In Marßel, einem Stadtteil von Bremen, wird die Zukunft des Jugendclubs Ups ab 2027 massiv bedroht. Die Sozialbehörde plant, die institutionelle Förderung für den Club einzustellen, was zu einem enormen Aufschrei im Beirat Burglesum und bei den lokalen Akteuren geführt hat. Diese Entscheidung könnte nicht nur die Existenz des Clubs gefährden, sondern auch die sozialen Strukturen in einem Stadtteil, der ohnehin schon mit hohen Armutsquoten und einem großen Anteil an Bewohnern mit Migrationshintergrund kämpft.

Der Beirat Burglesum hat den Vorschlag der Sozialbehörde vehement abgelehnt und fordert parteiübergreifend eine Erhöhung der Fördermittel für das Ups, um mindestens zwei Stellen im Jugendclub zu sichern. Aktuell hat das Ups nur 1,7 Stellen, und die Prognose sieht für die Zukunft einen Rückgang auf null Stellen vor. Das würde nicht nur die Angebote für Jugendliche stark einschränken, sondern auch die bestehenden Mitarbeiter in eine unsichere Lage bringen. Die institutionelle Förderung deckt wichtiges Personal und Betriebskosten, und ohne diese Unterstützung sieht die Zukunft für die Jugendlichen in Marßel düster aus.

Die neue Förderstruktur

Die Sozialbehörde plant, ein neues Konzept für die offene Kinder- und Jugendarbeit einzuführen, das Mindeststandards für Ausstattung, Angebote und Öffnungszeiten festlegt. Einrichtungen, die diese Standards nicht erfüllen, könnten von der Förderung ausgeschlossen werden. Dies könnte für das Ups fatale Folgen haben, da es voraussichtlich nicht alle neuen Kriterien erfüllt. Im Publikum äußerten sich bereits Quartiersmanager, Schulleiterinnen und Mitglieder des Jugendforums kritisch zu dieser Entwicklung. Der Bedarf an sozialen Angeboten in Marßel ist hoch, was die aktuelle Diskussion um die Fördermittel umso dringlicher macht.

Insgesamt gibt es in Burglesum drei Stätten der offenen Jugendarbeit, darunter den Jugendclub Fockengrund in Grambke und das Jugendzentrum Burglesum, die ebenfalls unter finanziellen Druck stehen. AWO-Vertreterin Larissa Krümpfer berichtete, dass der Mangel an Geld und Personal zu reduzierten Öffnungszeiten und fehlenden Angeboten für Jugendliche führt. Die Sozialdeputation hat zwar sieben Prozent mehr Mittel für die offene Kinder- und Jugendarbeit beschlossen, jedoch bleibt die Unsicherheit über die Verteilung dieser Gelder bestehen. Ortsamtsleiter Florian Boehlke wies auf die haushaltslose Zeit hin, die die Situation zusätzlich erschwert.

Die Herausforderungen der Jugendarbeit

Die Herausforderungen in der Jugendarbeit sind nicht nur finanzieller Natur. Burckhardt Radtke, Leiter des Sozialzentrums Bremen-Nord, berichtete von einer schwierigen personellen Situation, die durch drei unbesetzte Stellen bei Casemanagern noch verschärft wird. Es gibt Hoffnung auf eine vollständige Besetzung der Stellen bis zum Sommer. Dennoch bleibt abzuwarten, wie sich die Situation auf die Angebote für die Jugendlichen auswirken wird. Aktuell sind alle Häuser in Burglesum freitags geschlossen, was die ohnehin schon eingeschränkten Möglichkeiten für die jungen Menschen weiter reduziert.

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Die kommenden Monate werden entscheidend sein. Der Beirat hat eine nächste Sitzung für den 16. April anberaumt, in der unter anderem die Themen öffentliche Spielplätze und die polizeiliche Kriminalstatistik auf der Tagesordnung stehen. Die Notwendigkeit, die Jugendarbeit in Burglesum nachhaltig zu sichern, wird dabei ein zentrales Thema sein. Politische Entscheidungen müssen zeitnah getroffen werden, um die Angebote für Kinder und Jugendliche in der Region nicht nur zu erhalten, sondern auch weiter auszubauen.

Die Diskussion um die Jugendarbeit in Bremen zeigt, wie wichtig die Unterstützung durch die Politik für die soziale Entwicklung ist. Hilfen zur Erziehung und Angebote der Jugendarbeit sind essenziell, um den Bedürfnissen der jungen Menschen gerecht zu werden. Diese Angebote sind nicht nur wichtig für die persönliche Entwicklung, sondern auch für die gesamte Gesellschaft, da sie helfen, soziale Probleme frühzeitig zu erkennen und anzugehen.