Umzug mit Perspektive: Die Ambulante Suchthilfe Bremen startet neu durch
Die Ambulante Suchthilfe Bremen (ASH) hat sich entschieden, ihre Zelte zu verlegen. Ab dem 1. September wird der neue Standort an der Theodor-Heuss-Allee in Findorff, im ehemaligen Verwaltungsgebäude des Schlachthofs, bezogen. Ein Gebäude, das bereits seit 1880 in Bremen steht und nun Platz für 22 Büros und zwei Gruppenräume bietet. Der Mietvertrag ist fix, und die Vorfreude auf die neuen Räumlichkeiten ist spürbar. Interessanterweise gab es am alten Standort in der Bahnhofsvorstadt keine Vorfälle oder Beschwerden, weshalb die Geschäftsführerin optimistisch bleibt. Ein Ansturm einer verelendeten Klientel wird nicht erwartet, was für alle Beteiligten beruhigend klingt.
Die ASH ist seit über 20 Jahren in Bremen aktiv und hat sich einen festen Platz in der Stadt gesichert. Neben dem Suchtzentrum Mitte gibt es auch das Suchthilfezentrum Nord in Vegesack. Am 1. August wird zudem eine neue Suchtberatungsstelle an der Johann-Kühn-Straße im Gröpelinger Lindenhof-Quartier eröffnet. Diese Einrichtung ist besonders wichtig, da sie suchtgefährdete oder suchtmittelabhängige Jugendliche und Erwachsene ab 18 Jahren sowie deren Angehörige unterstützt. Die Beratungen werden sowohl im Einzel- als auch im Gruppenformat angeboten. Mit 30 engagierten Mitarbeitern und Honorarkräften hat die ASH im vergangenen Jahr 1838 Personen erfolgreich beraten – ein beachtlicher Erfolg!
Ein Umzug mit Sinn
Der Umzug ist nicht einfach nur ein Ortswechsel. Der alte Standort litt unter einem kaputten Aufzug und baulichen Mängeln, was die Arbeitsabläufe alles andere als leicht machte. Am neuen Standort wird nicht nur die Erreichbarkeit besser sein, auch die Vernetzung mit anderen Institutionen wird gefördert. Ein Seiteneingang ermöglicht diskrete Beratungen, besonders für Familien mit Kindern, die in der Vergangenheit möglicherweise Hemmungen hatten, Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Die ASH hat sich auch in den letzten Jahren weiterentwickelt. Seit 2010 werden verschiedene Therapiegruppen angeboten, und Streetworker sind aktiv in Gröpelingen im Einsatz. Der Fokus liegt dabei auf den Haupt-Suchtmitteln Opiate, Kokain und Cannabis. Über 283 Personen wurden in Entgiftungseinrichtungen vermittelt, ein weiterer Beweis für die Notwendigkeit solcher Dienste in Bremen.
Statistiken und deren Bedeutung
Ein Blick auf die Deutsche Suchthilfestatistik (DSHS) zeigt, wie wichtig die Arbeit der ASH ist. Die DSHS stellt nicht nur Informationen zur Arbeit in ambulanter und stationärer Suchthilfe bereit, sondern wird auch auf Bundes- und Landesebene genutzt, um die Versorgungsangebote und erbrachten Leistungen zu dokumentieren. Die Statistiken helfen dabei, Problembereiche frühzeitig zu erkennen und ermöglichen aktuelle sowie Trendanalysen. Analysen wie die Aufschlüsselung des Altersspektrums der Klienten zu Beginn ihrer Abhängigkeitserkrankung können entscheidend sein, um zielgerichtete Hilfe zu leisten.
Das Verständnis für die Bedürfnisse der Klienten ist von zentraler Bedeutung. Die DSHS dokumentiert auch die Dauer der Beratungen, die ICD-10-Diagnosedaten zu psychotropen Substanzen und die Beurteilung der Fachkräfte zum Erfolg der Maßnahmen. All diese Daten sind nicht nur Zahlen, sie sind ein Spiegelbild der Realität, in der sich viele Menschen befinden. Und die ASH hat sich der Aufgabe angenommen, ihnen eine Perspektive zu bieten.
