Heute ist der 23.04.2026 und die Energieversorgung in Bremen und Oldenburg steht vor Herausforderungen, die nicht zu übersehen sind. Der regional agierende Energieversorger EWE hat ein durchwachsenes Geschäftsjahr 2025 hinter sich, geprägt von einem spürbaren Rückgang bei Gewinn und Umsatz. Laut dem EWE-Vorstandsvorsitzenden Stefan Dohler sank der Gewinn um 10 % im Vergleich zum Vorjahr, während auch der Umsatz einen Dämpfer hinnehmen musste.
Ein bedeutender Faktor für diese negative Entwicklung war das schlechte Windjahr 2025, welches die Einnahmen aus der Stromerzeugung stark beeinträchtigte. Des Weiteren lief das Gasspeichergeschäft nicht wie erhofft. EWE vermietet Speicherkapazitäten an Händler, die Gas im Sommer günstig kaufen und im Winter teurer verkaufen möchten. Doch die angespannte Weltlage führte dazu, dass es im Sommer keine Niedrigpreisphase gab, was die Händler davon abhielt, Gas einzulagern. Folglich blieb EWE mit seinen Speicherkapazitäten auf der Strecke.
Preisanstiege drohen
Stefan Dohler macht keine Geheimnisse aus seinen Prognosen: Die Verbraucher müssen sich auf steigende Preise einstellen. Aktuell sind die bundesweiten Gasspeicher zu weniger als einem Viertel gefüllt, was die Situation zusätzlich verschärft. Der EWE-Chef warb eindringlich für eine strategische Gasreserve für Deutschland, um künftigen Engpässen vorzubeugen. EWE geht davon aus, dass die Preise für Strom und Gas steigen werden, jedoch nicht in dem Ausmaß wie zu Beginn des Ukrainekriegs, als die Preise in schwindelerregende Höhen schossen.
Momentan liegt der europäische Gaspreis bei rund 45 Euro pro Megawattstunde, während der Höchstpreis während der Energiekrise mehr als das Vierfache betrug. Je länger der Konflikt in der Ukraine andauert, desto höher könnten die Gaspreise steigen. Neue Geschäftskunden haben bereits mit höheren Preisen zu kämpfen, während Details zu möglichen Preiserhöhungen für Privatkunden noch in der Schwebe sind. Ein Lichtblick könnte jedoch die Stabilität der Strompreise sein, die aufgrund des hohen Anteils erneuerbarer Energien in Deutschland voraussichtlich bestehen bleibt.
Ausblick auf die Energiezukunft
Die aktuelle Lage ist ein klarer Weckruf für alle Beteiligten. Es zeigt sich, dass gerade in Krisenzeiten eine robuste Energiepolitik unerlässlich ist. Die EWE, als ein wichtiger Akteur in der Region, steht vor der Aufgabe, sich nicht nur den Herausforderungen des Marktes zu stellen, sondern auch aktiv an Lösungen zu arbeiten, um die Energieversorgung zukunftssicher zu gestalten. Die kommenden Monate werden zeigen, ob und wie sich die Strategie von EWE entwickelt und ob die dringend benötigte Stabilität in der Energieversorgung erreicht werden kann.
Inmitten dieser Unsicherheiten sollte die Öffentlichkeit wachsam bleiben und sich über die Entwicklungen informieren, um gut gerüstet in die Zukunft zu gehen.