Die Stimmung ist angespannt in den Bremer Stadtteilfarmen. Ein besorgniserregendes Thema schwebt über den Einrichtungen, die für viele Kinder und Jugendliche in der Region so wichtig sind. Die finanzielle Unsicherheit, die durch neue Verteilungsregeln in der offenen Kinder- und Jugendhilfe ausgelöst wurde, sorgt für schlaflose Nächte – nicht nur bei den Farmleitungen, sondern auch bei den vielen jungen Menschen, die auf diese Angebote angewiesen sind. Für die Stadtteilfarm in Habenhausen heißt es ab Herbst: keine institutionelle Förderung mehr. Und das könnte weitreichende Folgen haben.

Am Montagnachmittag steht ein wichtiges Treffen mit Vertretern des Bildungs- und Sozialressorts an. Der Jugendhilfeausschuss wird am Donnerstag die neuen Regeln beschließen, die nicht nur zu einer allgemeinen Reduzierung der finanziellen Mittel führen, sondern auch konkret für die Stadtteilfarmen in Huchting und Gröpelingen bedeuten, dass jeweils eine Stelle wegfällt. „Wir brauchen dringend eine Lösung!“, so der Appell der Farmleitungen, die um den Erhalt ihrer Angebote in der derzeitigen Größe kämpfen. Kürzere Öffnungszeiten könnten notwendig werden – aber wie soll man das umsetzen, wenn die Tiere rund um die Uhr betreut werden müssen?

Die Sorgen der Farmleitungen

Elke Meier, die Vorständin der Kinder- und Jugendfarm Habenhausen, bringt es auf den Punkt: „Eine Verzögerung bis zu den Sommerferien könnte gravierende Auswirkungen auf unsere Kooperationen mit Schulen und auf die Arbeitsverträge haben.“ Denn die Kürzungspolitik des Senates wird nicht nur von den Farmleitungen, sondern auch von den Jugendlichen scharf kritisiert. „Wenn wir keine Entscheidung zur finanziellen Zukunft bekommen, befürchten wir das Aus“, so ein besorgter Kommentar aus den Reihen der Farmen. Und das ist nicht übertrieben – bei einer Umstellung auf Projektförderung bis 2027 könnten bis zu 14 Arbeitsplätze wegfallen, was die ohnehin schon angespannte Lage noch verschärfen würde.

Rolf Diener von der Obersten Landesjugendbehörde versucht, die Situation ein wenig zu beschwichtigen: „Eine Umstellung auf Projektmittel bedeutet nicht, dass die Förderung auf null sinkt.“ Doch das Vertrauen in die Behörden schwindet. Die Farmleitungen betonen, dass sie mehr sind als nur Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit – sie sind außerschulische Lernorte, die auch Umwelt- und Demokratiebildung anbieten. Ein Missverständnis? Vielleicht. Doch die Geduld der Betroffenen ist mittlerweile aufgebraucht. Seit Jahren wird über die Gespräche zwischen den Ressorts geredet, aber es gibt kaum Ergebnisse. „Wir brauchen eine Mischfinanzierung, um auch weiterhin unsere Angebote aufrechterhalten zu können“, fordern sie unermüdlich.

Ein Blick auf die Zahlen

Über die finanziellen Rahmenbedingungen, die das Sozialressort für die kommenden Jahre plant, ist bereits einiges bekannt. Sozialsenatorin Dr. Claudia Schilling hat einen Haushaltsentwurf für das Sozialressort vorgelegt, der für 2024 Gesamtausgaben von 2,04 Milliarden Euro vorsieht. Das klingt erst einmal nach viel, aber die Ausgaben sind durch Bundesrecht und gesellschaftliche Entwicklungen bereits festgelegt. Die Offene Kinder- und Jugendarbeit erhält zusätzlich 719.000 Euro jährlich, aber reicht das wirklich aus, um die Herausforderungen zu meistern? Die Farmleitungen sind skeptisch – und das zu Recht. Rund zwei Drittel des Etats der Kinder- und Jugendfarm im Bremer Süden werden selbst erwirtschaftet. Es wird also deutlich, dass hier Handlungsbedarf besteht.

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In dieser angespannten Lage bleibt den Stadtteilfarmen nur eines: Die Hoffnung auf Unterstützung und ein Umdenken in den Behörden. Denn für viele Kinder und Jugendliche in Bremen ist das Angebot der Farmen nicht nur eine Freizeitbeschäftigung, sondern ein essenzieller Teil ihres Alltags. Und das dürfen wir nicht vergessen.