In der Neustadt rollt die neueste Ausgabe der Schülerzeitung „Zisch“ aus den Druckerpressen, und die Themen, die sie behandelt, sind alles andere als alltäglich. Bremer Schüler schlüpfen in die Rolle von Journalisten und setzen sich mit gesellschaftlich relevanten Fragen auseinander. Von den Aufgaben der Gärtner über das Sicherheitsgefühl in der Neustadt bis hin zur Unterstützung trauernder Kinder und Jugendlicher – die Jugendlichen zeigen, dass sie sich Gedanken über die Welt um sie herum machen.
Besonders spannend sind die Vor-Ort-Recherchen, die die verschiedenen Schulklassen durchgeführt haben. So hat die Klasse 8 der Oberschule am Leibnizplatz mit zwei Polizisten am Treffpunkt von Drogenkonsumenten Interviews geführt und sich mit dem sensiblen Thema Drogenschmuggel auseinandergesetzt. Die Siebtklässler der Georg-Droste-Schule in Schwachhausen wiederum haben sich auf die Spuren der Gärtner begeben und interessante Einblicke in deren Berufsfelder gewonnen. Und die Klasse 8 c der Wilhelm-Focke-Oberschule in Horn-Lehe hat das Mensaessen unter die Lupe genommen – eine wichtige Sache, denn was wir essen, beeinflusst unser Wohlbefinden enorm. Gespräche mit dem Caterer und Umfragen unter Mitschülern haben aufgezeigt, wie herausfordernd die Essensversorgung in Schulen sein kann.
Gärtner: Ein Beruf mit Zukunft
Die Recherchen zur Gärtnerei sind besonders aufschlussreich. Gärtner zu sein, das ist mehr als nur schöne Blumen zu pflanzen. Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre, kann aber auch auf 2,5 Jahre verkürzt werden. Mit einem durchschnittlichen Gehalt von 2.790 Euro sind die Perspektiven in diesem Berufsfeld durchaus attraktiv. Gärtner arbeiten in den unterschiedlichsten Bereichen – von Garten- und Landschaftsbaubetrieben über Baumschulen bis hin zu botanischen Gärten. Hier ist viel Handwerk gefragt: Pflanzen setzen, pflegen und sogar Kunden beraten. Für alle, die gerne im Freien arbeiten und ein gewisses Maß an körperlicher Fitness mitbringen, könnte das genau das Richtige sein.
Aber der Beruf ist nicht nur eine Frage des handwerklichen Geschicks. Ein Gärtner sollte auch ein gewisses Verantwortungsbewusstsein und Teamfähigkeit mitbringen. Wer in der Branche Fuß fassen möchte, hat gute Chancen – die Nachfrage nach qualifizierten Gärtnern steigt, insbesondere durch Themen wie nachhaltige Landwirtschaft und Klimaschutzprojekte. Und das ist nicht alles: Die Digitalisierung bringt neue Techniken und Möglichkeiten mit sich, die den Beruf des Gärtners noch spannender machen.
Trauerarbeit für Kinder und Jugendliche
Ein weiterer wichtiger Aspekt, den die Schüler beleuchtet haben, ist die Unterstützung trauernder Kinder und Jugendlicher. Im Trauerland, einem Zentrum für trauernde Kinder und Jugendliche, haben die Schüler mit Mitarbeitern gesprochen, die sich mit viel Herzblut um die Belange der Betroffenen kümmern. Der Deutsche Kinderhospizverein e.V. arbeitet bundesweit und bietet Unterstützung für Familien, die mit lebensverkürzenden Erkrankungen ihrer Kinder konfrontiert sind. Es ist beeindruckend zu sehen, wie viel Engagement in diesen Einrichtungen steckt. Sie begleiten die Familien nicht nur während der Erkrankung, sondern auch über den Tod hinaus und bieten so einen wichtigen Rückhalt in schweren Zeiten.
Die Auseinandersetzung mit diesen Themen in der Zisch-Ausgabe zeigt, wie wichtig es ist, dass junge Menschen sich mit den Herausforderungen unserer Gesellschaft auseinandersetzen. Die neue Ausgabe ist auch als E-Paper erhältlich, und es bleibt zu hoffen, dass ganz viele Bremerinnen und Bremer einen Blick hineinwerfen – denn die Zukunft liegt in den Händen unserer Jugend.