Energie im KI-Hype: Wo Strom und Wasser aufeinanderprallen
Der Boom um Künstliche Intelligenz (KI) hat die Börse ganz schön aufgemischt und dabei das Interesse an Energieunternehmen neu entfacht. Anleger sind auf der Suche nach profitablen Chancen – und das nicht nur bei den bekannten Chipherstellern wie Nvidia. Im ersten Halbjahr 2026 haben Energieunternehmen unglaubliche 12,6 Milliarden US-Dollar bei Börsengängen eingesammelt, der höchste Betrag seit der Dotcom-Blase 1999. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2025 waren es nur 4,3 Milliarden US-Dollar. Das ist schon eine Hausnummer!
Analyst Chris Dendrinos von RBC hat die Nase im Wind und bemerkt, dass der steigende Energiebedarf für Rechenzentren die Investoren verstärkt zu den Energieunternehmen lenkt. Man stelle sich vor: Ein typisches KI-Rechenzentrum verbraucht jährlich etwa 876.000 Megawattstunden Strom – das entspricht dem Verbrauch einer Stadt wie Duisburg oder sogar dem gesamten Bundesland Bremen! Diese immense Nachfrage zeigt, dass der Energiesektor ein heißes Pflaster ist. Und es wird noch spannender: Die Beratungsgesellschaft ICF prognostiziert einen Anstieg des Strombedarfs in den USA um 39 Prozent zwischen 2026 und 2035, vor allem durch Rechenzentren.
Wasser und Energie: Ein untrennbares Duo
Aber nicht nur Strom ist gefragt – auch Wasser wird zur kostbaren Ressource. Rechenzentren benötigen große Mengen Wasser zur Kühlung, was die Investitionen in die Wasserinfrastruktur unerlässlich macht. Laut der US-Umweltbehörde EPA sind in den nächsten 20 Jahren Investitionen von 625 Milliarden US-Dollar in die Wasserinfrastruktur nötig. Die Wasseraktien haben im Zuge des Boom um Rechenzentren bereits um bis zu 45 Prozent zugelegt. Und wusstest du, dass das Verfassen einer 100 Wörter langen E-Mail durch GPT-4 etwa 519 Milliliter Wasser verbraucht? Das ist schon richtig verrückt!
In dieser aufregenden Zeit haben auch einige Unternehmen wie Forgent Power Solutions und Innio erfolgreich den Sprung an die Börse gemeistert. Dennoch zeigt sich, dass fast zwei Drittel der seit 2025 an die Börse gegangenen Energiefirmen unter ihrem Ausgabepreis notieren – da fragt man sich, ob das nicht ein wenig zu optimistisch war.
Der Energiehunger der Zukunft
Der globale Strombedarf wird bis 2030 auf Rekordhöhe steigen, insbesondere durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Bis dahin werden Investitionen von 1,3 Billionen Dollar in Kraftwerke, Stromnetze und Rechenzentren erwartet. Wahnsinn, oder? Unternehmen wie Amazon, Alphabet, Meta und Microsoft liefern sich ein Wettrennen um den Bau von KI-Rechenzentren, und seit Beginn des KI-Booms im November 2022 haben diese Firmen ihre Investitionsbudgets auf über 300 Milliarden Dollar verdoppelt – mit Prognosen von über 400 Milliarden Dollar bis 2026.
Der zusätzliche Elektrizitätsbedarf für KI-Rechenzentren und Cloud-Dienste wird von McKinsey auf mindestens 50 Gigawatt bis 2030 geschätzt. Die Stromkapazität der Rechenzentren in den USA könnte bis dahin auf 80 Gigawatt verdreifachen. Und das ist noch nicht alles: Der Anteil der Rechenzentren am Gesamtstromverbrauch in den USA wird bis 2030 auf nahezu 12 Prozent steigen. Es wird ein spannendes Rennen um die Energieversorgung: Gasturbinen mit hoher Kapazität werden geplant, um einen kontinuierlichen Betrieb zu gewährleisten.
Die großen Turbinenhersteller wie GE Vernova und Siemens Energy stehen bereit, um von diesem Bauboom zu profitieren. Und auch die Kabelhersteller wie Prysmian und Nexans sind gefordert, denn die Verkabelung von Rechenzentren wird immer wichtiger. Interessanterweise wird auch Atomkraft als Energiequelle für Rechenzentren in Betracht gezogen. Unternehmen wie Microsoft und Meta haben bereits Atomstrom in ihre Pläne aufgenommen, und die Entwicklung von Small Modular Reactors (SMRs) als zukünftige Reaktortechnologie ist in vollem Gange.
Eine spannende Zeit, in der so viel Bewegung im Energiesektor ist – und Bremen ist mittendrin! Wer hätte gedacht, dass wir in einer Zeit leben, in der der Energiebedarf durch Künstliche Intelligenz und Rechenzentren so derartig in die Höhe schnellt? Das wird noch viele Überraschungen mit sich bringen!
