Heute, am 31. Mai 2026, versammeln sich in der Neustadt zahlreiche engagierte Bürgerinnen und Bürger, um ihre Stimmen im Namen der Sicherheit der Jüngsten zu erheben. Das Aktionsbündnis „Kidical Mass“ hat zur Fahrraddemo aufgerufen – ein Ereignis, das nicht nur in Bremen, sondern weltweit für Aufsehen sorgt. Mitglieder des ADFC Bremen sowie mehrere Klima-Initiativen sind mit von der Partie. Ihr Ziel? Mehr Sicherheit für Kinder im Straßenverkehr!

Um 14 Uhr geht es los – der Auftakt an einer Grundschule in der Neustadt. Die Stimmung ist erwartungsvoll, vielleicht ein wenig aufgeregt. Bis zu 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden erwartet, die sich auf eine Strecke von sechs Kilometern durch die Innenstadt bis nach Walle begeben. Doch Vorsicht! Die Polizei hat bereits vor kurzzeitigen Straßensperrungen gewarnt. Das soll die Sicherheit der Radler auf ihrer Reise gewährleisten, aber ein bisschen Geduld wird wohl von den Autofahrern gefordert.

Ein globales Anliegen

Die Kidical Mass ist nicht nur eine lokale Bewegung – sie ist Teil eines weltweiten Aufschreis für kinder- und fahrradfreundliche Städte und Gemeinden. Hier in Deutschland ist die Bewegung seit 2017 aktiv, und die erste Veranstaltung in Bremen fand bereits im September 2020 statt. Ein Zusammenschluss aus Eltern, Mitgliedern der Critical Mass und dem ADFC Bremen zeigt, wie wichtig das Anliegen ist. Unterstützung bekommen sie auch von Verkehrs-NGOs wie dem VCD, „Einfach einsteigen“, „Autofreier Stadtraum“, Denkhaus Bremen und BUND Bremen. Gemeinsam setzen sie sich für temporäre Fahrverbote in Straßen vor Schulen ein – ein Schritt, der für viele Eltern längst überfällig ist.

Die aktuelle Situation in deutschen Städten ist jedoch alles andere als rosig. Eine neue Studie des Clean Cities Netzwerks hat ergeben, dass Deutschland im europäischen Vergleich bei kinderfreundlicher Mobilität hinterherhinkt. Schulstraßen sind hierzulande die Ausnahme, und sichere Schulwege sind rar gesät. Tempo 30 und geschützte Radwege? Selten! Während Städte wie Paris, London und Helsinki schon längst kinderfreundliche Mobilität umgesetzt haben, bleibt Deutschland im Rückstand.

Die Forderungen der Bewegung

Vom 5. bis 25. Mai 2025 haben bundes- und europaweit Demonstrationen unter dem Motto „Straßen sind für alle da“ stattgefunden. Aktionen wie die Kidical Mass Fahrraddemos, Schulstraßenaktionen und Fahrradbussen/Bicibus nehmen Fahrt auf. Die Forderungen zielen darauf ab, Straßen an den Bedürfnissen von Kindern auszurichten. Es ist höchste Zeit, dass Kommunen, Länder und der Bund diese Anliegen ernst nehmen – schließlich geht es um die Sicherheit der Kleinsten.

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Die Kidical Mass Bewegung umfasst bereits über 700 lokale Organisationen und Initiativen, die sich für sichere Straßen einsetzen. Im Frühjahr und Herbst 2024 kamen mehr als 200.000 Menschen an über 1.100 Aktionen zusammen. Die StVO-Novelle 2024 gibt Städten mehr Handlungsspielraum für kinderfreundliche Mobilität. Es bleibt also zu hoffen, dass diese Entwicklungen auch in Bremen Früchte tragen und wir bald sicherere Straßen für unsere Kinder sehen werden.