircafé hat samstags von 10 bis 14 Uhr geöffnet, Adresse: August-Bebel-Allee 276, Bremen. Hier entstehen nicht nur reparierte Geräte, sondern auch neue Freundschaften und ein Gefühl der Zusammengehörigkeit – etwas, das in diesen Zeiten wichtiger ist denn je.