Am 1. Mai 2026 wird die Bremer Innenstadt wieder zum Schauplatz von Solidarität und politischem Engagement. Wie in den Jahren zuvor, versammeln sich auch dieses Jahr zahlreiche Menschen, um für ihre Rechte und Interessen einzutreten. Unter dem Motto „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“ stehen die Themen Arbeitszeit, Arbeitsplatzsicherheit und Altersvorsorge im Fokus. Die Bremer Kundgebung beginnt um 10:45 Uhr auf dem Parkplatz vor dem Weser-Stadion und zieht dann zum Domshof, wo um 12 Uhr die zentrale Veranstaltung startet. Auch in Bremerhaven wird um 10 Uhr am Gewerkschaftshaus gestartet, der Zug führt zum Theodor-Heuss-Platz, wo um 11:15 Uhr die Kundgebung beginnt.
Im vergangenen Jahr nahmen etwa 2.500 Menschen an der Mai-Kundgebung in Bremen teil, während es in Bremerhaven rund 250 Teilnehmer waren. Insgesamt beteiligten sich mehr als 55.000 Menschen in Bremen und Niedersachsen an den Mai-Kundgebungen. Diese beeindruckenden Zahlen verdeutlichen, wie wichtig der Tag der Arbeit für die Menschen in der Region ist. Der 1. Mai, der international als Tag der Solidarität gefeiert wird, hat seinen Ursprung in den USA, wo 1886 Arbeiter für den Acht-Stunden-Tag demonstrierten. In Deutschland wurde dieser Tag 1890 als offizieller Tag der Arbeiterbewegung etabliert.
Themen und Herausforderungen
Die diesjährige Kundgebung wird von Christian Wechselbaum geleitet, der seit Dezember 2025 als Landesleiter des DGB in Bremen fungiert. Zuvor war Wechselbaum Regionalleiter der IG BAU Weser-Ems und bringt als ausgebildeter Industriekaufmann sowie Wirtschaftsjurist mit Schwerpunkt Arbeitsrecht eine Fülle von Erfahrung mit. Die Themen der diesjährigen Kundgebung sind besonders relevant: Der Kampf um eine gerechte 41-Stunden-Woche in Bremen, die Sicherung von Arbeitsplätzen sowie die Altersvorsorge werden als entscheidende Anliegen hervorgehoben.
Doch die Herausforderungen für die Arbeitnehmer sind groß. Die Globalisierung, der Klimawandel und die Digitalisierung haben den Arbeitsmarkt stark verändert. Gewerkschaften setzen sich für faire Vergütung, angemessene Arbeitszeiten und sichere Arbeitsverträge ein. Dies sind zentrale Forderungen, die auch am 1. Mai lautstark vertreten werden. Dabei kommt es nicht nur auf die Löhne an; auch die Themen Klimawandel und Energiesicherheit stehen zunehmend im Blickpunkt der Gewerkschaften, insbesondere für die energieintensive Industrie.
Ein Blick in die Zukunft
Während die Mobilisierung für Mai-Kundgebungen in den letzten Jahren schwieriger geworden ist, bleibt der 1. Mai ein wichtiger Tag für die Arbeitnehmervertretungen in Deutschland. Die Mitgliederzahlen der Gewerkschaften sind gesunken, was die Mobilisierung erschwert. Dennoch fordern die Gewerkschaften mehr Verantwortung von Arbeitgebern und staatliche Eingriffe zur Sicherung von Arbeitsplätzen.
Der 1. Mai ist nicht nur ein Feiertag, sondern auch eine Gelegenheit, auf die Errungenschaften der Arbeiterbewegung zurückzublicken. Er erinnert uns daran, dass die Stimmen der Arbeitnehmer gehört werden müssen. Die Forderungen nach höheren Löhnen, bindenden Tarifverträgen und der Beibehaltung des Acht-Stunden-Tages sind auch heute noch hochaktuell. In diesem Sinne ist der 1. Mai ein Zeichen des Zusammenhalts und der Solidarität – für die Rechte aller Beschäftigten und die Zukunft der Arbeit in Deutschland.