Es gibt Neuigkeiten aus Hamburg, die vielleicht den einen oder anderen von euch überraschen werden. Hantaviren, die in der Hansestadt schon einmal für Aufregung gesorgt haben, sind seit 2024 nicht mehr registriert worden. Ein Grund zur Entspannung? Vielleicht. Denn die letzten Fälle liegen bereits zwei Jahre zurück, und insgesamt wurden in den letzten zehn Jahren nur 21 Hantavirus-Fälle in Hamburg verzeichnet. Was noch erfreulicher ist: Es gab keine Todesfälle im Zusammenhang mit diesen Viren. Das Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg, das sich intensiv mit der Erforschung dieser Krankheit auseinandersetzt, hat bei den Fällen in der Stadt kein Andesvirus nachweisen können – ein weiteres kleines Glück.

Wie die Wissenschaftler erläutern, werden Hantaviren vor allem durch den Kontakt mit Ausscheidungen infizierter Nagetiere übertragen. Besonders gefährlich ist das Einatmen von Staub, der mit dem Virus kontaminiert ist. Aber auch über Lebensmittel kann eine Ansteckung erfolgen, wenn sie mit den Hinterlassenschaften der kleinen Nager in Berührung kommen. Die gute Nachricht für uns im europäischen Raum: Mensch-zu-Mensch-Übertragungen sind bei den hiesigen Hantaviren nicht nachgewiesen. Vielmehr treten die Erkrankungen vor allem in bestimmten Regionen von Süd- und Westdeutschland auf, die Fallzahlen unterliegen natürlichen Schwankungen.

Hantavirus und Kreuzfahrtschiffe

Doch nicht nur in Hamburg bleibt die Lage entspannt. Ein Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff „Hondius“ hat zwar hierzulande für ein wenig Aufregung gesorgt, aber auch dieser Fall zeigt, dass das Risiko für die Öffentlichkeit als gering eingeschätzt wird. Eine 65-jährige Frau, die asymptomatisch ist, wird in Düsseldorf untersucht – vorsorglich, da sie Kontakt zu einem Hantavirus-Fall hatte. Auf dem Schiff, das rund 150 Passagiere beförderte, wurden einige Hantavirus-Infektionen festgestellt. Tragischerweise starben ein älteres niederländisches Ehepaar sowie eine deutsche Frau. Ein weiterer Passagier wurde nach seiner Rückkehr in die Schweiz positiv getestet.

Die WHO hat von insgesamt sieben Fällen berichtet und vermutet Mensch-zu-Mensch-Übertragungen, auch wenn diese nicht als gesichert gelten. Bei zwei der verstorbenen Passagiere wurde das Andesvirus festgestellt, das als besonders virulent gilt. Auf dem Schiff waren bereits mehrere Verdachtsfälle gemeldet worden, und die Besatzung sowie die Passagiere erhalten umfassende Untersuchungen auf den Kanarischen Inseln.

Wissenschaftliche Einordnung und Prävention

Was wissen wir also über Hantaviren? Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) handelt es sich hierbei um RNA-Viren der Familie Hantaviridae. In Deutschland sind vor allem das Puumalavirus und eine genetische Variante des Dobrava-Belgrad-Virus vorherrschend. Die Infektionen können asymptomatisch verlaufen oder mit unspezifischen Symptomen einhergehen. Hämorrhagisches Fieber und das Hantavirus-kardiopulmonale Syndrom sind die Hauptkrankheitsbilder, die auftreten können.

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Das RKI bietet auf seiner Website aktuelle Ratgeber für Fachkreise an. Diese Informationen sind besonders wichtig für Ärzte, medizinisches Fachpersonal und den öffentlichen Gesundheitsdienst. Die Prävention bleibt die beste Waffe gegen eine Infektion: der Kontakt mit Nagetier-Ausscheidungen muss unbedingt vermieden werden. Ein bisschen Hygiene und Vorsicht können hier viel bewirken! In Deutschland schwankt die Inzidenz von Hantavirus-Erkrankungen stark, die Dunkelziffer wird als hoch eingeschätzt – das zeigt, dass wir wachsam bleiben sollten, auch wenn die Situation aktuell entspannt scheint.