In den warmen Sommerabenden von Bremen-Habenhausen trifft sich eine bunte Gruppe von Autoenthusiasten auf dem Parkplatz von Poco. Die Initiative „Bremen cruist“ wurde von Can Aydin ins Leben gerufen, der mit seinen Mitstreitern ein ganz besonderes Treffen organisiert. Hier geht’s nicht um Raserei oder illegales Tuning – ganz im Gegenteil! Aydin und seine Freunde setzen auf eine verantwortungsvolle Feier der Autobegisterung. Und das zieht an, wie man an den letzten Treffen sehen konnte, bei denen rund 180 Fahrzeuge zusammenkamen.

Can Aydin selbst fährt einen schick individualisierten BMW 530D, der mit seiner matten Folierung und den schwarzen Felgen garantiert auffällt. Aber keine Sorge – der Motor und die Auspuffanlage sind unverändert. „265 PS reichen mir völlig“, sagt er. In den letzten acht Monaten hat er etwa 5000 Euro in sein Auto investiert, aber alles ist legal. Sein Vater, Celal Aydin, unterstützt ihn und sieht darin eine positive Alternative zu alkoholischen Partys und dem Nachtleben. „Es ist wichtig, dass wir hier eine sichere und friedliche Atmosphäre schaffen“, betont Can. Und genau das ist sein Ziel: die Leidenschaft für Autos in verantwortungsvolle Bahnen zu lenken und illegales Posing zu reduzieren.

Ein heißes Thema für die Polizei

Die Polizei hat jedoch eine andere Sichtweise. Sie äußert Skepsis gegenüber den Treffen, vor allem weil einige Teilnehmer in der Vergangenheit mit illegalen Aktivitäten aufgefallen sind. „Wir begrüßen grundsätzlich friedliche Treffen“, so die Polizei, „aber wir müssen auch vor illegalen Aktivitäten warnen, die das Bild der gesamten Szene trüben.“ Das ist ein schmaler Grat, auf dem Aydin und seine Gruppe balancieren. Sie wollen nicht, dass ein kleiner Teil der Teilnehmer durch negatives Verhalten die gesamte Szene belastet.

Ein Blick auf die aktuelle Situation zeigt, dass die Polizei in Bremen verstärkt gegen Raser und Autoposer vorgeht, insbesondere im Vorfeld des alljährlichen „Car-Freitags“ an Karfreitag. Erhöhtes Aufkommen hochtouriger Fahrzeuge wird erwartet, und die Polizei plant Schwerpunktmaßnahmen, basierend auf den Erfahrungen aus dem Vorjahr. Hier sind hauptsächlich junge Männer bis 35 Jahre beteiligt, oft mit hochwertigen Mietautos. In anderen Teilen Niedersachsens – wie in Hannover oder Osnabrück – sieht die Lage noch etwas anders aus. Dort sind die Probleme mit der Tuning-Szene ausgeprägter, und die Polizei hat es dort mit einem höheren Anteil an Posern und Geschwindigkeitsverstößen zu tun.

Die Herausforderung der Szene

„Verabredungen zu verbotenen Autorennen finden oft spontan im Fließverkehr statt“, erklärt die Polizei. Das macht es schwierig, die Raser zu erfassen, da es keine homogene Szene gibt. Im Vorjahr wurden in Osnabrück beispielsweise 123 Fahrzeuge kontrolliert, wobei 70 beanstandet und 20 aus dem Verkehr gezogen wurden. Immer wieder landen die Polizisten in der Zwickmühle: Sie möchten die Tuning-Kultur nicht unterdrücken, wissen aber, dass die Sicherheit aller Teilnehmer am Straßenverkehr höchste Priorität hat.

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Der Karfreitag ist für viele Tuner ein fester Termin im Kalender. Sie kommen, um ihre Autos zu zeigen und sich auszutauschen. Doch während die einen die Leidenschaft für das Tunen und Tuning teilen, gibt es immer wieder die, die durch übertriebenes Posing und illegale Umbauten negativ auffallen. „In Bremen gibt es wenig Probleme mit der Tuning-Szene“, stellt die Polizei fest, „aber die Autoposer sind ein echtes Problem.“ Und das ist das, was Aydin und seine Gruppe unbedingt verhindern wollen – eine friedliche, verantwortungsvolle Autoszene ohne Raser und Poser.