Die Kunst der Abwasserreinigung: Helma Köster und ihr Team in Seehausen
Inmitten des geschäftigen Treibens in Bremen, genauer gesagt in Seehausen, hat Helma Köster die Verantwortung für die Abwasserreinigung an den Kläranlagen Seehausen und Farge. Was für viele einfach nur ein technischer Prozess ist, wird hier zu einer Kunstform. Die Kläranlage Seehausen gehört zu den Top Ten in Deutschland und hat die Kapazität, das Abwasser von bis zu einer Million Menschen zu reinigen. Das ist eine echte Leistung! Täglich werden rund 130.000 Kubikmeter Schmutzwasser, das entspricht etwa 800.000 Badewannen voll, in diese Anlage geleitet. Unvorstellbar, oder?
Der Reinigungsprozess ist alles andere als trivial. Grobe Stoffe wie Feuchttücher, die einfach nicht abgebaut werden, werden von Rechen entfernt, während Mikroorganismen das Wasser von unerwünschten Stoffen befreien. Dabei setzt sich das Abwasser in speziellen Wasserbecken ab – eine Art natürliche Klärung, die mindestens 24 bis 45 Stunden dauert. Helma Köster erklärt, dass der Geruch des Abwassers anfangs ziemlich intensiv sein kann, aber wetterabhängig ist. Das Wetter hat somit auch Einfluss auf die Arbeit, die hier rund um die Uhr von mehr als 100 Mitarbeitern überwacht wird. Und wer denkt, dass das Ganze nach einem muffigen Keller riecht, der irrt: Die Kläranlage produziert sogar eigenen Strom aus dem entstehenden Schlamm!
Das Herzstück der Abwasserreinigung
Die Kläranlage Seehausen ist nicht nur ein Ort der Reinigung, sondern auch ein wichtiger Teil des stadtbremischen Lebens. Die Abwässer stammen nicht nur aus der Stadt selbst, sondern auch aus den umliegenden Gemeinden wie Lilienthal, Ritterhude und Stuhr/Weyhe. Während der Sommerferien, wenn viele im Urlaub sind, fällt weniger Abwasser an – ein kleiner Vorteil für die Anlage. Morgens hingegen merkt man einen Anstieg beim Abwassereintrag, wenn die Leute aufstehen und sich für den Tag vorbereiten. Es ist ein gewisser Rhythmus, der sich mit dem Lebensstil der Menschen verbindet.
In der Vorklärung setzen sich die festen Stoffe ab und werden dann in Faulbehältern zur Methanproduktion verwendet. So wird der Schlamm, der nach der Reinigung übrig bleibt, clever in eine Energiequelle verwandelt. Helma ist allerdings kein Fan von Schwimmen in der Weser oder in Seen – sie bezeichnet sich selbst als “Meerschwimmer”. Das hat vielleicht auch etwas mit ihrem tiefen Verständnis für die Gewässer zu tun, die sie täglich reinigt.
Innovationen in der Abwasserbehandlung
In den letzten 40 Jahren hat Deutschland viel in die Verbesserung der Abwasserbehandlung investiert. Das zeigen nicht nur die beeindruckenden Zahlen der Kläranlage in Seehausen. Dank dieser Entwicklungen konnte der Eintrag von sauerstoffzehrenden Stoffen und Nährstoffen in Gewässer deutlich reduziert werden. So hat sich der Zustand vieler Gewässer verbessert – ein echter Fortschritt für die Umwelt!
Die Herausforderungen sind dennoch nicht zu unterschätzen: Die Energieeffizienz und -erzeugung auf Kläranlagen müssen stetig gesteigert werden. Es gibt sogar Anlagen, die mit einer vierten Reinigungsstufe ausgestattet sind, um organische Mikroverunreinigungen wie Arzneimittelwirkstoffe zu eliminieren. Diese Entwicklungen sind entscheidend, denn behandeltes Abwasser ist ein Hauptweg, auf dem Mikroverunreinigungen in Oberflächengewässer gelangen.
Helma Köster und ihr Team in Seehausen sind nicht nur für die Technik verantwortlich, sondern auch für einen sauberen Lebensraum für die Menschen in Bremen. Wenn wir das nächste Mal das frische Wasser der Weser sehen oder gar einen Sprung ins kühle Nass wagen wollen, sollten wir uns daran erinnern, wie viel Arbeit dahintersteckt. Und ja, vielleicht sollten wir Helmas Rat befolgen und uns lieber auf die “Meere” beschränken!
