Raser im Visier: Polizeikontrollen zeigen Wirkung in Bremen
In Bremen ist einiges los gewesen. Die Polizei hat in den letzten Tagen ein Auge auf die Raser- und Poserszene geworfen, die sich in Habenhausen versammelt hat. Über soziale Medien angekündigt, strömten bis zu 80 Fahrzeuge an den Ort des Geschehens. Die Polizei war mit einer verstärkten Präsenz vor Ort, um größere Verstöße zu verhindern. Das hat anscheinend auch gefruchtet: Zwei Motorradfahrer wurden mit über 130 km/h gestoppt, ihre Führerscheine und Maschinen beschlagnahmt. Und das war nicht alles – ein Fahrer ohne gültigen Führerschein, der in einem nicht zugelassenen Auto mit gestohlenen Kennzeichen unterwegs war, wurde ebenfalls zur Verantwortung gezogen. Strafanzeigen und Ermittlungen sind bereits eingeleitet.
Aber nicht nur in Habenhausen hat die Polizei durchgegriffen. Am Freitag und Samstag wurden in der Überseestadt über 30 Autos und mehr als 60 Personen kontrolliert. Unter anderem wurden Verkehrskontrollen wegen Lärmbelästigung durchgeführt, was nicht zuletzt auf die Beschwerden der Anwohner zurückzuführen ist. Diverse Ordnungswidrigkeits- und Strafanzeigen wurden gefertigt – die Polizei ist also ganz klar auf der Hut.
Illegale Autorennen im Fokus
Ein weiteres Highlight, wenn man das so nennen möchte, waren die mobilen Geschwindigkeitskontrollen auf der A27. In der Nacht auf Samstag wurde ein 20-Jähriger mit sage und schreibe 184 km/h gestoppt, wo nur 120 km/h erlaubt sind. Das wird ihn ein ordentliches Bußgeld von 1200 Euro kosten, und ein mehrmonatiges Fahrverbot ist ebenfalls zu erwarten. Fünf weitere Fahrer müssen mit ähnlichen Konsequenzen rechnen. Das zeigt, dass der Druck auf die Raser- und Poserszene immer weiter steigt, nicht nur in Bremen, sondern deutschlandweit.
Die Situation ist ernst, das weiß auch die Polizei in Köln. Hier hat Polizeihauptkommissar Jürgen Berg erklärt, dass viele illegale Rennen oft aus unscheinbaren Momenten wie einer roten Ampel heraus beginnen. Die Polizei hat den Verfolgungsdruck auf die Raserszene in Deutschland erhöht. Seit 2017 stehen illegale Autorennen unter Strafe – das kann sogar bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe nach sich ziehen, wenn das Leben Unbeteiligter gefährdet wird. Klar, dass solche Rennen nicht nur für die Teilnehmer gefährlich sind, sondern auch für unschuldige Verkehrsteilnehmer. Im vergangenen Jahr gab es 1.515 Strafanzeigen wegen illegaler Autorennen in Nordrhein-Westfalen, und die Zahl der Unfälle hat sich in den letzten Jahren dramatisch erhöht – 265 Unfälle und fünf Todesfälle sind die traurige Bilanz.
Gemeinsam gegen das Problem
Die Kölner Polizei hat sogar eine spezielle Dienststelle eingerichtet, um der Raser- und Poserszene den Kampf anzusagen. Dabei werden die Kräfte seit 2015 gebündelt, und das nach mehreren tödlichen Unfällen. In Bremen sieht es ähnlich aus. Die Polizei meldet für 2023 Vorfälle auf mittlerem zweistelligen Niveau, und die Tendenz ist steigend. Die Zusammenarbeit zwischen Polizei und Kommunen wird intensiviert, um das Problem anzugehen. Verkehrsinseln, Tempo-30-Zonen und Radarkontrollen sind nur einige der Maßnahmen, die ergriffen werden, um die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen.
Und das ist erst der Anfang. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: In Bayern stieg die Zahl der registrierten Rennen von 555 im Jahr 2021 auf 633 im Jahr 2022 – ein Zuwachs von über 14%. In Hamburg stieg die Zahl der Rennen von 117 auf 186. Es ist also klar, dass die Polizei nicht nur in Bremen, sondern in ganz Deutschland gefordert ist. Der Druck auf die Raser wird weiter steigen, und das ist auch gut so. Denn schließlich geht es um nichts Geringeres als um die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer.
