Inmitten der pulsierenden Stadt Bremen, genauer gesagt im Stadtteil Vahr, gibt es einen Ort, an dem Kinder und Jugendliche nicht nur tanzen, sondern auch eine ganze Menge über sich selbst lernen. Ali John Ghofranifar, besser bekannt als Gigy Golez, hat hier seine Tanzschule, die er seit nunmehr 18 Jahren betreibt. Sein Engagement für Hip-Hop- und Breakdance-Projekte ist nicht nur eine Leidenschaft, sondern auch eine Mission. Er setzt sich leidenschaftlich dafür ein, jungen Menschen einen positiven Lebensweg zu zeigen – und das funktioniert! Gigy hat geschätzt rund 1000 Schüler unterrichtet. Das spricht für sich.
Wie kam es dazu? Nun, in seiner Jugend war er Teil einer Clique, die nicht gerade mit dem Gesetz in Einklang stand. Doch dann nahm ihn ein Freund zu einem Tanztraining mit. Plötzlich fand er sich in einer Welt wieder, in der Bewegung und Kreativität die Hauptdarsteller waren. Der Einfluss von MTV-Videos und Straßen-Battles ließ ihn die Tanzbewegungen lernen und schließlich wurde er sogar von einer Tanzlehrerin als Co-Trainer angeworben. Das war der Wendepunkt, an dem er die Kleinkriminalität hinter sich ließ und Anerkennung durch Tanzen fand.
Ein Sommerfest voller Energie
Das nächste große Event steht bereits vor der Tür! Am Freitag, den 19. Juni, wird die Kindergarten-Gruppe unter Gigys Leitung von 14.30 bis 17.30 Uhr beim Sommerfest im Familien- und Quartierszentrum sowie der Heilig-Geist-Kirche auftreten. Die Vorfreude ist groß, denn die kleinen Tänzerinnen und Tänzer haben sich ordentlich ins Zeug gelegt. Es ist einfach schön zu sehen, wie viel Freude sie am Tanzen haben und wie sie durch Gigy ermutigt werden, ihre Talente auszuleben.
Sein Engagement endet jedoch nicht in der Tanzschule. Seit 2015 arbeitet er auch als Sozialarbeiter bei der Bremer Erziehungshilfe und betont die Wichtigkeit von Kontinuität für Kinder und Jugendliche. Gerade in der Coronazeit, als seine Tanzschule mit Mitgliederschwund zu kämpfen hatte, war es eine Herausforderung, alles wieder aufzubauen. Um dennoch finanziell auf der sicheren Seite zu sein, hat er sogar als Hochzeitsfotograf gearbeitet. Ein Multitalent, der Gigy!
Hip-Hop als kulturelle Bewegung
Doch was macht Hip-Hop so besonders? Nun, es ist die größte Jugendkultur in Deutschland und bietet Kindern und Jugendlichen eine Plattform, um kreativ zu sein. Organisationen wie Projekt-HipHop unterstützen diese Bewegung mit Workshops und Seminaren, die sich an soziale Einrichtungen und Schulen richten. Hier können die jungen Leute die Hip-Hop-Kultur ganz praktisch kennenlernen – von Tanz über Musik bis hin zu Graffiti. Das ist nicht nur ein Spaßfaktor, sondern auch eine echte Chance zur persönlichen Entwicklung.
Breaking, als Teil dieser Kultur, bietet künstlerisch-kreative Ausdrucksmöglichkeiten. Ursprünglich in der South Bronx entstanden, hat sich Breaking über die Jahre zu einer wichtigen Ausdrucksform für viele Jugendliche entwickelt. Die Tänzer*innen transformieren ihre Erfahrungen und Konflikte in symbolische Wettkämpfe und erlernen dabei nicht nur Tanztechniken, sondern auch wichtige soziale Fähigkeiten. Der „Cipher“ wird zum Ort des Lernens und des Austausches – eine Art Treffpunkt für kreative Köpfe.
Ein Blick in die Zukunft
Gigy hat sich in der Vahr nicht nur ein eigenes Haus in Sebaldsbrück gekauft, sondern plant auch, eine Familie zu gründen. Es ist bemerkenswert, wie er aus seiner eigenen schwierigen Vergangenheit einen positiven Lebensweg geformt hat und nun anderen hilft, dasselbe zu tun. Die Kraft des Tanzens hat ihn nicht nur von der Straße weggeführt, sondern auch dazu inspiriert, anderen eine Stimme zu geben. Es bleibt spannend, was die Zukunft für ihn und seine Schüler bereithält.