Das Blockland, ein verstecktes Naturparadies nur wenige Kilometer nördlich des Bremer Stadtzentrums, ist mit seinen rund 30 Quadratkilometern Fläche und gerade mal 430 Einwohnern der am dünnsten besiedelte Stadtteil Bremens. Hier lebt man in einer besonders ruhigen und beschaulichen Umgebung, wo die bewohnten Gebiete sich entlang des 18 Kilometer langen Wümmedeichs konzentrieren. Dieser Deich markiert die nördliche Grenze Bremens zu Niedersachsen und bietet einen herrlichen Blick auf die umliegende Landschaft.
Die Hauptwirtschaft besteht vor allem aus der Milchwirtschaft, die durch kleine und mittelgroße Höfe geprägt ist. Das Hinterland, das von nassem Marschland dominiert wird, eignet sich hingegen nicht für den Ackerbau. Außendeichs liegt das Überschwemmungsgebiet der Wümme, ein Ort, der Naturliebhaber und Fotografen gleichermaßen anzieht. Das Zusammenspiel von Kulturlandschaft und Naturschutzgebiet macht das Blockland zu einem besonderen Erlebnis, das man nicht verpassen sollte!
Ein Blick ins Naturschutzgebiet
Das Naturschutzgebiet „Untere Wümme“ erstreckt sich über die Ortsteile Blockland und Borgfeld sowie den Stadtteil Horn-Lehe. Mit einer Fläche von 148,5 Hektar ist es ein Teil des FFH-Gebiets „Untere Wümme“ und des EU-Vogelschutzgebiets „Blockland“, das sich über beeindruckende 3.180,3 Hektar erstreckt. Seit dem 8. Oktober 1991 steht dieses Gebiet unter Naturschutz und wird seit 2006 von der Stiftung NordWest Natur betreut. Die zuständige Naturschutzbehörde ist der Senator für Umwelt, Bau und Verkehr, was schon mal ein gutes Zeichen ist, oder?
Der Unterlauf der Wümme, der hier zwischen der Landesgrenze zu Niedersachsen und dem Wümmedeich verläuft, ist nicht nur für seine landschaftliche Schönheit bekannt, sondern auch für die Vielfalt seiner Flora und Fauna. Röhrichtgebiete, Weidenauwald und feuchte Hochstaudenfluren prägen das Bild. Ein echter Geheimtipp für Naturliebhaber ist die Graureiherkolonie, die seit den 1990er-Jahren in der Nähe der Oberneulander Schleuse lebt. Und wenn man Glück hat, sieht man sogar Wanderfische wie Aale und Lachse, die hier ihren Lebensraum finden.
Ein Ort voller Leben
Die Pflanzenwelt ist ebenso beeindruckend. Sumpfdotterblumen und Sumpfgreiskraut wachsen hier in Hülle und Fülle, und die Luft ist erfüllt von den Geräuschen der heimischen Vogelwelt. Besonders die Röhrichtbrüter, wie verschiedene Rohrsängerarten und die majestätische Rohrweihe, haben hier ihr Zuhause gefunden. Nach einem Spaziergang entlang der Wümme spürt man die Ruhe und Gelassenheit, die dieser Ort ausstrahlt. Komischerweise kann man hier die Hektik des Alltags einfach hinter sich lassen.
Die Zugänge zum Schutzgebiet sind über die Borgfelder Allee und die Lilienthaler Allee gut erreichbar. Auch die ehemalige Kleinbahntrasse Bremen–Tarmstedt kreuzt das Gebiet. So findet man hier nicht nur eine beeindruckende Natur, sondern auch die Möglichkeit, die Umgebung mit dem Rad oder zu Fuß zu erkunden. Ein Ausflug ins Blockland ist mehr als nur ein Besuch – es ist eine kleine Flucht in die Natur, die den Alltagsstress einfach vergessen lässt.